Ich kann mich noch recht gut an die Irrungen meiner Anfangszeit mit der Pavoni PLH erinnern, die durch die kompetente Hilfe im Board (fast) restlos beseitigt wurden. Beim Herumschrauben an meinen mittlerweile 2 Maschinen hatte ich aber noch das eine oder andere AHA-Erlebniss, die ich mit allen Pavoni-Newbies teilen möchte.
Im Folgenden die Antwort auf die Frage: "Was passiert beim Bezug in meiner La Pavoni Handhebelmaschine?"
1: Aufheizen
Über dem Kolben steht in der noch (zu) kalten Brühgruppe ein kleiner Rest Wasser, das Wasser im Kessel kocht. Durch den Pressostaten wird der Druck und infolge dessen die Temperatur im Kessel konstant gehalten.
2: Leerbezug
Durch den Druckunterschied zwischen Kessel und Umgebung wird nach Anheben des Hebels Wasser durch das Steigrohr in den Brühkopf gedrückt. Das über dem Kolben im Brühkopf stehende (kalte) Wasser fließt durch eine Bohrung an der Oberkante der Kammer (Im Bild leider schlecht erkennbar) zurück in den Kessel. Siebträger und Brühkopf erreichen Betriebstemperatur.
3: Vollen Siebträger einspannen
4: Präinfusion
In der (luftgefüllten) Kammer oberhalb der Duschplatte entsteht beim Anheben des Hebels Unterdruck. Luft strömt durch den Puck nach und beschädigt diesen, wenn das zu schnell erfolgt. Nachdem der befüllte Siebträger eingespannt ist, sollte der Hebel deshalb nur langsam nach oben bewegt werden, damit die getamperte Oberfläche des trockenen Pucks keinen Schaden nimmt. Ist der Hebel einmal oben, fließt Wasser mit einem Kesseldruck von ca. 0,8 Bar auf den Puck und lässt diesen aufquellen. Die große Masse der Brühgruppe kühlt bei den ersten Bezügen währenddessen das vormals kochende Wasser auf unter 100 °C. (Stichwort Überhitzungsproblematik).
5: Bezug
Durch kräftigen Druck auf den Hebel wird das Wasser durch den Puck gepresst. Dabei bewirkt eine Last von ca. 15 kg am Griff des Hebels einen Druck von etwa 9 Bar in der Brühgruppe.
Ich hoffe der Beitrag ist für den Einen oder Anderen nützlich. Sollte ich irgendwo einen Fehler eingebaut haben bitte ich die „alten Hasen“, mir das mitzuteilen. Vorschläge zu Verbesserung/Vereinfachung sind natürlich stets willkommen.
Gruß - Tom


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