Falls es nicht ein alter Hut ist, den alle außer mir schon lange kennen und praktizieren; hier ein Tip aus der Hexenküche vom „Nutty Professor“:
Ich habe momentan eine French-Press ausgegraben und ärgere mich natürlich prompt über den Schlamm, den man da unfreiwillig in der Tasse hat. Es versaut ganz eindeutig den Geschmack und macht keinen Spaß. Kurzes Brainstorming bezüglich greifbarer Filtermöglichkeiten (für feinstaubarme Mühlen hab´ ich schon genug Zeit vergeudet, die sind für mich eher Legende denn Wirklichkeit) brachte mich zu der Idee, einen Hario-Filter zurechtzuschneiden. Wahrscheinlich hätt´s auch einer aus der Aeropress getan (und vielleicht sogar besser), aber meine AP hab´ ich, hüstel hüstel, verkauft ...
... na, wie dem auch sei, so habe ich es gemacht:
FP demontieren, Papier-Filter (1-lagig) direkt vor dem Edelstahl-Sieb aufspießen und kreisförmig mit ca. 0,5 bis 1cm Rand abschneiden, FP samt Stempel mit kochendem Wasser vorheizen (den Stempel habe ich, damit das Filterpapier nicht strapaziert wird, in eine große Tasse gestellt) und dann bei 85 Grad 3 Minuten brühen. Stempel runter, 1a saubere Tasse genießen. Der Geschmack ist köstlich, der Filter scheint in dieser Form wesentlich weniger Kaffeeöle aufzunehmen (eher wie bei der AP), somit ist die Tasse differenzierter als beim Handfiltern und sauberer als bei der FP. Man kommt auf Anhieb recht nah an die Aeropress, jedoch ohne deren Gummi-Geschmack (der hat mich beim Upside-Down-Brühen immer sehr gestört) und mit gleicher Freiheit bei den Parametern.
Alles in allem ist es ein bisschen umständlich und man muss beim Runterdrücken des Stempels natürlich vorsichtig sein - aber ein gelungen extrahierter Brühkaffee ist schon eine Wucht und rechtfertigt zumindest gelegentlich etwas mehr Aufwand.
à votre santé!


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