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  1. #1
    Andrew ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Wie kommt man zum besten Espresso?

    Hallo zusammen,

    bekanntlich hängt die Qualität der Extraktion ja von sehr vielen Parametern ab, die alle miteinander zusammenhängen, wie Wasser, Bohne, Mahlgrad, Menge, Tamperdruck, Boilerdruck, Wassertemperatur, Brühdruck, Preinfusion, Durchlaufzeit, Durchlaufmenge, Maschine, Siebträger und was weiß ich noch alles...

    Wie geht man jetzt am Besten vor, um für eine bestimmte Espressosorte schnellstmöglich das beste Ergebnis zu erzielen? Gibt's da eine Vorgehensweise, in welcher Reihenfolge man die Parameter anpassen muß, um das optimale Ergebnis zu erzielen?

    Danke und Gruß
    Andreas
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  2. #2
    old harry ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Zitat Zitat von Andrew Beitrag anzeigen
    bekanntlich hängt die Qualität der Extraktion ja von sehr vielen Parametern ab, die alle miteinander zusammenhängen, wie Wasser, Bohne, Mahlgrad, Menge, Tamperdruck, Boilerdruck, Wassertemperatur, Brühdruck, Preinfusion, Durchlaufzeit, Durchlaufmenge, Maschine, Siebträger und was weiß ich noch alles...
    von denen sich mit deiner bezzera jedoch einige gar nicht oder nur bedingt beeinflussen lassen. gute wasserqualität und frische bohnen (und eine amtliche mühle) setzen wir mal voraus, bleiben maschinenseitig also brühdruck und brühtemperatur - die sich aus dem boilerdruck ergibt (BZ und präinfusion?). brühdruck und temperatur lassen sich zwar einstellen, allerdings nicht mal einfach so zwischen zwei shots - zumal sich eine veränderung des kesseldrucks nicht unmittelbar im nächsten bezug niederschlägt, die temperatur verändert sich nur sehr träge.

    bleiben als faktisch beeinflussbare variablen (abgesehen von der durch leerbezüge im griff gehaltenen temperatur): mahlgrad, menge und tamperdruck - und in der reihenfolge würde ich beim optimieren auch vorgehen. durchlaufzeit und menge verändern sich nicht unabhängig von diesen drei parametern, sie ergeben sich im gegenteil daraus, welcher mahlgrad eingestellt, welche menge in's sieb gegeben und mit wieviel druck getampert wurde.

  3. #3
    Andrew ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Zitat Zitat von old harry Beitrag anzeigen
    BZ und präinfusion?.
    Ich meine damit den Druckaufbau, der sich in gewissen Grenzen über den Bypass der Fluido-Tec verändern läßt.
    Zitat Zitat von old harry Beitrag anzeigen
    zumal sich eine veränderung des kesseldrucks nicht unmittelbar im nächsten bezug niederschlägt, die temperatur verändert sich nur sehr träge..
    Da muß man der Bezzi natürlich entsprechend Zeit geben...
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  4. #4
    braunbaer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Holla,

    da willst du aber alles auf einmal wissen. Ich glaube kaum, dass es da ein Standardverfahren gibt. Maschine und Händchen - beides gehört bekanntlich dazu, eins alleine reicht nicht.

    Doch wenn du schnell zu einem Ergebnis kommen willst, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig als an den Prametern zu schrauben, die sich auch schnell ändern lassen:

    - Kaffeemenge
    - Mahlgrad

    Tampern gehört für mich nicht dazu, dass ist bei mir eine Konstante, da ich einen Tamper mit Federmechanismus verwende und immer den selben Druck habe.

    Und gaaaaaanz wichtig: immer nur EINEN Parameter ändern, nie zwei gleichzeitig. Dann fängste halt an: Mahlgrad fixieren und 6 gr, 6,2 gr, 6,4 gr..... 8,0 gr. Und dann ein Stufe den Mahlgrad verändern: und wieder von vorne..... 6 gr..... Ich schätze mal, in zwei Stunden ist man durch und weiß ungefähr, wohin die Reise geht.

