Hallo liebe Kaffee-Netzer,
ich hab hier schon viele Themen zur Herangehensweise an die Espresso-Optimierung gelesen, und meine, das meiste auch befolgt zu haben. Dennoch bin ich jetzt an einem Punkt, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich technische Fehler mache, den Kaffee wechseln sollte oder die Ausrüstung einfach nicht passt, und weiß nicht, ob ich aus den Foreneinträgen die richtigen Schlüsse ziehe. Über ein paar Tipps würde ich mich daher sehr freuen, am besten natürlich so eine "rundum-alles-erschlagen"-Lösung
Ich hatte ursprünglich bei mir zu Hause eine Saeco Aroma und eine einfache Solis-Mühle stehen. Den Gran Chrema-Siebträger habe ich jetzt gegen den traditionellen getauscht und meine Mühle massiv auf eine Macap MD4 hochgerüstet. Ursprünglich sollte es eine normale M4 werden, die gabs aber nicht, und der Händler bot mir alternativ gegen sehr geringen Aufpreis die Timer-Variante an. Auch wenn das wahrscheinlich in gewisser Hinsicht ein Overkill ist: Ich wollte in ein paar Jahren nicht schon die nächste Mühle kaufen.
Entgegen der Meinung, dass doppelte Dosen einfacher sind, beziehe ich derzeit einfache mit 3,5s Mahlzeit auf einer recht feinen Einstellung, zerschlage dann per WDT die Klümpchen, tampere den Kaffee ordentlich im vorgewärmten Siebträger und klemme den in die Saeco, die seit etwa 20 Minuten läuft und entsprechend warm ist. Die Durchlaufzeit sind in etwa 20 Sekunden, wobei ich leider nicht den schönen durchgehenden Strahl kriege, den es zu erreichen gilt (mehr ein wechselseitiges Tropfen, was dann aber doch ab und an wieder zum Strahl wird), aber das schiebe ich erstmal auf die Maschine.
Das Ergebnis: Naja. Crema ist da, allerdings nicht so viel. Der Geschmack ist relativ bitter (war das nicht Indiz für zu hohe Temperatur?). Beim Kaffee handelt es sich um eine dunkle Röstung mit 30% Robusta. Im Siebträger befindet sich dann der Puck, der auf der Oberfläche leicht matschig aussieht (zu fein gemahlen für die Saeco? Wird dadurch evtl. Channeling verdeckt?). Leider habe ich den Kaffee mit der alten Mühle nie probiert, ergo kein Vergleichsmaß. Ich bin daher am Überlegen, ob ich einen Kaffee, mit dem ich zuvor recht zufrieden war (Segafredo Espresso Casa), einfach mal neu austeste.
Ihr seht vielleicht mein Problem. Ich bin nicht sicher, welche Stellschrauben ich angehen soll. "Neue Espressomaschine" ist erstmal nicht auf der Agenda (auch wenn das irgendwann sicher kommen wird). Aber was ist eine gute Basis, um weiter feinzujustieren? Vielleicht gröber mahlen und dafür mehr Mehl? Stärker Tamperen? Doch den doppelten Siebträger nehmen? Kaffee wechseln? So nebenbei, stimmt es eigentlich, dass die Macap nur im Betrieb die Verstellung des Mahlgrades zulässt (behauptet die kurze Anleitung)?
Wenn ihr bis hierher gelesen habt: Schonmal danke! Ich bin gespannt auf eure Tipps, auch wenn die "kauf dir ne neue Maschine" lauten sollten. Es ist ja nicht so, dass der Kaffee schlechter als vorher schmeckt. Aber natürlich erwarte ich zumindest eine geringfügige Verbesserung.
Schönen Gruß,
Tilli


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