Mir ist beim Tampern etwas aufgefallen, das ich eine Überlegung und Erwähnung wert finde. Nichts wirklich Bedeutsames, aber vielleicht ein kleines Argument für das Knocken - besonders beim Bezug mit dem bodenlosen Siebträger.
Vor dem Tampern knocke ich gründlich den Siebträgerrand, damit sich das Kaffeemehl ordentlich setzt und sich die Korngrößen ein wenig vermischen. Schon lange ist mir aufgefallen, dass sich dabei Feinstaub unter dem Siebträger ablagert, habe mir aber nichts dabei gedacht. [Edit: Hab nicht aufgepasst und überholtes, weil mittlerweile mehrfach widerlegtes "Wissen" reproduziert. Die Korngrößen vermischen sich NICHT! Man sollte neue Threads nicht mitternächtlich im Halbschlaf produzieren!!!]
Irgendwann ist es mir bewusst geworden und ich wollte wissen, was es damit auf sich hat. Eine genauere Untersuchung hat ergeben, dass es sich dabei um die sogenannten Fines handelt - also Feinstaub, der so winzig ist, dass er durch die kleinen Bohrungen des Siebes rieseln kann.
Und diese Fines hatte ich schon immer im Verdacht, dass sie aufgrund der wesentlich vergrößerten Gesamtoberfläche beim Bezug überextrahieren und dadurch Schuld sind am bitteren Beigeschmack des Extrakts. Und mir ist aufgefallen, dass meine Bezüge oft so milde schmecken, dass ich mir angewöhnt habe, sie Sweet Shot statt God Shot zu nennen. Der Grund dafür dürfte sein, dass ich die Fines vor dem Tampern zu einem guten Teil aus dem Sieb klopfe. Und das geht nur beim Einsatz des Bodenlosen - bei einem normalen Siebträger fallen sie in den Siebträger und werden beim Bezug in die Tasse gespült.
Ich wette, viele hier im Board haben sich schon über die Staubkrissel in der Tasse gewundert, nachdem sie ihren Espresso getrunken haben. Bei mir war das jedenfalls so, als ich noch mit dem normalen Siebträger gearbeitet habe.
In diesem Sinne ist dies hier also ein kleines Plädoyer für den Knock-Tamper und den bodenlosen Siebträger.


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