    Schnell genug? Oder noch schneller?

    Doch das ist ja nur für den Augenblick, morgen ist die Luftfeuchtigkeit schon wieder anders..... Da kommt dann wieder das Händchen ins spiel. Obwohl ich es cool finde zu sagen "Der Espresso heute schmeckt mehr nach Pfingstrose als gestern, die Luftfeuchtigkeit muss um 5% gestiegen sein"

    Viel Erfolg!
    Braunbaer
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  5. #5
    Andrew ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Danke erst mal für die Antworten. Im Moment habe ich schon ein brauchbares Ergebnis in der Tasse, es gibt aber immer Potential nach oben. Ich fage mich, wenn ich Mahlgrad und Menge festgelegt habe und dann z.B. den Kesseldruck oder den Brühdruck ändern will, dann muß ich wohl zwangsweise Mahlgrad und/oder Menge wieder anpassen. Ich kann aber auch beispielsweise erst mal den Brühdruck auf 9 bar reduzieren, den Kesseldruck auf z.B. 1.2 bar einstellen und dann Mahlgrad und Menge herausfinden.

    Mein Problem ist, die Reihenfolge wie man vorgeht. Erst Mahlgrad, dann die Menge? Wie finde ich den richtigen Mahlgrad, wenn die Menge nicht paßt? Welche der Parameter haben eine signifikanten Einfluß, welche ändern das Ergebnis nur in Nuancen?

    Danke
    Andreas
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  6. #6
    braunbaer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    An der Menge würde ich erstmal nicht schrauben.

    Dafür gibt es zwei Gründe: erstens ist die Menge auf 7 Gramm/Espresso definiert, d. h., daran orientiert sich alles. Zweitens hast du ein Sieb, welches auf eine bestimmte Menge ausgerichtet ist, somit mit einer anderen Menge möglicherweise gar nicht funktionieren wird.

    Schau mal, was für ein Sieb du hast; vielleicht hast du ein 6 gr-Sieb, dass sollte dann natürlich mit 6 gr befüllt werden (oder du besorgst ein 7-Gr-Sieb, da das Standard ist).

    An der Menge würde ich drehen, wenn ich von der Optik, Konsistens, Menge her einen perfekten Espresso habe, der mir aber nicht schmeckt. Obwohl: dann würde ich eher eine andere Bohne nehmen.

    Der Mahlgrad hingegen ist am meisten dafür verantwortlich, wie schnell das Kaffeemehl extrahiert wird (Durchlaufzeit) und somit neben der Bohne für Konsistenz und Geschmack zuständig.

    Also einfach gesagt (auch wenn ich Prügel dafür kriege): Mahlgrad ist alles, Menge ist nichts. Auch die anderen Parameter (Brühdruck) dürften sich nicht so gewaltig auswirken, wie der Mahlgrad.

    Wenn du natürlich experimentieren willst und dem Spieltrieb freien Lauf lassen möchtest, nur zu. Der künstlerischen Freiheit sind keine Grenzen gesetzt.

    LG
    Braunbaer
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  7. #7
    old harry ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Zitat Zitat von Andrew Beitrag anzeigen
    Mein Problem ist, die Reihenfolge wie man vorgeht. Erst Mahlgrad, dann die Menge? Wie finde ich den richtigen Mahlgrad, wenn die Menge nicht paßt?
    tja, ein klassisches paradoxon...
    trotzdem und wie oben schon geschrieben: erst der mahlgrad, dann die menge. denn hinsichtlich der menge kannst du dich während der mahlgradtechnischen experimentierphase erst mal an deiner erfahrung orientieren - wie hoch der kaffeemehlstand bei rund 7 gramm im sieb ist, wirst du mehr oder weniger von blossem auge erkennen. klar, dass eine variation des mahlgrades auch zu einer veränderung des volumens im sieb führt. allerdings wirst du den mahlgrad wohl nicht gleich um einen derart grossen sprung verändern müssen, dass sich das volumen im sieb um den faktor zwei vergrössert oder verkleinert - denn wenn ich dich recht verstehe, geht's hier um feintuning.

