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  1. #1
    Tara ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Zucker im Espresso...

    Am Wochenende habe ich mich in Sachen "Benimm" weitergebildet -
    war sehr intressant und kann ich jedem nur empfehlen, denn egal WIE gut man erzogen ist und wieviel man weiß, alle Regeln kennt man garantiert nicht.

    nun war der Abschluß ein größeres Essen, bei dem ich auf den Fauxpax hingewiesen wurde, Zucker zum Espresso zu nehmen, sei nicht richtig.
    Es würde zeigen daß ich von dem Kaffee der darin steckt nichts verstünde.

    Nun kann man garantiert geteilter Meinung sein, wie einem der Espresso besser schmeckt (ich trink ihn ja auch lieber mit Zucker)
    und es gibt auch den Thread und die Umfrage schon -
    mich intressiert nur die aussage "es sei nicht richtig"
    Begründen, denke ich, kann man es durchaus -
    gerade wenn es ein guter Espresso ist, daß man dann
    zum einen keinen Zucker braucht und zum anderen auch die feinen Röstaromen sozusagen in "süß" ertränkt.
    (Vielleicht liegts auch daran daß die halbe Welt, fruchtig, karamellig, marzipanig und ich weiß nicht was schmeckt und ich nur schokoladig (mit zucker) oder Bitterschokoladig (ohne Zucker) erkenne.)

    Mich intressiert nun auch die Meinung der Röster:
    empfindet ihr es als "mißáchtung" vor euren Bohnen, wenn der Espresso mit Zucker getrunken wird, mühsam "herausgerösteten" Geschmacksnuancen damit untergehen (oder gehen sie gar nicht unter, sondern werden nur eher unterstrichen)?

    Mich beschäftigt die Aussage seit gestern -
    gerne bin ich ja bereit meinen Horizont zu erweitern - mein erster zuckerloser Espresso war sogar überraschend gut
    andererseits scheint es doch auch extra Zucker zu geben, der besonders für Espresso geeignet sein soll.

  2. #2
    XPert ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    So ein Schwachsinn.. Es gibt keinen Einheitsespresso. Zudem ist Zucker ein Geschmacksverstärker, der in Maßen sicher auch einige Geschmacksnoten unterstreichen kann.

    Ich persönlich trinke ihn meistens pur, aber je nachdem auch mal mit Kakao, Milchschaum oder Zucker.

    Gruß XPert
    Rancilio Rocky Dosatore • Gaggia Classic • Bialetti Brikka •

  3. #3
    Holger Schmitz ist offline Moderator
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    Dann dürfte auch kein Salz/Pfeffer/Öl auf dem Tisch stehen um sein Essen den eigenen Ansprüchen/Wünschen entsprechend nachzuwürzen.
    Wobei ich das nicht mache da sich der Koch ja was dabei gedacht hat, es sei denn es ist nicht wirklich lecker und man kann damit noch was retten.

    In der letzten Zeit ertappe ich mich häufiger dabei den Espresso auch schonmal ohne Zucker zu trinken bzw. zu probieren, sollte er nicht schmecken kann ich es mit Zucker immer noch etwas ausgleichen (wobei es meist mein eigen zubereiteter Espresso ist der mir ohne Zucker nicht schmeckt).

    Grüße
    Holger

  4. #4
    Tara ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    Zitat Zitat von Holger Schmitz Beitrag anzeigen
    Dann dürfte auch kein Salz/Pfeffer/Öl auf dem Tisch stehen um sein Essen den eigenen Ansprüchen/Wünschen entsprechend nachzuwürzen.
    Wobei ich das nicht mache da sich der Koch ja was dabei gedacht hat, es sei denn es ist nicht wirklich lecker und man kann damit noch was retten.
    genau das ist der Hintergrund, warum man wohl nicht "nachwürzen" sollte, da man dem Gastgeber (dem man seine Wertschätzung entgegenbringt)
    dadurch nonverbal sagen würde, daß das Essen nicht schmeckt,.
    (Da er Restaurant und Essen meist sorgfältig ausgesucht hat, liegt es also in seiner Verantwortung)
    Mir gehts nun nicht um "den Espresso zu hause, in der Bar um die Ecke ... usw"
    sondern wirklich um diese hochoffiziellen Geschäftsessen
    um "die Einladung bei Bundespräsidentens oder Königs" usw...
    und in einem solchen Rahmen sei es eben "nicht richtig" .
    (nein ich glaube nicht, jemals in die Verlegenheit zu kommen, aber ich wüßte halt gerne wie es richtig ist...)

    Für mich komme ich derzeit grade zu dem Schluß auswärts sollte in in der Verlegenheit einer gehobenen Umgebung zu sein, keinen Espresso mehr zu trinken, also komme ich auch nicht in die Verlegenheit einen ggf. schlechten Espresso geniessbar machen zu müssen
    (bei der Gelegenheit: trinken Franzosen und luxemburger den irgendwie anders? größere Tassen oder so?)
    aber es läßt mir doch nicht so wirklich die Ruhe, daß nur der Zuckerlose Espresso "richtig" sein soll.

    PS: da stand auch kein Salz, Pfeffer etc auf m Tisch

  5. #5
    Greg67 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    zucker im espresso eher nein, im cappu oder caffé latte indes schon. da gerne auch unraffinierten bio voll-rohrzucker, z. b. von GEPA.


