Falls Ihr Euch schon einmal gewundert habt, wieso Kaffee so schnell ranzig wird - hier eine Beobachtung und ein paar Gedanken dazu.
Vorhin habe ich unseren Küchenventilator gereinigt, eine Prozedur, die er alle ungefähr alle 6 Monate über sich ergehen lassen muss. Der Ventilator - ein englischer, ins Fenster eingebauter Vent-Axia, dient dazu, die fettigen Dämpfe direkt über dem Herd ins Freie zu befördern. Und, natürlich auch den Rauch, der beim Kaffeerösten entsteht.
In letzter Zeit ist es mir aufgefallen, dass die Reinigungsprozedur viel einfacher ist als zu der Zeit, bevor ich Kaffee selbst geröstet hatte. Wo früher extrem verharztes Fett auf allen Teilen abgelagert war, hat es heute nur noch relativ dünnflüssiges Öl, natürlich mit Staub und Rauchpartikeln durchsetzt. Aber ich kann diesen Schmutz praktisch ohne weitere Reinigungsmittel mit Küchenkrepp abwischen. Früher war das eine Prozedur mit Schrubben und der chemischen Keule.
Was ist passiert? Ich vermute, dass das (teilweise ätherische) Öl, das beim Kaffeerösten freigesetzt wird, dank seiner Beschaffenheit das verharzende Fett vom Fleischbraten auflöst. Jedes dünnflüssige Öl geht auch leichter eine Verbindung mit dem Luftsauerstoff ein, volkstümlich nennt man das "ranzig werden". Das Kaffee-Öl ist eines der am leichtesten flüchtigen Öle. Und wie jedes gute Gewürz sein Aroma durch die ätherischen Öle ans Essen abgibt, so bestimmt das Kaffee-Öl das Aroma des Espressos.
Wenn Ihr Euch jemals über die Abgase beim Rösten geärgert habt - im Ventilator haben die Öle ihre segensreiche Wirkung. Und beim Genuß vom Espresso sowieso.
Das ist übrigens der erwähnte Fensterventilator:
nK


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