AW: Optimaler Tamperdruck
Kennt jemand den Mann? Absolut faszinierendes Ergebnis.
Besonders die beiden Grafiken auf Seite 6 stellen mein Verständnis über die Wirkung des Tamperdrucks auf den Kopf. Sowohl die Füllmenge in der Tasse als auch der Extraktionsgrad sind über einen Bereich von 2.5kg bis 18.7kg praktisch konstant. Bei noch höherem Druck erhöht sich die Füllmenge und sinkt der Extraktionsgrad.
Besonders ersteres ist für mich ein völliges Mysterium. Ich hätte immer gedacht, dass zwischen Tamperdruck und Füllmenge eine reziproke Beziehung besteht, also "wenig Druck = rasches Durchplörren" und "viel Druck = mageres Tröpfeln". Das scheint aber überhaupt nicht so zu sein. Nahezu unabhängig vom Druck läuft immer gleichviel Espresso über die gesamte Bezugsdauer in die Tasse. Erst bei sehr hohem Druck verändert sich die Gesamtmenge, jedoch nach oben.
Ein Satz auf der nächsten Seite könnte auf die Erklärung hinweisen, nämlich "[im Bereich von 15.6kg bis 18.7kg Tamperdruck] war der Kaffeefluss aus dem Brühsieb zudem am konstantesten". Mir ist auch schon aufgefallen, dass bei zu hohem Tamperdruck aus dem anfänglichen Tröpfeln später ein viel zu starkes Fließen wird. Wahrscheinlich führt also der unterschiedliche Tamperdruck zu sehr verschiedenen Verlaufskurven der Flussmenge pro Sekunde (ml/sek) über die insgesamt gemessenen 25sek. Und diese Verlaufskurven laufen dann in der Summe auf mehr Espresso bei höherem Druck hinaus.
Jedenfall sehr spannende Resultate, insbesondere für diejenigen, die nicht mit Waage tampen. Merke: wenn der Kaffeefluss über die Bezugsdauer nicht relativ konstant ist, stimmt etwas mit dem Tamperdruck nicht. Extrem hilfreiche Heuristik!
"Did I miss a fucking meeting with the coffee? You can get every other flavor except coffee flavored coffee!
They got moccaccino, they've got chococcino, frappuccino, cappuccino, rapaccino, Al Pacino, what the fuck!" - Dennis Leary
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