Der Traum vom Schaum
Was ist das? Der Hund hat’s nach dem Waldausritt vor der Schnauze, das Pils wartet oft sieben Minuten vergeblich darauf und vor ein paar Jahren war es von einer gelungenen Großraumparty nicht wegzudenken. Genau, das ist der Schaum. Doch nicht nur bei Tollwut, Suff und Feierei ist der wolkige weiße Dunst ein untrügliches Qualitätsmerkmal. Auch was so ein richtig weltgewandter Kaffee sein will, muss eine standfeste und trotzdem fluffige Schaumschicht vorweisen können. Nur der Weg dahin ist ein steiniger und war zudem oft ein Quell von fatalen Fehlern.
Da wurde der frische Kuhsaft in der Vergangenheit schon mal im Wasserkocher erhitzt und dann stundenlang mit einem Schneebesen verprügelt, bis wenigstens die oberste Fetthaut vor lauter Schreck ein wenig Haltung annahm. Bei fortgeschrittenen Selbstschäumern kam auch gerne einer dieser Glaszylinder zum Einsatz, bei denen man ein Sieb wie einen Kreisel auf und ab schusserte und damit für reichlich Wirbel im Laktoseteich sorgte. Leider wurde durch das Gewedel nicht nur Luft in die Milch geschäumt, sondern auch ungefähr die Hälfte derselben zurück an die Luft. Mit verheerenden Folgen für Möbel, Böden und schmerzempfindliche Händchen.
Es wurde also höchste Eisenbahn, einen Weg zu finden, um dem geliebten Bohneneinlauf zu jeder Zeit eine stattliche und stets taftig sitzende Schaumkrone zu verpassen. Sobald er die nämlich hat, kann er sich auch guuten Gewissens einen coolen Namen ausdenken und in Zukunft als Macchocino, Cappolatte oder Laitolé hausieren gehen. Doch woher nehmen, wenn nicht vom Italiener nebenan? Machen wir’s kurz: Das Einzige, was man bräuchte, wäre ein guut beschichteter, vollautomatischer, kabelloser und verlässlich arbeitender Schäumtopf für wenig Geld – und da sind wir uns einig, so was findet man einfach nicht.
Weiterhin also viel Spaß beim Handschlagen …
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