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  1. #1
    mxmlan ist offline Benutzer
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    Reden Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Hallo liebes Kaffee-Netz,

    es gibt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits einige dieser Threads, jedoch möchte ich euch meine Geschichte des gestrigen Tages nicht vorenthalten.

    Es war der 30. Dezember 2008, ein Dienstag, an dem ich beschloss mir nun endlich die lang gewünschte Rancilio Silvia und Rocky SD Mühle zu bestellen. Nachdem ich einige Antworten bezüglich eines günstigen Onlineshops erhielt, bestellte ich prompt um freute mich dann zunächst auf die Feiertage.

    Nach langer Wartezeit, wie es jedoch wohl nur mir vorkam, wartete ich gespannt jeden Werktag ab und hoffte täglich auf das erlösende Klingeln an meiner Haustüre. In dieser Zeit machte ich wohl bereits zwei Müllmännern und einem Postboten aufgrund meiner schnellen Handlung, d.h. das Öffnen der Türe, gute Laune.

    Gestern, am 5. Januar 2009, ein Montag, ging ich unwissend von der Arbeit nach Hause um den Tag ausklingen zu lassen. Zuhause angekommen fiel mir bereits beim vorbeigehen am Postkasten eine orangefarbene Karte auf, die bei mir oftmals Freude auslöst. Meine Freude war jedoch etwas gefesselt, da ich um 20 Uhr hätte bei einem gemeinsamen Abendessen sein müssen und die Post ebenfalls nur bis 18:30 Uhr geöffnet hatte. Ich leerte also ohne groß nachzudenken meinen Rucksack, holte das Geld, packte den Zustellungsbescheid ein und lief auf direktem Weg zur Post um keine Zeit zu verlieren.

    Ich wusste bislang ja noch nicht einmal ob mir der liebe Postbeamte das Paket überhaupt geben würde, da diese im Regelfall ja eigentlich erst am nächsten Werktag ausgegeben werden. In meinem Fall wäre dies morgen gewesen.


    In der Postfiliale angekommen erwartete mich, um ca. 17:45 Uhr, eine Masse an Leuten wie ich Sie in dieser Filiale bisher noch nicht gesehen hatte. Die Schlange führte, vergleichbar wie im Spiel Snake, um diverse Regalsysteme, Tische und Sonderposten direkt auf die Straße vor der Filiale. Nach einem kleiner Seufzer stellte ich mich dann jedoch trotzdem an, da ich ja schließlich mein Paket entgegen nehmen wollte.

    Mittlerweile war es 18 Uhr, als die Schalter langsam in Sichtweite kamen und ich die Postbeamten besser mustern konnte. Alle sahen sehr ermüdet aus, hätten einen guten Espresso gebrauchen können (oder auch 2, vielleicht doch einen aufgebrühten Koffein-Schocker?). Bewusst versuchte ich zu einer weiblichen Postbeamtin zu kommen, die sogar nach der Filialleitung aussah, jedoch auch am freundlichsten wirkte. Als ich endlich drankam landete ich jedoch wider erwarten bei einem männlichen, scheinbar sehr genervten und ermüdeten Mann, der mir mit einem etwas unfreundlichem "Ja?" zunächst meine Briefe abnahm, die ich versenden wollte. Während er arbeitete fragte ich dann (wahrscheinlich etwas vorsichtig), ob er vielleicht nach meinem Paket sehen könnte, das heute um ca. 9:30 Uhr hätte geliefert werden sollen. Er machte keinen begeisterten Eindruck, verschwand aber prompt mit meiner Karte im Paketlager. Nach kurzer Zeit sah ich bereits wie der _nette_ Herr mit einem kleinen Hubwagen und einem Paket guter Größer an den Postschalter zurückkehrte. Auf die Frage hin, ob ich mit dem Auto hier sei, erwiderte ich und blickte nach draußen. Er merkte an, dass das Paket sehr schwer sei und hatte wohl bedenken das ich das Paket heimbringen könnte. Mir war das aber zu dem Zeitpunkt völlig egal, da ich voller Freude eigentlich nur Heim wollte, egal wie. Ich bezahlte also, nahm die Quittung und ging zu dem Paket. Es war nach wie vor wahnsinnig voll und die Leute schauten mich auch etwas belustigt an, als sie sahen, dass ich das große Paket zu tragen versuchte (großes Paket, Gewicht ca. 21 - 23 Kilogramm). Das mag für einen kräftigeren Herren wohl kein allzu großes Problem darstellen, für meine Statur und meinen Geschmack jedoch etwas zu schwer. Ich hatte bereits 8 Stunden Arbeit hinter mir, als ich mich mit dem Paket auf einen kleinen Spaziergang von ca. 1 Kilometer machte (wirklich nicht die Welt!). Nach ca. 100 Meter musste ich das Paket das erste Mal abstellen, da es etwas blöd zu tragen war. Nach der Hälfte des Weges konnte bzw. wollte ich es nicht mehr tragen. Ich hatte Glück, dass das Paket in einem zusätzlichen Karton verpackt war, und ich es also, dank Schnee und Eis (danke auch an den Winterdienst, der wohl vergaß die Strecke zu streuen), eine lange Strecke schieben (!!!) konnte. Zugegeben, es war keine geniale Idee, aber ich hätte das Paket nicht mehr weit tragen können, weil ich es sonst wohl ruckartig hätte fallen lassen müssen (aufgrund der Muskelschwäche!!). Zuhause angekommen separierte ich zunächst den durchnässten Karton aus und stellte die beiden wundervollen Pakete auf meinen Küchentisch.



