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  1. #1
    Belgarath ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Die Frage werfe ich aufgrund meiner noch recht kurzen eigenen Erfahrungen mit Gastrohandhebelmaschinen und bottomless ST in den Raum - ich habe es bis jetzt weder mit 2er noch mit 1er Sieb geschafft, einen bottomless Bezug zu "verhauen". Kein Channeling, kein Gesaue, das "Schlimmste" was passiert, wenn ich nicht verteile/zerkrümle, ist ein Kaffee-Ring am Siebboden in der PI. Beim Bezug "zieht" es sich dann aber dennoch zusammen und emulgiert flächig. Geschmacklich kann ich aber keinen Unterschied zwischen einem bereits in der PI Phase flächig kaffeetropfenbildenden Siebboden und einem Kaffee-Ring feststellen, der nicht eher der Einbildung zuzuschreiben wäre

    Wenn ich andererseits von den diversen Erfahrungen mit Riesen-Sauereien bei bottomless-Bezug lese, von Channeling, Stricknadel-Orgien zur Zerkrümelung, usw. usf. - dann frage ich mich, was denn nun der Unterschied ist. So naiv, daß ich mich für den geborenen Barista halte, bin ich nicht, also muß es etwas anderes sein. Theoretisch könnte es am Tamper (TTom) und meiner recht harten Drückerei liegen (vermutlich jenseits der je nach Lehre 10-15 kg Anpressdruck) - ich habe aber eine andere Vermutung.

    Und zwar glaube ich, daß die Gastro-Handhebel (in meinem Falle eine Aurora Brugnetti Export) beim Bezug etwas toleranter sind als Pumpenmaschinen (v.a. Vibrationspumpen), solange gewisse Mindestparameter passen (ausreichend homogenes Mahlgut, ausreichend gleichmäßig also gerade sowie ausreichend fest angedrückt, passender PI-Druck). Das ist nur eine Theorie und ein Diskussionsansatz, aber nachdem ich in punkto Espresso-Zubereitung nun wirklich nicht der Welt größter Experte bin, kann ich meine perfekte Technik als Hauptgrund für das gute Ergebnis wohl ausschließen.

    Und: nein, ich habe nicht vor, so lange an den Parametern rumzuspielen, bis ich endlich auch eine Sauerei in der Küche veranstalte

    Was ist Eure Meinung zu der Theorie, daß bottomless Bezüge mit Federhandhebelmaschinen (zumindest bei Standardsiebgrößen mit 58mm) leichter gelingen?

    lg,
    Klaus

  2. #2
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    frische bohnen und eine halbwegs gut eingestellte mühle sind schon mal die halbe miete. zusätzlich sorgt die preinfusion dieser maschinen für einen stabilen puck. bei meiner astoria habe ich eine preinfusion per leitungsdruck nachgerüstet, da spritzt auch nur selten mal ein feiner strahl aus dem sieb raus. und wenn, dann eher gegen ende des bezugs. da die handhebelfedern aber im verlauf des bezug immer weniger druck erzeugen, scheint es so, als würde dies noch die letzten paar spritzer killen.
    die hier immer wieder beschworene sauerei in der küche habe auch ich nur dann, wenn ich den brühdruck über 11-12bar stelle, zu wenig oder zu altes pulver nehme oder zu grob mahle, also immer dann, wann sowieso nichts trinkbares rauskommt.

    gruß, max
    KaffeeWiki.de: Einsteigerartikel Abkürzungen
    astoria jun1, sm90, rocky d, eureka giotto "s.d.", rancilio md50, mahlkönig brasilia, krups t8, aeropress, karlsbader, alfredo 9016 (v1.0), delonghi ick 5000
    z.Zt. i.d.M.: quijote oh, harvey! espresso, quijote zamora filter