    [http://www.gepa-shop.de]


    den gibt's bei uns im edeka aber schon für 3,99€...
    Das Leben ist auch ohne Signatur schön, aber dennoch:

    +++ Bezzera Ellisse PM 1GR, Mahlkönig Vario Home +++
    +++ Bezzera BB105 AT, Cunill Tauro +++
    +++ Arrarex Caravel V3 Arancio +++
    +++ In Aufarbeitung: Gaggia Asso 2GR +++
    +++ Rancilio Miss Rancilio/ Nancy [stille Reserve], Petra Espresso Mahlwerk M20.07 [Altenteil] +++

  6. #6
    Bialettine.. ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    ..ich trank mal einen "Jägerchef" aka Yirgacheffe, der OHNE Zucker deutlich (!) flacher und unrunder schmeckte als mit.
    Zucker ist mMn vollkommen in Ordnung - es sei denn, man kippt eine halbe Tonne in die Tasse, das ist dann Banausentum und wird dem Espresso nicht gerecht.

    Zum Thema Salz/Pfeffer-
    Der Gastgeber, nehmen wir mal Königin Lisbett von England, meint es gut und lädt mich ein.
    Während Charles mein Knie begrabbelt, merke ich, dass das Hauptgericht komplett salzlos daherkommt, weil die Hausherrin es mag.
    Hmm,...muss ich es dann auch mögen, d.h. schweigen und es essen?
    Oder wäre es nicht auch vollkommen im grünen Bereich, wenn ich dezent nachwürze, weil ICH es so mag?

    Ja, die ollen Regeln, es ist ein Kreuz mit selbigen.
    Hat sich jemand mal ausgedacht und nun isses zu spät.

    Aber, im Ernst, ich würde oft davon ausgehen, dass es viele Gastgeber selbst nicht (besser) wissen und gerade im Bezug auf Espresso, der so oder so oftmals ein Stiefkind-Dasein fristet.
    Aus der Rubrik "Lebensweisheiten, die das Leben schrieb" lesen Sie nun..
    "War der Deckel zu lange runter vom Sprudel, ist der Blubber futsch für immer." (Unbekannter Autor)


  7. #7
    Tara ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    merke ich, dass das Hauptgericht komplett salzlos daherkommt, weil die Hausherrin es mag.
    Hmm,...muss ich es dann auch mögen, d.h. schweigen und es essen?
    Oder wäre es nicht auch vollkommen im grünen Bereich, wenn ich dezent nachwürze, weil ICH es so mag?
    nachdem was ich verstanden habe würde das Gericht nicht salzlos daher kommen, weil die Gastgeberin sich nicht darauf konzentriert, wie SIE es mag, sondern sie würde sich als aufmerksame Gastgeberin nach den Gästen richten.
    Würdest du dann nachsalzen, würdest Du ihr zu verstehen geben, daß sie
    ihren Gastgeberpflichten nicht richtig nachgekommen ist
    und würdest du das nonverbal Lisbeth zu verstehen geben wollen oder dann nicht lieber salzarm essen?

    ...
    und was ist nun mit dem Espresso...
    wie sehens die Röster?
    Mißachtung euerer Arbeit?

  8. #8
    espressionistin ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    Geschmack ist ja bekanntlich Geschmackssache, deswegen kann man in meinen Augen nicht einfach pauschal sagen, dass sich Nachwürzen (auch im Sinne von Zucker-in-den-Espresso) nicht gehört.

    Wenn jemand seinen Espresso lieber mit Zucker trinkt, gerne. Ich stell´zur Kaffeerunde nach dem Essen immer automatisch einen Zuckerstreuer auf den Tisch, wer mag darf sich bedienen. ich würde im Traum nicht auf die Idee kommen, dass dies meine Röstung in irgendeiner Form nicht würdigt oder diese herabsetzt.

    Und selbst wenn jemand den Zucker (oder das Salz, den Pfeffer...) nur nimmt, weil ihm das von mir zubereitete Ausgangsprodukt nicht schmeckt, werd´ich es überleben, da man es nunmal niemals allen recht machen kann, da ja wie gesagt...die Sache mit der Geschmackssache...
    Grüße,
    Sabine


  9. #9
    Bialettine.. ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    Zitat Zitat von Tara Beitrag anzeigen
    nachdem was ich verstanden habe würde das Gericht nicht salzlos daher kommen, weil die Gastgeberin sich nicht darauf konzentriert, wie SIE es mag, sondern sie würde sich als aufmerksame Gastgeberin nach den Gästen richten.
    Würdest du dann nachsalzen, würdest Du ihr zu verstehen geben, daß sie
    ihren Gastgeberpflichten nicht richtig nachgekommen ist
    und würdest du das nonverbal Lisbeth zu verstehen geben wollen oder dann nicht lieber salzarm essen?

    ...
    und was ist nun mit dem Espresso...
    wie sehens die Röster?
    Mißachtung euerer Arbeit?
    Die Arbeit der Röster wird, so denke ich, nicht missachtet, eher die des Zubereiters.
    Und zu Lisbett und dem Salze-
    Nun, wenn sie die Gäste nicht fragt, wie es der Einzelne gern hätte, dann ist Madame in dem Punkt eine nicht allzu gute Gastgeberin.
    Man kennt die Problematik ja auch beim Filet/Steak - oftmals kommt es ohne vorherige Nachfrage "medium" an den Tisch. Ich wollte es eher "english".
    Ergo, Gastgeberqualitäten (in dem Punkt) ungenügend.
    Aus der Rubrik "Lebensweisheiten, die das Leben schrieb" lesen Sie nun..
    "War der Deckel zu lange runter vom Sprudel, ist der Blubber futsch für immer." (Unbekannter Autor)


  10. #10
    Weltenbummler_207 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Zucker im Espresso...

    Für mich ein wunderbares Beispiel dafür, dass auch in solchen "Benimmkursen" viel Blödsinn garniert mit Halbwissen verzapft wird; schließlich könnte man den Engländern mit der gleichen Argumentation Zucker, Zitrone oder Milch im Tee verbieten.
    Gruß,
    Thorsten
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