    Ich fing mit der Mühle an. Ausgepackt wunderte ich mich zunächst, warum das Gerät dermaßen dreckig war (es war wirklich viel Kaffeemehl, das durch den Transport wohl über die ganze Mühle verteilt wurde). Ich dachte erst, dass das Gerät gebraucht war, wunderte mich aber dann über das durchaus „original“ verpackte Erscheinungsbild bis ich einen kleinen Zettel mit folgendem Text fand (einigen wohl bekannt):

    WICHTIG
    Sehr Geehrter Kunde
    Wir prüfen hunderprozentig alle unsere Geräte.
    Der Dosier-Múhle, der Sie gekauft haben, sorgfältig geputzt worden ist, aber ist es möglich dass Sie drinnen noch ein billchen Kaffeepulver finden können.
    Wir danken für Ihr Verständnis.




    Nun gut, ich machte die Mühle also sauber und stellte das Gerät anschließend auf meine Arbeitsplatte. Die Maschine folgte, noch etwas nass vom Test nach der Brühdruckreduzierung (Vermutung!). Es war mittlerweile 18:45 Uhr geworden, d.h. nachdem die Geräte angeschlossen und geputzt waren. Ich hatte also noch gut 1 1/4 Stunden Zeit um Kaffee zu besorgen und mir einen Espresso zuzubereiten. Mir war aktuell völlig egal, dass in meiner Wohnung diverse leere Kartons rumstanden, zudem die nasse Jeans (auch oben, weil ich versuchte das Paket nach der Schiebeaktion weiterhin zu tragen), die feuchten Schuhe und die Küche die zu dem Zeitpunkt noch voller Kaffeemehl war.

    Ich fuhr mit dem Fahrrad, obwohl es glatt und verschneit war. Ich musste mir aber unbedingt noch einen Kaffee machen, unbedingt! 19:10 Uhr - Ankunft im Kaffee, Espresso und Barista in Nürnberg. Ich hatte vor lauter Eile mein Fahrradschloss vergessen, weshalb ich im Laden wohl etwas unruhig wirkte und ständig nach draußen blickte. Ich bestellte mir 500g der milden Röstung vom Samstag. Ich musste mich noch kurz dafür entschuldigen, dass ich dieses Mal keine gemahlenen Bohnen wollte, da der wunderbare Geruch ausblieb. Nun war es soweit, nur noch kurz von meinem Glück entfernt fuhr ich so schnell (und vorsichtig) wie möglich nach Hause.

    19:30 Uhr - Ankunft Zuhause. Ich musste mein Fahrrad etwas abspülen (wegen dem vielen Schnee und Salz). Um 19:45 Uhr dann endlich die erste Möglichkeit. Die Maschine war bereits gut über eine halbe Stunde aufgeheizt. Ich befüllte die Mühle also mit wenigen Bohnen, sodass ich mit dem Mahlen beginnen konnte. Ich hatte keine Ahnung welchen Mahlgrad ich hätte einstellen müssen, weshalb ich auf gut Glück versuchte einen feinen Mahlgrad zu wählen. Die Dosierung fiel mir schwer, weshalb ich einen kleinen Dosierer meiner French Press hernahm (laut Prägung genau 7g!). Ich füllte das Kaffeemehl also in das 1er-Sieb und tamperte (bitte nicht schlagen!) mit dem Tamper von Rancilio (da nichts anders vorhanden war). Den Druck (17 Kilogramm), versuchte ich nach Gefühl zu bestimmen. Abgesehen davon, dass der Tamper zu klein für das Sieb ist (und deshalb am Rand das Kaffeemehl etwas rauskam) kam ich mir wahnsinnig unsicher vor bei dem was ich tat. Nun war ich nur noch einen Knopfdruck von meinem Espresso entfernt. Ich betätigte den Bezug und wartete. Zunächst brummte die Maschine vor sich hin als nach einer kleinen Weile ein sehr feiner schwarzer (tiefschwarz!) Strahl (ähnlich eines Baches) aus dem Siebträger kam. Nach ca. 5 Sekunden brach die Euphorie jedoch ab, als das Kaffeemehl zu brechen schien und nun die Blondphase begann. Der Espresso war dunkel und die Crema sehr hell mit leichten dunklen Flecken (einem Hauch kräftiger Crema also). Der Satz war eben bis auf die Ränder fest. Der Geschmack war etwas bitter. Ich hatte keine Möglichkeit einen zweiten Versuch zu starten, sondern machte die Maschine und den Platz etwas sauber und entlüftete. Das Licht ging aus.



