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  1. #1
    lulunumero1 ist offline Neuer Benutzer
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    Standard IZZO VIVI – Ergebnisse verbessern

    Hallo zusammen,

    ich bin neu im Forum und ein Kaffee-Rookie. Ich lese seit einiger Zeit mit großem Interesse hier im Forum, sammelte Infos zum Maschinenkauf und wunderte mich oft, wie schwierig es offenbar selbst für Experten ist, einen richtig guten Espresso hinzubekommen. Von Bohnen über Brühdruck, vom Tampern, Wasserhärte, pH-Wert und sonstigen Schikanen über Temperatur, Mahlgrad und der "richtigen" Maschine. Wahnsinn. Total durchgeknallt. Oft tippte ich mir (im Stillen) an die Stirn und dachte, das kann doch nicht so schwer sein!!

    Seit zwei Wochen bin ich nun selbst stolze Besitzerin eines sehr schönen Zweikreisers namens IZZO VIVI und einer Nuova Ricambi Roma-Mühle, die Kombi ist allein von der Optik ein kleiner Leckerbissen. Und das Gebräu, das ich nach unzähligen Versuchen mit unterschiedlichsten Mahlgraden, Tamperdrücken und Leerbezügen hinbekomme, ist zwar noch schwankend, aber schon grob genießbar.
    Ich habe auch schon den Kesseldruck nach unten geschraubt (0,9 bar), da er werksmäßig auf 1,5 stand. Seitdem ist die Crema um Längen besser, aber noch nicht optimal. Ich verwende den Lucaffé Classico, der wohl ziemlich frisch ist, da das MHD April 09 ist (sind doch zwei Jahre, oder?)

    Ich hatte auch schon das Glück, mir von einem Barista Tipps einzuholen und versuche, sie alle zu beherzigen (Druck beim Tampern, Pulvermenge, Mahlgrad). Und ich bin sehr ehrgeizig...

    Jetzt meine Fragen, und bitte verweist mich nicht auf andere Threads, da ich schon wirklich sehr viele gelesen habe und im Bezug auf meine Maschine nicht die passenden Antworten gefunden habe:

    – wenn ich die gefühlt richtige Menge Kaffee nehme (habe auch schon gewogen, ca. 16 Gramm), gefühlt genug fest tampere, brav einen langen Leerbezug mache, bis kein Dampf mehr austritt, dann bekomme ich zwar eine schöne Crema, aber es ist einfach zu viel Kaffee in der (schön vorgewärmten und trockenen) Tasse. Es quillt viel zu schnell aus dem Siebträger, von einem gleichmäßigen Strahl ganz zu schweigen.
    – wenn ich nun den Mahlgrad feiner stelle, dann stimmt die Menge in der Tasse, aber der Kaffee wird zu stark und bitter, die Crema dunkelbraun.
    – ich habe das Gefühl, dass einfach zu viel und zu schnell Wasser durchgedrückt wird, obwohl ich den Druck schon nach unten gedreht habe (was bei der Vivi wirklich gut funktioniert, ohne dass man das Ding aufschrauben muss – es ist ein Loch im Blech unter der Tassenablage). Vorher war's noch schlimmer...
    – es läuft auch nicht gleichmäßig, sondern tröpfelt am Anfang und quillt dann nur so raus, von 25 Sekunden Lichtjahre entfernt.

    Was mache ich nur falsch? Hat jemand Erfahrung mit einer IZZO? Die ist glaube ich nicht so populär bei Euch...
    Ich weiß, dass ich noch viel üben muss, aber so schwer kann das doch nicht sein. In jeder Bar in Spanien und Italien bekommt man einen guten Cortado bzw. Espresso und da ist auch niemand ein Profibarista...

    Mich macht es stutzig, dass so viel Kaffee rauskommt, denn, wie gesagt, wenn ich den Mahlgrad ab da nur minimal nach unten korrigiere, dann ... s.o. Kann es sein, dass die Pumpe zu stark pumpt? Nicht dass ich es auf die Technik schieben will, es liegt höchstwahrscheinlich an meiner Unzulänglichkeit *grins*

    Ich freue mich, wenn mir jemand einen Tipp geben kann.
    Viele Grüße.
    LuluNumero1

  2. #2
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Der Druck von 1,5 Bar, den Du ( vielleicht etwas zu viel ) reduziert hast auf 0,9 Bar, ist der Kesseldruck, der bestimmt über den Wärmetauscher die Brühtemperatur ( und ist der Druck, der auf dem Manometer angezeigt wird ). Der Pumpendruck hat damit nichts zu tun. Es kann gut sein, dass die Vivi werkseitig auf zu hohen Brühdruck eingestellt ist. Verstellen kannst Du den am Expansionsventil ( ca. 9 Bar ist optimal ), messen kannst Du mit einem Siebträgermanometer. Ich hab irgendwo gelesen, dass die Roma eine etwas grobe Rasterung hat, wenn der Kaffee zu bitter ist, kann das an zuviel Kaffeemehl liegen ( Unterextraktion ) oder an Channeling. Darauf weist auch folgendes hin:
    es läuft auch nicht gleichmäßig, sondern tröpfelt am Anfang und quillt dann nur so raus, von 25 Sekunden Lichtjahre entfernt.
    Versuch mal mit 14g im Zweiersieb den richtigen Mahlgrad für 50ml/25 sek hinzubekommen, ggfs. bei 9 Bar Brühdruck.
    Gruss Roger

