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  1. #1
    Tobirista ist offline Benutzer
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    Standard Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Hallo zusammen,

    Frage eines gerade tiefer ind die Faszination dieses Hobby einsteigenden Heimbarista:
    Wie konstant und reproduzierbar gelingen euch eure Espressi?

    Ich mahle mit einer Hario Skerton Handmühle, deren Einstellung relativ grob ist, das heißt das "Feintuning" je nach Sorte und Tagesform muss ich per Füllmenge und Tamperdruck machen.
    Im Großen und Ganzen schaffe ich es schon mit jedem Bezug, ein trinkbares Ergebnis in die Tasse zu bekommen, aber Schwankungen gibt es immer, mal läuft der Espresso einen kleinen Tick langsamer, mal schneller, schmeckt mal eine Idee stärker oder dünner, hat etwas mehr Crema oder weniger.
    Einerseits hat ja der Kaffee seine "Tagesform" (je nach Alter, Luftfeuchtigkeit), aber auch wenn ich beim 2. oder 3. Bezug des Tages herausgefunden habe, wie es der Kaffee heute gerne hätte, ist da ja noch meine Tagesform, mal erwische ich einen Tick mehr Pulver, mal weniger, mal breche ich den Bezug ein paar ml früher ab, mal später (nach Augenmaß, die Füllmenge sieht halt in jeder Tasse anders aus...) etc.
    Und ab und zu ist da der "Godshot", ein Espresso bei dem einfach alles passt, bei dem ich mir denke "wow, schmeckt de geil, wenn's doch nur immer so klappen würde". Aber das gibt's halt nur alle paar Tage mal...

    Wie konstant sind die Ergebnisse bei euch?

    Ich rede jetzt nicht von Leuten, die den Kaffee auf's Zehntelgramm abwiegen oder mit einem dynamometrischen Tamper tampen, PID in der Maschine haben etc., sondern denjenigen, die wie ich halt nach Gefühl versuchen, es bestmöglich hinzubekommen. Schmecken eure Espressi immer gleich perfekt, oder ist es vielleicht der Reiz dieses Hobbys, immer auf der Suche nach dem Godshot zu sein, der einfach nicht jedes mal gelingen kann?

    Gibt es Tipps für Kaffees, die relativ narrensicher gelingen, sprich denen kleinen Schwankungen bei der Zubereitung nichts ausmachen? Einen "zickigen" habe ich bereits kennengelernt, der hat bei jedem Bezug anders geschmeckt, das ist auch irgendwo nervig.

    Gruß
    Tobi

  2. #2
    dergitarrist ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Innerhalb eines gewissen Rahmens immer anders aber (fast) immer gut. Mit dem Wort "perfekt" hab ich so ein bisschen ein persönliches Problem.

    Diesen Rahmen enger zu ziehen wird "nach Gefühl" aber vermutlich etwas schwierig. Weil die Technik (PID, Feinwaage etc.) da einfach genauer arbeitet als jedes Gefühl das je tun wird.

    Da muss man halt persönliche Kompromisse eingehen - je nachdem, wie eng man diesen Rahmen haben will und wie weit man bereit ist, Tamtam dafür zu betreiben.

  3. #3
    espressionistin ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Konstanz ist wohl das Ziel, dass die meisten hier anstreben aber die wenigsten erreichen. Dazu ist allein der Rohstoff Kaffee viel zu sehr Naturprodukt.

    Ich für meinen Teil sehe es so, dass größtmögliche Konstanz auf hohem Niveau eine feine Sache ist, weils naturlich toll ist, wenn der Kaffee immer gut schmeckt. Aber nicht um jeden Preis. Ich brauche weder die tägliche Feinwaage noch den dynamometrischen Tamper, Atomizer und Barometer und täglichen Mühlenreinigungsleermahlsonstwas Voodoo in der Küche.
    Gute Endgeräte, die möglichst konstant arbeiten, guter Kaffee (ich finde den Wilderer von Wild sehr gutmütig) und das reicht mir, meinen täglichen Espresso genießen zu können.

    Alles andere hat für mich Laborcharakter und ist schlicht nicht alltagstauglich.

    By the Way, wenn dich die Hario nervt: hier gibts ne Anleitung für stufenlos:

    Hilfe, schon 2. falsche Mühle gekauft...?

  4. #4
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Zitat Zitat von Tobirista Beitrag anzeigen
    Wie konstant sind die Ergebnisse bei euch?

    Ich rede jetzt nicht von Leuten, die den Kaffee auf's Zehntelgramm abwiegen oder mit einem dynamometrischen Tamper tampen, PID in der Maschine haben etc.,
    Mist. Damit bin ich gleich dreimal außen vor ...