  3. #3
    emil ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Hallo Klaus,

    Deine Beobachtungen decken sich ziemlich gut mit den Erfahrungen, die ich seit einer Woche mache. Nach der ersten Enttäuschung über das fehlende Gewicht in der Hand (der Bodenlose wiegt im Vergleich zum Serien-ST fast nichts) ist eigentlich jeder Schuss ein Treffer - auch und gerade unter der verschärften optischen Kontrolle beim Bodenlosen. Es scheint also was dran zu sein an der Überlegung, dass der tendenziell niedrigere Brühdruck mit leicht abfallender Federkennlinie (der ja auch für den Geschmacksunterschied von HH verantwortlich sein soll) einem auch beim Bodenlosen das Leben leichter macht. So interessante Geräte wie Vincent immer wieder vorstellt vermisse ich bisher nicht.

    Wobei die PI mit Kesseldruck alleine nie ausreicht, um einen Ring ans Sieb zu zaubern - aber Fellini sei Dank kann man auch dagegen etwas tun.

    Gruss Emil
    LMWDP #282
    ... it is nearly magical to observe the precision that exists in the simple systems. (Doug Garrott, www.orphanespresso.com)

  4. #4
    Bubikopf ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Schaut doch mal euren HHs unter das Duschsieb. Was steckt da zwischen Kolben und Duschsieb? Nichts!
    Bei Pumpenmaschinen sitzt das Duschsieb immer auf einer Duschplatte mit Bohrungen, da ist der Wasserfluss bei weitem nicht so gleichmäßig über die Puckfläche verteilt wie bei einer Gastro HH. Grade beim ersten Wasserzulauf vor dem Druckaufbau, besonders schlimm bei Maschinen ohne Flussbegrenzung ( Düsen o.Ä. ), kann ein Wasserstrahl dem Puck schon ordentlich zusetzen.
    Gruss Roger

  5. #5
    hade ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Zitat Zitat von Belgarath Beitrag anzeigen
    glaube ich, daß die Gastro-Handhebel (in meinem Falle eine Aurora Brugnetti Export) beim Bezug etwas toleranter sind als Pumpenmaschinen (v.a. Vibrationspumpen), solange gewisse Mindestparameter passen
    Mit Federhandhebeln habe ich selbst keine Erfahrung... aber betr. Channeling = Rumspritzen aus dem Bodenlosen ist es bei mir so:

    - Dalla Corte Mini (Vibrationspumpe): trotz häufiger Benutzung - täglich meist zwischen 10 und 20 Bezügen - habe ich noch NIE Rumspritzerei erlebt, weder mit dem 2er noch dem 1er-Sieb. Ich habe die Präinfusion auf 4 Sekunden und den Druck auf knapp 9 bar eingestellt.

    - Olympia Cremina (federloser Direkthandhebel): spritzt schon manchmal rum, wenn ich es erzwingen will und zu stark drücke (mit dieser Maschine benutze ich nur das 1er Sieb).

    Für mich ist Channeling einfach ein Zeichen, daß der Puck zu dicht gepackt (Mahlgrad, Tamperdruck, Pulvermenge) und der Druck zu hoch ist. Ich kann mir kaum vorstellen, daß bzw. warum es mit Federhandheblern prinzipiell besser sein sollte. Mit meiner Direkthandhebel kann ich zu jeder Zeit Channeling provozieren, also wird auch der nichtlineare Druckverlauf einer Federhandhebel dazu in der Lage sein, wenn der Druck nur an einer Stelle des Bezugs über der "Channeling-Druckschwelle" (die, wie man mit der Direkthandhebel schnell merkt, während des Bezugs auch variiert) liegt.