  3. #3
    dzinkand ist offline Neuer Benutzer
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    hallo lulunumero1,

    besitze seit 2 Jahren eine Vivi und habe mir am Anfang ähnlich schwer getan.
    Kesseldruck solltest Du auf ca. 1,2 bar stellen.
    Am Anfang tröpfeln und dann herausquellen ist Channeling - hatte ich auch, da hilft nur eine "gute Mühle" (Deine kenne ich nicht) und optimales tampern

    Details zur Einstellung gibts auch hier http://www.bellabarista.co.uk/vivi%2...ypted%20v6.pdf

    Achso als Kaffee benutze ich Martella Maximum Class, der hat viele Probleme gelöst und ist zudem sehr lecker.

    Gruß
    Dietmar

  4. #4
    benny ist offline Benutzer
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    LuluNumero1 schrieb:
    Mich macht es stutzig, dass so viel Kaffee rauskommt, denn, wie gesagt, wenn ich den Mahlgrad ab da nur minimal nach unten korrigiere, dann ... s.o.
    Die Roma ist dafür bekannt, dass sie nur eine vergleichsweise grobe Mahlgradeinstellung zulässt. Ich sehe genau darin eine mögliche Ursache und empfehle ein Mahlgradtuning, z. B. mit Teflonband, wie es kürzlich für eine MDF beschrieben worden ist.

    Grüße Jürgen

  5. #5
    lulunumero1 ist offline Neuer Benutzer
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    Zitat Zitat von Bubikopf
    Der Druck von 1,5 Bar, den Du ( vielleicht etwas zu viel ) reduziert hast auf 0,9 Bar, ist der Kesseldruck, der bestimmt über den Wärmetauscher die Brühtemperatur ( und ist der Druck, der auf dem Manometer angezeigt wird ). Der Pumpendruck hat damit nichts zu tun. Es kann gut sein, dass die Vivi werkseitig auf zu hohen Brühdruck eingestellt ist. Verstellen kannst Du den am Expansionsventil ( ca. 9 Bar ist optimal ), messen kannst Du mit einem Siebträgermanometer. Ich hab irgendwo gelesen, dass die Roma eine etwas grobe Rasterung hat, wenn der Kaffee zu bitter ist, kann das an zuviel Kaffeemehl liegen ( Unterextraktion ) oder an Channeling. Darauf weist auch folgendes hin:
    es läuft auch nicht gleichmäßig, sondern tröpfelt am Anfang und quillt dann nur so raus, von 25 Sekunden Lichtjahre entfernt.
    Versuch mal mit 14g im Zweiersieb den richtigen Mahlgrad für 50ml/25 sek hinzubekommen, ggfs. bei 9 Bar Brühdruck.
    Gruss Roger
    Aaaaa-ha! Siebträgermanometer... Ich kann mir zwar vorstellen, was das sein soll, habe schon mal davon gelesen. Aber wie mache ich das? Das Expansionsventil würde ich vielleicht anhand von Zeichnungen noch finden, und dann??? Was soll ich dann machen? Finde das irgendwie unheimlich...
    Und grobe Rasterung? Das Ding lässt über 50 Einstellungen zu und auf der Skala von 1 – 10 steht meine jetzt zwischen 7 und 6. Ich habe ein "Probekaffeemehl" von dem Barista bekommen und da ist das schon sehr nah dran. Es ist auch der gleiche Kaffee...
    Woran erkenne ich Channeling? Der Puck ist immer ganz fest und trocken und lässt sich auf einmal rausklopfen.

  6. #6
    lulunumero1 ist offline Neuer Benutzer
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    Zitat Zitat von dzinkand
    hallo lulunumero1,

    besitze seit 2 Jahren eine Vivi und habe mir am Anfang ähnlich schwer getan.
    Kesseldruck solltest Du auf ca. 1,2 bar stellen.
    Am Anfang tröpfeln und dann herausquellen ist Channeling - hatte ich auch, da hilft nur eine "gute Mühle" (Deine kenne ich nicht) und optimales tampern

    Details zur Einstellung gibts auch hier http://www.bellabarista.co.uk/vivi%2...ypted%20v6.pdf

    Achso als Kaffee benutze ich Martella Maximum Class, der hat viele Probleme gelöst und ist zudem sehr lecker.

