So, jetzt hat es mich auch erwischt: Ich knie vor der Maschine, den Hals verrenkt, und beobachte den Kaffee, wie er aus dem bodenlosen Siebträger quillt.
Zuerst die schlechte Nachricht: Da passieren schon ganz seltsame Sachen in so einem Siebträger, die man mit Boden nicht mitbekommt: Stellen im Sieb, wo gar kein Kaffee rauskommt, ein dünner "Parallelstrahl" zum Hauptstrahl und noch so einiges ...
Die gute Nachricht: Das ist alles "reparabel", man muss nur wieder sorgfältiger arbeiten. Richtig fies gespratzelt und gespritzelt hat's noch nie, Küche ist noch unbefleckt, alles andere hätte mich auch zu tiefst geknickt.
Mein Fazit nach zwei Wochen bodenlosem Gezapfe: Ob es ein Muss ist, weiss ich nicht. Auf alle Fälle ist es sehr interessant und lehrreich, hätte ich nicht geglaubt. Man sieht tatsächlich sofort, ob man schlampig arbeitet, vor allem, ob man schlecht verteilt hat. Wieder mal wird deutlich, dass der Barista vor der Maschine die "limitierende" Komponente bei der Suche nach konstant guten Shots ist.
Ob der Kaffee aus dem Bodenlosen besser schmeckt, nur weil er keinen Boden hat, wie es hier oft geäussert wird? Keine Ahnung, glaube ich aber eher nicht. Er schmeckt wahrscheinlich besser, weil man genauer arbeitet.
In einem anderen Fred wurde gefragt "Luxus-Tamper oder Bodenloser?": Wenn schon, dann Bodenloser. Man kann immer dazu lernen - auch wenn man meint, man kann schon alles. Wenn man dann diese neue oder wiedererlangte Disziplin weiter anwendet, auch wenn man mit Boden unterwegs ist - um so besser.
Gruss
Plempel
Ach so, noch eins, just in case: Falls sich irgendwelche Bodenlos-Veteranen durch meinen Beitrag gelangweilt und genervt fühlen, weil sie das eh schon immer gewusst haben, dann tut es mir leid, ist mir aber wurscht. Dann bitte hier nicht weiterlesen.


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