Moin,
in einigen Threads schien bereits durch, daß sich manch einer einen speziellen Siebträger zurechtgebastelt hat, so daß er die effektive Temperatur des Bezugwasser unter halbwegs realen Bedingen messen kann. Die Hauptprobleme sind meist die Simulation der korrekten Flußgeschwindigkeit (also bspw. 25ml/25s) und ein geeignetes Anbringen des Thermoelements im Brühweg, sprich im Kaffeesieb. Ich hatte mir zusammen mit steffenk mal vor einigen Wochen ein paar Gedanken gemacht, wie sich dies möglichst simpel, günstig und am besten gleich noch mit einem externen Brühdruckmanometer realisieren ließe. Heraus kam Folgendes:
Man braucht:
- einen bodenlosen Siebträger oder man durchbohrt einen alten ST entsprechend
- Blindsieb
- 1/8-Doppelnippel
- zwei oder drei 1/8-Muttern
- evtl. ein paar 1/8-Dichtungsringe
- T-Stück mit dreifachem 1/8-Innengewinde
- kleines Manometer mit 1/8-Außengewinde und passender Skalierung (min. 10bar)
- 1/8-Kugelventil oder besser noch ein (evtl. zu adaptierendes) Nadelventil
- K-Fühler und ein entsprechendes Meßgerät zur Auswertung (z.B. ein ordinäres Voltcraft)
- hitzebeständigen und möglichst lebensmittelechten Kleber (ich habe J-B Weld genommen, da es mir für diesen Zweck die perfekte Wahl zu sein schien)
Obige Teileliste hat sich ein wenig aus dem ergeben, was ich ohnehin schon teilweise in den Schubladen liegen hatte; da kann man sicherlich auch einiges abwandeln, aber man sollte versuchen, mit so wenigen und so kleinen Teilen wie möglich auszukommen, da man sonst evtl. Platzprobleme bekommt oder zumindest die zu flutenden Volumina einfach zu groß werden.
- Zunächst hatte ich in das Blindsieb ein mittiges Loch für den Doppelnippel und irgendwo zwischen Mitte und Rand ein kleines Loch für das Kabel des Fühlers gebohrt
- Man dreht den (evtl. einseitig abgesägten oder mit einer Mutter verkürzten) Doppelnippel von unten rein und kontert mit einer Mutter
- Der Fühler wird von ein paar Zentimetern seiner Textilummantelung befreit, durch das Loch reingeführt und möglichst mit der Meßspitze direkt mittig über dem Doppelnippel mit Kleber fixiert.
- Ich habe zwecks Minimierung des zu flutenden Hohlraums (der verfälscht nur die Messungen) das gesamte Blindsieb bis zur Oberkante des Doppelnippels mit Kleber ausgefüllt; ansich würde es aber reichen, wenn man nur noch die kleine Kabeldurchführung abdichtet
- nachdem der Kleber ausgehärtet ist, kann man T-Stück und Nadelventil dranschrauben und abdichten
- das Ganze steckt man nun in den Siebträger schraubt das Manometer dran (diesen Schritt kann man dann immer bei Bedarf machen, wenn man den Siebträger nicht exklusiv zum Messen nutzen will)
Das obige Bild ist leider etwas dunkel geraten; wenn man aber genau hinsieht, erkennt man den Fühler direkt über der Mitte des "Siebablaufes". In Aktion sieht das Ganze dann so aus:
Ich habe auch zwei etwas wackelige Xvid-Videos davon gedreht (beide nach etwa 1min Standzeit). Eines im Normalbetrieb und eines ohne Pumpe, also lediglich mit Leitungsdruck -- das empfiehlt sich, wenn man kein so besonders gut einstellbares Ventil hat. Demnächst werde ich noch ein paar Messungen an weiteren Maschinen (Grimac La Uno und ECM Technika) machen und ein paar Diagramme posten.
Wer Verbesserungsvorschläge hat, möge diese bitte äußern.
Gruß
Martin


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