Jahresrückblicke haben aus natürlichen Umständen derzeit Hochkonjunktur. Warum also nicht auch im Kaffee-Netz? Für mich bietet sich ein Rückblick an, weil ich vor ziemlich genau einem Jahr angefangen habe, mich etwas intensiver mit Kaffee zu beschäftigen - und das Kaffee-Netz hat seinen Teil dazu beigetragen. Vielleicht hat ja der ein oder die andere Lust von seinem/ihrem "Kaffee-Jahr" 2008 zu berichten. Ich mach dann mal den Anfang:
Passend zu Weihnachten wollte ich meiner besseren Hälfte eine Freude machen und die schwächelnde Senseo durch was "besseres" ersetzen. Entgegen meiner Überzeugung, dass Qualität seinen Preis hat, fischte ich einen gebrauchten Vollautomaten eines Billigherstellers für knappe 100 Euro aus dem ebay-Becken. Leider kam das Ding nicht rechtzeitig zu Weihnachten, so dass unter dem Gabentisch nur ein Placebo-Kaffeepack lag, der den Einzug der hohen automatischen Kaffeekultur schon mal ankündigen sollte. Ich mache es kurz. Das Gerät kam, war Schrott, funktionierte nie richtig und landete ein paar Wochen später beim Elektromüll. Ich bekam große Aversionen gegenüber Plastik-Kaffeemonstren, mit billigen Displays und Elektronikschnickschnack, mit dem eben dieser VA ausgestattet war. Das Einfache ist oft das Beste entsann ich mich und mir kam recht schnell ein Gedanke. Ein ehem. Arbeitskollege von mir kredenzte mir des öfteren einen Kaffee mit seiner Dampfmaschine, die nostalgisch und pur anmutete und zudem trinkbare Ergebnisse ablieferte. Es handelte sich um eine La Pavoni Europiccola. Eine solche besorgte ich mir mit dem Weihnachtsgeld und kam recht schnell auf den Geschmack. Eine Mühle musste her - erst eine schlechte, dann eine bessere. Mir wurde schnell klar, dass die Bohnen aus dem Supermarkt nicht der Zenit der Kaffeekunst sind und fand u.a. über das Kaffee-Netz schnell Röster, die besseres zu bieten hatten. Als künstlerisch veranlagter Mensch eröffnete sich mir die Oberfläche des Espresso auch schnell als Leinwand für Latte Art und die Pavoni erwies sich auch zum Schäumen als sehr geeignet. Die Faszination Kaffee begann für mich und nach 3 Monaten besuchte ich ein Barista-Seminar, das Grundkenntnisse festigte und Lust auf mehr machte. Ein Höhepunkt des Jahres war der "Tag des Kaffees" Ende September. Für 2 Stunden durfte ich da in einem Kaffee einer Freundin an einer La Cimbali M32 Dosatron aktiv sein und den Gästen Latte Art Cappuccinos basteln. Und zur Afterwork Feier unserer Firma mietete ich eine Livia und war auch da stundenlang mit Tampen, Schäumen und Schütten beschäftigt. Zuhause entfachte häufiges Stöbern im Kaffee-Netz auch schnell die Lust auf ein Maschinen-Upgrade, welchem ich bis dato jedoch Stand halten konnte (nicht nur aus finanziellen Gründen). Die Pavoni ist für meine Bedürfnisse momentan immer noch optimal und so beschränkte sich das Upgrade auf einen erneuten Mühlenkauf vor knapp einer Woche. Beim Kaffee bin ich derzeit bei der Rösterei Supremo hängengeblieben und zu meinem Geburtstag hab ich mir und meinen Gästen den hervorragenden "Imperiale" gegönnt. Das Beste, was ich bisher in der Mühle hatte. Der stolze Preis der Bohnen wird allerdings dazu führen, dass der Kaffee nichts für den Alltag ist - aber Luxus ensteht ja durch VerzichtIn diesem Sinne schaue ich genussvoll auf das vergangene Jahr zurück und bin gespannt, was 2009 folgen wird. Ein großes Dankeschön an dieses Forum hier, das mir viel geholfen hat und welches immer wieder die Motivation hochhält, das beste aus den Bohnen rauszuholen.


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