    Gruß
    Dietmar
    Die Mühle ist schon okay, teuer war sie auf jeden Fall (300 EUR).
    Hast Du an diesem Expansions-Ding was geschraubt? Zum Channeling habe ich gerade Bubikof was geschrieben...
    Martella steht auf jeden Fall schon auf dem Einkaufszettel. Danke für den Tipp!

  7. #7
    lulunumero1 ist offline Neuer Benutzer
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    Zitat Zitat von benny
    LuluNumero1 schrieb:
    Mich macht es stutzig, dass so viel Kaffee rauskommt, denn, wie gesagt, wenn ich den Mahlgrad ab da nur minimal nach unten korrigiere, dann ... s.o.
    Die Roma ist dafür bekannt, dass sie nur eine vergleichsweise grobe Mahlgradeinstellung zulässt. Ich sehe genau darin eine mögliche Ursache und empfehle ein Mahlgradtuning, z. B. mit Teflonband, wie es kürzlich für eine MDF beschrieben worden ist.

    Grüße Jürgen

    Ich habe schon Bubikopf geantwortet, dass die Mühle ziemlich viele Einstellungen zulässt und ich auf der Skala von 1 – 10 zwischen 6 und 7 liege. Also feiner mahlen, weniger Kaffee oder fester drücken?

  8. #8
    dzinkand ist offline Neuer Benutzer
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    hallo lulunumero1,

    Hast Du an diesem Expansions-Ding was geschraubt?
    nein, Werkseinstellung und nur den Kesseldruck auf 1,2 bar gestellt
    und natürlich Martella

    Gruß
    Dietmar

  9. #9
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hallo lulunumero1!
    Das der Puck fest und trocken ist kommt vom Überfüllen des Siebes. Channeling erkennst Du an der ungleichmäßigen Oberfläche des Pucks ( nach Bezug ) mit kleinen Kratern und Löchern. Du musst vor dem Anpressen des Mahlgutes dasselbe im ST gut und gleichmäßig verteilen, schlecht verteilt bedeutet auch ungleichmäßig komprimiert. Auch führt alter Kaffee schnell zu Channeling, dies wird auch von zu hohem Brühdruck begünstigt.
    Eine grobe Rasterung der Mühle wird nicht nur von zu wenig Rasten, sondern auch von einem zu steilen Gewinde des oberen Scheibenträgers verursacht. Das führt dazu, das auf Stufe x der Espresso zu schnell läuft und eine Stufe feiner zu langsam, die ideale Einstellung liegt dann zwischen den Stufen. Das kann häufig mit dem angepassten Tampen ausgeglichen werden, nicht immer. Bei zu feiner Mahlung wird dann ein maximaler Druck aufgebaut ( bis zum Auslösedruck des EV ), ist der zu hoch, drücken sich Kanäle in den Puck und Du hast das von dir beschriebene Verhalten.
    Ein Expansionsventil ist ein Federventil das durch Vorspannung der Feder in seinem Auslösedruck eingestellt werden kann. Dazu findest Du per Suchfunktion reichlich Infos. Hier im Forum hat auch schon mal jemand eine Vivi eingestellt. Meistens sind die Channelingprobleme nach Einstellen des Brühdrucks und Beschaffung frischen Kaffees behoben.
    Gruss Roger

  10. #10
    lulunumero1 ist offline Neuer Benutzer
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    Zitat Zitat von Bubikopf
    Das der Puck fest und trocken ist kommt vom Überfüllen des Siebes. Channeling erkennst Du an der ungleichmäßigen Oberfläche des Pucks ( nach Bezug ) mit kleinen Kratern und Löchern.
    Servus Roger,
    danke für die ausführliche Antwort.
    Aber jetzt verstehe ich gar nix mehr. Soll der Puck nicht fest und trocken sein? Wie soll er denn aussehen? Krater und Löcher hatte das Ding am Anfang, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Er ist immer fest, gleichmäßig und trocken... Und ich gebe mir auch Mühe, dass das Mehl gleichmäßig verteilt ist.

    Zitat Zitat von Bubikopf
    Ein Expansionsventil ist ein Federventil das durch Vorspannung der Feder in seinem Auslösedruck eingestellt werden kann. Dazu findest Du per Suchfunktion reichlich Infos. Hier im Forum hat auch schon mal jemand eine Vivi eingestellt. Meistens sind die Channelingprobleme nach Einstellen des Brühdrucks und Beschaffung frischen Kaffees behoben.
    Okay, kann man das auch ohne dieses ST-Manometer machen? Klingt für mich auch alles ein bisschen kompliziert sowas zu bauen. Meinst Du aber, dass es hilft? Dietmar kann auch Kaffee kochen ohne Brühdrucktuning. Kann es sein, dass die Maschinen unterschiedlich eingestellt sind???

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