Präinfusion - quick & dirty
Meine Elektra hat ja eine Elektra-Brühgruppe, sprich praktisch eine E61 ohne Vorbrühkammer und mit elektrischem 3-Wege-Ventil. Sie kann also von Haus aus keine Präinfusion und bringt mit der Rota von der ersten Sekunde an 9 Bar auf den Puck.
Das hat erstens den Nachteil, daß man nicht so fein mahlen kann wie mit Präinfusion, und zweitens sind gerade zickige Bohnen fast nicht ohne Channeling zu beziehen.
Über kurz oder lang würde ich gern Pumpe und Ventil separat schalten, um eine Präinfusion in beliebiger zeitlicher Länge einsetzen zu können. Beim Versuch, die Verkabelung zu verstehen, bin ich bisher allerdings gescheitert.
Um aber erstmal auszuprobieren, was die Präinfusion bringt, habe ich folgendes ersonnen:
Präinfusion - quick & dirty
1) kurzer Cooling flush, ST einspannen, Tasse drunter
2) Heißwasser beziehen (ca. 400 ml), bis die Pumpe anspringt
3) dann sofort Bezug starten
4) in den 5 Sekunden, in denen die Pumpe den Kessel füllt, liegen nur ca. 3 Bar an = Präinfusion!
5) wenn die Pumpe ausgeht, startet der eigentliche Bezug mit 9 Bar (ca. 25 Sekunden)
Ergebnis:
- praktisch kein Channeling mehr
- ich kann wesentlich feiner mahlen
- Espresso: mehr Körper, mehr Süße, weniger Säure, im Ganzen runder
Die Abkühlung des Kesselwassers macht sich kaum bemerkbar, das 6-Liter-Monster ist ziemlich temperaturstabil.
Auf Dauer ist das etwas nervig, vor allem bei mehreren Bezügen hintereinander wird auch der große Boiler aus dem Gleichgewicht kommen. Aber als Experiment fand ich das sehr spannend.
Machen das andere von Euch vielleicht auch so? Oder haben es schon mal probiert?
Elektra Sixties Deliziosa A3, V60, AeroPress // Mazzer Kony E, Mazzer Super Jolly, Hario Slim
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