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  1. #1
    Anna ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Werte Gemeinde,
    da sich hier viele mit beeindruckenden Kenntnissen der Haus-Elektrik tummeln, hoffe ich auf Hilfe von Euch.
    Gestern bei meinen Eltern ereignete sich folgendes Phaenomen:
    Ich steckte meinen Laptop (2 adriges, ungeerdetes Kabel von Steckdose zu Netzteil) in eine Steckdose am Haus ein -- und bekam vom aeusseren Teil des in den Laptop gehoerigen 16V-DC-Steckers eine gewischt. *brizzel* Normalerweise sollte ja diese Aussenseite nicht unter Strom stehen... Andere Steckdose probiert, gleicher Effekt. Vater mit Messgeraet gerufen, bis das zusammengebaut war, war der Effekt weg.
    Etwa 2 Stunden spaeter ist er dann wieder aufgetreten, und zwar konsequent den Rest des Abends, so dass man auch messen konnte:
    Zwischen der vermeintlich neutralen 16V-DC-Steckeraussenseite und der Erde (=Boden im Garten) liegt eine Wechselspannung von 85V an. Mit dem ebenfalls ungeerdeten 20V-Netzteil eines anderen Laptops sind es 106V. Beim geerdeten Netzteil eines 3tten Laptops war dann keine Spannung zwischen DC-Steckeraussenseite und Boden zu messen.

    Das ganze war vollkommen unabhaengig vom Ein- und Ausschalten diverser Elektrogeraete bzw Sicherungen ganzer Etagen im Haus; wir haben auch Steckdosen an zwei verschiedenen Phasen probiert, immer dasselbe.

    Dieses Phaenomen ist ziemlich neu, wuerde aber erklaeren, warum schon vor einer Woche der Laptop meiner Eltern etwas unter Strom zu stehen schien. Vorher war das aber nie!

    Hat einer von Euch eine Idee, was da los sein koennte?
    Wenn ich aus 220V->16V meines Laptoptrafos hochrechne, sind die 85V am Stecker aus ca. 1150V entstanden... falls man das einfach so rechnen darf, wo kann denn bitte SO eine Spannung auf einmal herkommen?

    Verwirrte, leicht gebrutzelte Gruesse,
    Anna
    Gaggia CC + Ascaso i-mini

  2. #2
    betateilchen ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Wieso hast Du eigentlich an der DC-Außenseite (DC=Gleichspannung) eine Wechselspannung gemessen?

    Tritt der Effekt auch auf, wenn Du den zweipoligen Stecker um 180° gedreht in die Steckdose steckst?

    Deine "Hochrechnung" ist übrigens so nicht richtig Aber das jetzt zu erklären, darüber könnte man glatt eine Diplomarbeit verfassen.
    Manchmal gehen mir meine Meinungen auf die Nerven. Aber ich habe keine anderen. (Werner Schneyder)

  3. #3
    nobbi-4711 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Hm, ist das ein altes Haus? Haben die einen FI? Hört sich für mich so an, als würde da Kriechstrom am Masseleiter anliegen...ich würde auf jeden Fall den Elektriker verständigen.

    Greetings \\//

    Marcus
    Seit Jahren die erste Dallacorte Mini EX4 -> also Vorsicht, subjektiv

    Gehabt und wieder los: Marzocco GS3, PID-Silvia, Carimali UNO E, Bezzera 99 (brühdruckgetunt), Hebelchen-Pavoni

  4. #4
    koffeinschock ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    wie alt ist denn die installation im elternhaus? evtl. ist irgendwo was nicht richtig verdrahtet - das geerdete netzteil ohne spannung spricht dafür -> die spannung wird wohl über den pe abgeleitet.
    Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
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  5. #5
    nacktKULTUR ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Zitat Zitat von Anna Beitrag anzeigen
    Hat einer von Euch eine Idee, was da los sein koennte?
    Die beschriebenen Erscheinungen sind mir nur allzu vertraut. Wenn man an einen der beiden Netzteil-Leiter fasst, bekommt man eine gewischt. Das Phänomen beruht auf der kapazitiven Verbindung zwischen Strom-Netz und dem erzeugten Gleichstrom. Der Gleichstrom wird gewonnen, indem die Netzspannung mittels Thyristoren in Frequenzen um 40kHz zerhackt wird, und dann durch einen entsprechend kleinen Ferritkern-Transformator transformiert und in der Folge gleichgerichtet und geglättet wird. Die dabei entstehenden Streuspannungen werden überhaupt nicht gefiltert, wodurch sich ein ansehnliches Potential gegen Erde bildet.

    Diese Netzteile sind aus Gewichts- und vor allem aus Kostengründen so primitiv aufgebaut. Leider habe ich keinen anderen Rat als die Leiter möglichst nicht anzufassen.

    Gruß,
    nK
    Izzo Alex Duetto #0028 · Baby Gaggia 1986
    Rancilio Rocky D · 3 x Gaggia MDF
    Gene CBR-101 · Hearthware Precision

    • 70er Jahre: Turmix TX10 & Turmix 808
    • 80er/90er Jahre: Baby
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    • 2007 Gaggia Titanium, ECM Technika-III

  6. #6
    Anna ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    betateilchen,
    das ist ja genau was ich auch so unangenehm am ganzen finde...
    Bei einem 16V-Stecker fuer'n Laptop sollte mE nur zwischen Aussenseite (auf Erd-Potential) und innenliegendem Pin eine Gleichspannung von 16V anliegen. Dafuer hat man doch Trafo und Gleichrichter im Netzteil...