  5. #5
    Tobirista ist offline Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Ich sehe es auch so, natürlich muss man einen gwewissen Aufwand betreiben, um sich auf einem halbwegs gleichbleibend hohem Niveau zu bewegen, aber eine allzu akademische Herangehensweise würde mir wohl den Genuss vermiesen.

    Die Sache "Naturprodukt" ist denk ich auch absolut ein Punkt. Ich denk mir auch immer bei Bohnenmischungen, ob es überhaupt möglich ist, immer das gleiche Verhältnis an Bohnen der verschiedenen Sorten im ST zu haben, oder ob man bei "20% Robusta" nicht einmal nur 15% Robustabohnen erwischt, ein anderes mal dafür 25.

    Gruß
    Tobi

  6. #6
    Tobirista ist offline Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Zitat Zitat von S.Bresseau Beitrag anzeigen
    Mist. Damit bin ich gleich dreimal außen vor ...
    Es sei dir ja vergönnt, aber wissenschaftliche Arbeitsweise wird den ganzen Arbeitstag von mir verlangt, da will ich dann nicht schon morgens beim Frühstück anfangen und nach dem Abendessen erst aufhören damit

  7. #7
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    PID und dynamometrischer Tamper sind kein Mehraufwand, das Abwiegen mit etwas Übung kaum: Meistens liege ich in etwa richtig und mahle nur 1x kurz nach.
    Ist keine Wissenschaft, nur Technologie

  8. #8
    Bialettine.. ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Zitat Zitat von Tobirista Beitrag anzeigen

    Wie konstant sind die Ergebnisse bei euch?

    ..je verkrampfter ich bin desto bescheidener läuft's.
    Dann ist man mit ca. 45ml (2er Sieb) nicht zufrieden, daddelt an der Mühle, dann wird es "zu viel", auch wieder nicht okay.
    Nicht nur der Kaffee bleibt dabei auf der Strecke, sondern auch der Spaß.

    Heute ist so ein Tag, ich bin mir meiner eigenen Verkrampftheit bewusst und will es eigentlich nur richtig gut machen.

    Deswegen verdaddel' ich nicht weitere Grämmchen des guten Stoffs, sondern pausiere.
    Soll die Bezzera doch frohlocken wie sie lustig ist..

    Merke: Locker durch die Hose atmen und alles wird gut.
    Geändert von Bialettine.. (09.02.2012 um 16:30 Uhr) Grund: Umbauarbeiten
    Aus der Rubrik "Lebensweisheiten, die das Leben schrieb" lesen Sie nun..
    "War der Deckel zu lange runter vom Sprudel, ist der Blubber futsch für immer." (Unbekannter Autor)


  9. #9
    Baristozopp ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Ich darf hier wohl auch nicht mitmachen?!? Ohne verschiedenste Waagen, Zeitmess- und Rührgeräte wird es bei mir gar nichts, weil ich optisch keinen Unterschied zwischen z.B. 7,5 g und 8 g im Sieb erkennen kann, aber geschmacklich eben doch! Und auch für die Durchlaufzeit spielt ein halbes Gramm hin und her eben schon eine große Rolle.

    Außerdem macht mir das Espressozubereiten mehr Spaß als das Trinken – viel mehr Spaß sogar! Und aus diesem Grund versuche ich alles ganz genau und ausgiebieg zu machen. Von mir aus kann die Zubereitung für so ein 25-ml-Gesöff dann auch eine halbe Stunde dauern.

    Naja, aber wenn ich ehrlich bin, schmeckt mein Espresso trotzdem nie gleich. Wahrscheinlich, weil ich ständig rumexperimentiere und manchmal produziere ich dabei eben auch richtig furchtbare Plörre. Aber ich weiß dann wenigstens fast immer, was ich falsch gemacht habe und bewege mich so langsam immer mehr in Richtung Seet- oder Godshot zu. Dauert nur noch ein paar hundert Jährchen...


  10. #10
    Bonsai-Brummi ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Reproduzierbarkeit des perfekten Espressos

    Zitat Zitat von S.Bresseau Beitrag anzeigen
    Ist keine Wissenschaft, nur Technologie
    Das sachst Du so in deinem jugendlichen Leichtsinn - während unsereins mehrmals täglich 'nen Mehrfrontenkrieg führt: Gegen Eigenarten der (ja, abgewogenen) Bohnen, die selbständige Mahlgradanpassung (an was auch immer...) der Santiago, den federlosen Handhebel und natürlich die berüchtigten äußeren Einflüsse wie Luftdruck und -feuchtigkeit...

    Weswegen an Reproduzierbarkeit gar nicht zu denken ist sondern allenfalls an Konstanz: Nur "trinkbar" sind allenfalls die ersten beiden Bezüge nach dem Bohnenwechsel
    Home=Office: Zassenhaus Santiago -> TamperBell Alu orange -> La Pavoni EN
    On Tour: Zassenhaus Havanna -> Bialetti auf Gaskocher oder Elettrika 12V

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