    Die einigen werden es vielleicht lesen (und hier ankommen), die anderen vielleicht auch nicht. Ich würde mich über eure Erfahrungen jedenfalls auch freuen, vielleicht ist euch ja ähnliches passiert.

    Viele Grüße,
    mxmlan
    Geändert von mxmlan (06.01.2009 um 14:35 Uhr)

  2. #2
    plempel ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Das Licht ging aus.
    Hast Du die Stromrechnung nicht bezahlt oder ist die Maschine kaputt? Oder verstehe ich die Pointe nicht?

    Abgesehen davon freut es mich, dass Du Dich freust und weiterhin viel Spass.

    Gruss
    Plempel
    Oscarchen & Macinacaffe Lux :: Schneid Pinoro & Costa Rica :: DeLonghi EAM 3000

  3. #3
    helle ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Sehr schöner Bericht,

    herzlichen Dank!

    Helle
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  4. #4
    Doppio-Dirk ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Hallo mxmlan,

    das erinnert mich an meine Geschichte, als mein allererster Mac-Rechner geliefert wurde. Ich verpasste die heißersehnte Lieferung und rief entsetzt in der UPS-Zentrale an, man lokalisierte den Fahrer im 10km entfernten Ort und sprach mit ihm eine Übergabe auf dem Supermarktparkplatz während der Mitagspause ab, heutzutage geht das auch nicht mehr...

    Jedenfalls, zurück zum Thema, versuche erst mit dem 2er Sieb gut zurecht zu kommen, das 1er Sieb ist nicht so das Beste. Dazu wirst Du hier im Forum einiges finden (LM 1er).


    Viele Grüße, Dirk

    P.S.: Das Bild hängt schief...
    Geändert von Doppio-Dirk (06.01.2009 um 13:41 Uhr) Grund: Das Bild hängt schief...
    Rancilio Silvia | Compak K-3 Touch | Bianchi

  5. #5
    mxmlan ist offline Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Zitat Zitat von plempel Beitrag anzeigen
    Hast Du die Stromrechnung nicht bezahlt oder ist die Maschine kaputt? Oder verstehe ich die Pointe nicht?

    Abgesehen davon freut es mich, dass Du Dich freust und weiterhin viel Spass.

    Gruss
    Plempel
    Hi Plempel,

    das Licht ging aus, weil ich gehen musste (das gemeinsame Abendessen!)

    Gruß
    mxmlan

  6. #6
    plempel ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    P.S.: Das Bild hängt schief...
    Auweia!

    YouTube - Loriot - Das Bild hängt schief

    Hi mxmlan,

    na dann passt ja alles!!

    Gruss
    Plempel
    Oscarchen & Macinacaffe Lux :: Schneid Pinoro & Costa Rica :: DeLonghi EAM 3000

  7. #7
    Ranger Kevin ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Aber echt schöne Fotos, du scheinst sowas öfter zu machen, oder?
    mfg der Kevin

    Equipment:"Custom" Gaggia CC" | Mahlkönig Vario 2.0 | Backup: Handfilter + Sözen Handmühle
    Wissenswertes:
    Greift Kaffeefettlöser wirklich Aluminium an? Wir haben es getestet... | Reinigungsanleitung Gaggia CC (PDF)

  8. #8
    Axel2803 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    ein toller Bericht. Du sitzt doch jetzt bestimmt auf heißen Kohlen, oder?
    Viel Spaß heute Abend...

    Gruß, Axel
    Dalla Corte Mini, Mazzer Mini E/A, Behmor 1600

  9. #9
    Kaffeetante25 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Klasse Story!!!
    Oscar (Brühdruck 9bar) & La San Marco SM90


  10. #10
    saecoroyal ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Die Geschichte meiner Rancilio Silvia und Rocky

    Hi mxmlan,

    nett erzählte Story, danke fürs mitnehmen.
    Viel Spaß und Erfolg mit der neuen Kombi.

    Gruß Willi

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