    Wogegen halt auch die vermeintlich neutrale aussenseite unter Wechselspannung steht.
    Zwischen Innenpin und Aussenseite waren 0V Wechselspannung und die zu erwartenden 16V Gleichspannung zu messen.
    Daher schaetze ich, dass irgendwie das "Ganze" (haha, hier liegt ja eins meiner groesseren Verstaendnisprobleme in Sachen Haus-Elektrik) unter Wechselspannung steht.
    Zweipolstecker umdrehen hat keinen Unterschied gemacht.

    Dass die Trafogeschichten ein bisschen komplizierter sind als Dreisatz, glaube ich Dir gern. Das recht konstante Verhaeltnis
    Nennspannung/Problemspannung = 16V/85V = 20V/106V
    schaut allerdings verdaechtig nach Linearitaet aus... Dass es Schalter und Schutzgeraete fuer 1150V AC Spannung zu geben scheint, gibt dann zusaetzlich zu denken.
    Ich waere aber sehr dankbar fuer eine grobe Erklaerung, wie's richtig funktionieren wuerde!

    Marcus und Koffeinschock:
    Das Haus ist ziemlich genau 20 Jahre alt, hat sehr sicher einen FI-Schalter, und schien von der Elektrik her bisher immer ordentlich zu sein. Deshalb ist es ja auch so ueberraschend was da passiert, und dass z.B. der FI nicht ausloest dabei...
    Gaggia CC + Ascaso i-mini

  7. #7
    Anna ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Zitat Zitat von nacktKULTUR Beitrag anzeigen
    Diese Netzteile sind aus Gewichts- und vor allem aus Kostengründen so primitiv aufgebaut. Leider habe ich keinen anderen Rat als die Leiter möglichst nicht anzufassen.
    Bei meinem Billignetzteil wuerde ich das ja gern gelten lassen, nur passiert das anderswo (zu Hause, Buero, bei meinen Eltern vor letztem Wochenende) eben nicht. Das 20V Netzteil ist auch noch ein originales, und hat solche Zicken auch bisher nicht (und v.a. nirgendwo sonst) gezeigt. :-S
    Deswegen ist das Haus eher verdaechtig als die Netzteile.

    Jedenfalls schon mal danke allerseits.
    Gaggia CC + Ascaso i-mini

  8. #8
    florenz-k ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    Das Haus ist ziemlich genau 20 Jahre alt, hat sehr sicher einen FI-Schalter, und schien von der Elektrik her bisher immer ordentlich zu sein. Deshalb ist es ja auch so ueberraschend was da passiert, und dass z.B. der FI nicht ausloest dabei...
    Was sichert der FI denn alles ab? Es kann sein, daß z.B. nur das Bad oder Bad und Küche abgesichert sind. Ist bei uns im Haus (Elektrik vor 8 Jahren komplett erneuert) so - das habe ich erst gemerkt als an der Bastelmaschine beim Einsatz in der Küche der FI flog, im Keller vorher nicht.
    Gruß
    Frank
    la pavoni professional, rancilio audrey (zu verkaufen), rancilio md50, gaggia cc,
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    auf der Werkbank: aurora brugnetti mc1 (francesconi)



  9. #9
    koffeinschock ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Elektrik-Versteher zu Hilfe!

    der fi muß bei dem netzteil nicht unbedingt zum tragen kommen, da es üblicherweise schutzklasse II ist (schutzisoliert). bei einfacheren geräten ist es aber manchmal so, daß ein 'spartrafo' verbaut ist. neuere computernetzteile haben aber alle pfc (auch weil es mittlerweile vorschrift ist, um ein ce-zeichen zu bekommen, egal ob aktiv oder passiv). die spulen sind ja absichtlich so klein, da die induktivität auch von der frequenz abhängig ist.
    die elektroinstallation in dem haus ist zu 'neu' um noch in klassicher nullung aufgebaut zu sein - evtl. sollte man wirklich mal einen elektriker holen, der sich die installation nochmal anschaut und evtl. auch das mit dem netzteil sich nochmal näher anschaut (und mißt)
    Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
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  10. #10
    Joerky ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von Anna Beitrag anzeigen
    Das 20V Netzteil ist auch noch ein originales, und hat solche Zicken auch bisher nicht (und v.a. nirgendwo sonst) gezeigt. :-S
    Deswegen ist das Haus eher verdaechtig als die Netzteile.

    Jedenfalls schon mal danke allerseits.
    Das es am Haus liegt ist nachvollziehbar - muss aber nicht heißen das die hier beschriebenen Bauarten der billigen Schaltnetzteile nicht auch ihr Restliches dazu tun. Will heißen: Strom fließt nur da wo er fließen kann. Und wenn Du im fraglichen Haus barfuß in einer geerdeten Salzwasserpfütze stehst, wird es sicher mehr in den Fingern kribbeln als wenn Du in einem anderen Haus in Filzpantoffeln auf Plüschteppich stehst - in beiden Fällen mit dem gleichen Netzteil.

    Ich denke das Du die 85 Volt immer messen wirst - egal wo und in welchem Haus. Nur das es eben noch von weiteren Umständen abhängt ob Du diese 85 Volt fühlst oder nicht.


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