Als leidenschaftlicher Kaffeetrinker und Physiker (ja, beides leidenschaftlich) geht mir seit einiger Zeit folgende Idee nicht mehr aus dem Kopf.
Zunächst die Grundlagen (bitte korrigieren, falls hier etwas nicht richtig ist):
Es geht mir hier darum, aus gerösteten Bohnen ein möglichst gutes Getränk herzustellen, Rösten und Qualität des Rohkaffees ist nicht das Thema. Wir haben also unsere gerösteten Bohnen, die gewisse Stoffe enthalten (Koffein, Säuren, Bitterstoffe, Aromastoffe,...). Ziel der Kaffeezubereitung ist nun, möglichst viele "gute" und wenig "schlechte" Stoffe aus den Bohnen ins Wasser zu extrahieren. Das jeweilige Ergebnis hängt von den drei Parametern Wassertemperatur, Druck und Kontaktzeit ab. Der Mahlgrad beeinflusst nur die Gesamtoberfläche des Pulvers und somit die Effizienz der Bohnennutzung bzw. beim Siebträger indirekt die Parameter Zeit und Druck. Espresso erzeugt ein besseres Ergebnis als Filterkaffee, weil durch die hier vorhandenen Parameter (= höherer Druck, geringere Kontaktzeit) mehr Aroma- und weniger Bitterstoffe gelöst werden und außerdem die Kaffeeöle nicht herausgefiltert werden. Soweit zum bisherigen Stand der Forschung.
Bei einer nach italienischer-Espresso-Verordnung arbeitenden Siebträgermaschine trifft das Wasser mit 9 bar auf die Oberseite des gemahlenen und gepressten Kaffeepulvers und tritt als Espresso am anderen Ende des Pucks bei Atmosphärendruck heraus. Das heißt, der Druck nimmt durch den Strömungswiderstand des Pulvers kontinuierlich ab, beträgt also in der Mitte des Pucks nur mehr 4,5 bar, am Ende gar nur mehr 0 bar. Siebträgermaschinen sind also nicht in der Lage Kaffee bei homogenem Druck zu extrahieren, der resultierende Espresso ist deshalb immer ein Kompromiss aus sehr hochwertigem Teil (d.h. bei optimalem Druck extrahiert) und minderwertigerem Teil (etwa gegen Ende wie beim Filterkaffee annähernd drucklos extrahiert).
Um die optimalen Parameter im gesamten Puck herzustellen, bestünde eine mögliche Konstruktion daraus, den Auslauf einer gewöhnlichen Siebträgermaschine ebenfalls unter Druck zu stellen. Angenommen, der ideale Druck wäre 7 bar, könnte man 7,5 bar oberhalb, 6,5 bar unterhalb des Pucks anlegen. Durch gröberen Mahlgrad und größere/mehr Löcher im Sieb bringt man die Durchlaufzeit auf günstiges Niveau (wegen geringerem Druckunterschied muss der Strömungswiderstand auch kleiner sein) und heraus kommt nur der edelste Teil des Espressos - der heilige Gral der Kaffeezubereitung.
Ist soweit alles nachvollziehbar oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?


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