    ich würde, was die menge betrifft, nicht so weit gehen wir der braunbaer - von wegen "mahlgrad ist alles, menge ist nichts". denn eine signifikante unter- oder überschreitung der idealen menge führt ebenso wie ein völlig falscher mahlgrad zu zu kurzer oder zu langer extraktionszeit.

    Zitat Zitat von Andrew Beitrag anzeigen
    Ich fage mich, wenn ich Mahlgrad und Menge festgelegt habe und dann z.B. den Kesseldruck oder den Brühdruck ändern will, dann muß ich wohl zwangsweise Mahlgrad und/oder Menge wieder anpassen. Ich kann aber auch beispielsweise erst mal den Brühdruck auf 9 bar reduzieren, den Kesseldruck auf z.B. 1.2 bar einstellen und dann Mahlgrad und Menge herausfinden.
    der kesseldruck führt zu einer veränderung der brühtemperatur - und die sollte imho keinen einfluss auf die extraktionszeit haben, der brühdruck hingegen schon. es stellt sich halt einfach die frage, ob du für solche "dauerexperimente" die richtige maschine hast. wenn du immer denselben kaffee in der mühle hast, wirst du ja irgendwann mal die korrekten parameter gefunden haben. häufige bohnenwechseln verlangen zwar nach anpassung der parameter - aber ob du dafür wirklich jedesmal die maschine aufschrauben und kessel- oder brühdruck verstellen willst? zumal die regulierung des kesseldrucks eine eher unpräzise einflussnahme auf die brühtemperatur darstellt...

  8. #8
    kaffeenoob ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Zitat Zitat von braunbaer Beitrag anzeigen
    Obwohl ich es cool finde zu sagen "Der Espresso heute schmeckt mehr nach Pfingstrose als gestern, die Luftfeuchtigkeit muss um 5% gestiegen sein"
    5% machen schon was aus, bei 10% muss ich schon mal nen ganzen Dreh grober mahlen, also hilft auch ein Luftfeuchtigkeitsmesser

  9. #9
    braunbaer ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Zitat Zitat von kaffeenoob Beitrag anzeigen
    5% machen schon was aus, bei 10% muss ich schon mal nen ganzen Dreh grober mahlen, also hilft auch ein Luftfeuchtigkeitsmesser
    Danke für diesen Beitrag. Ich dachte schon, ich mache mich total lächerlich.

    Ich zähle mich zu denen, bei denen der Espresso "vermessen" wird. Digitalwaage, mechanischer Tamper, Stoppuhr, Eichmarkierung in der Tasse, Temperatur der Bohnen .... alles im Griff, und trotzdem wird der Espresso selten gleich.

    Außer der Luftfeuchtigkeit fällt mir nichts ein.......

    Das zeigt aber eben auch, dass es gar nicht so leicht ist, den "besten Espresso" zu erhalten. Einmal, zweimal.... Aber immer wieder? Ich schaffe das nicht, obwohl ich versuche, alles Prameter gleich zu halten.

    LG
    Braunbaer.
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  10. #10
    Andrew ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Wie kommt man zum besten Espresso?

    Daß der Espresso wetterabhängig ist, hab ich auch schon festgestellt. Vielleicht gibt's ja noch eine Einfluß der Mondphase
    Jedenfalls helfen die Beiträge schon mal gut weiter. Erst mal Mahlgrad, dann Menge und von dem Ausgangspunkt kann man dann variierern. Den Rest (Brühdruck, Temperatur...) betrachte ich jetzt mal als Finetuning. Bei der Temperatur geben manche Espresso-Hersteller ja auch Empfehlungen an.
    Danke
    Andreas
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