    Wenn es bei Dir gut läuft, zeigt das vielmehr, daß Deine Maschine einen vernünftigen Maximalbrühdruck hat - im Gegensatz zu manchen Haushaltsmaschinen, die gern zu hoch eingestellt werden.
    @home: Iberital Challenge Mühle --> Olympia Cremina 67 & 2002 Handhebelmaschinen
    @work: Casadio Istantaneo Mühle --> Dalla Corte Mini Dualboilermaschine
    Behmor 1600 Kaffeeröster

  6. #6
    hade ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Zitat Zitat von Bubikopf Beitrag anzeigen
    Schaut doch mal euren HHs unter das Duschsieb. Was steckt da zwischen Kolben und Duschsieb? Nichts!
    Richtig... und trotzdem gibts mit meiner Handhebel mehr Sauerei (was aber wie gesagt an mir liegt, nicht an der Maschine).

    Bei der minimalen Durchflußgeschwindigkeit während des Bezugs (nur 25 ml in 30 Sekunden!) kann es m.E. keinen wesentlichen Unterschied machen, ob das Wasser nun ganzflächig oder nur durch ein paar Löcher zum Duschsieb strömt.
    @home: Iberital Challenge Mühle --> Olympia Cremina 67 & 2002 Handhebelmaschinen
    @work: Casadio Istantaneo Mühle --> Dalla Corte Mini Dualboilermaschine
    Behmor 1600 Kaffeeröster

  7. #7
    Belgarath ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Die Durchflussgeschwindigkeit während des Bezugs macht imho keine Probleme, aber ein Wasserstrahl auf den Puck kann schon einen gravierenden Unterschied machen. Nur: wenn dem so ist, dann liegt beim entsprechenden Brühkopf mit Verlaub eine Fehlkonstruktion vor. Denn die ganze Konstruktion mit Düsen und Duschsieb hat ja nur und ausschließlich den Zweck, das Wasser halbwegs gleichmäßig ohne den Kaffee-Puck zu zerstören auf eben jenen zu verteilen ...

    Bei mir läuft die PI mit um die 2 Bar rein - und ich gebe ihr mindestens 10 eher 15-20 Sekunden Zeit ... einfach weil der Kaffee schon beim "normalen" Espresso so deutlich besser schmeckt.

    lg,
    Klaus

  8. #8
    KardinalWest ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Serwus,

    Habe aufgrund der Schauermärchen von den versauten Küchen auch lange gewartet, bevor ich bei meiner Pavoni Pro den Boden vom ST rausgeworfen habe. Aber ich habe es (bisher) noch nie geschafft, die Tasse zu verfehlen...

    Gruß - Tom

  9. #9
    hade ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Zitat Zitat von KardinalWest Beitrag anzeigen
    habe es (bisher) noch nie geschafft, die Tasse zu verfehlen...
    Hmm... der "Hauptstrahl" (fast hätt' ich Mittelstrahl geschrieben ) läuft ja trotzdem normal in die Tasse, es sprüht halt dazu noch so kleine Tröpfchen schräg raus in Richtung Tisch, Maschine oder Hemd . Das ganze allerdings meist erst bei einem Hebeldruck, bei dem es die Grundplatte einer Pavoni schon längst (trotz Gegenhalten am Fülldeckelrad) wüst verbogen hätte... kein Witz, ist mir peinlicherweise gleich bei meinem ersten Versuch an einer Pavoni so passiert ...
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  10. #10
    KardinalWest ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bottomless - mit Federhandhebel leichter?

    Serwus,

    Ich würde sagen dein Mahlgrad ist zu fein. Ich habe es mal berechnet und bin für meine Pavoni Pro auf eine nötige Last von ca. 15 kg gekommen. Ein anderer Boardie (ich glaube Roger) hat seine Versuch mit einem Manometer am ST gepostet und kam auch etwa auf die Werte. Das lässt sich mit einer Hand ohne Gegenhalten gerade noch so bewerkstelligen. (Im normalen Gebrauch halte ich natürlich schon am ST-Griff gegen.) Würde also behaupten, die magischen 9 bar liegen weit entfernt von "ichverbiegmalebenmeinebodenplatte".

    Hier noch der Link zu meinen Überlegungen zu dem Thema:
    http://img404.imageshack.us/img404/8724/druckfa6.jpg

    Gruß - Tom

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