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  1. #1
    tanatan ist offline Benutzer
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    Lächeln Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    So, ich wollte mich mal zu Wort melden, weil ich denke, dass es manchen so wie mir geht. Erst mal alle Achtung, in diesem Forum gibt es wirklich unheimlich viele wertvolle Tips und Tricks (so man sie findet) aber manchmal besteht die Gefahr Anfänger, die einfach einen guten Espresso trinken wollen, etwas zu verängstigen. Dazu möchte ich mal sagen: wichtig ist
    1.der Geschmack
    2.der Geschmack
    3.das einem der Espresso schmeckt
    Ich habe mir das Espressotrinken in Portugal angewöhnt (ich denke nach Italien ein Land mit ähnlicher Espressokultur) und habe mich immer wieder gewundert, mit welcher Leichtigkeit dort an jeder Eckbar ein super Espresso bereitet wird - noch dazu für ca 50ct . In Deutschland gibts in vielen Cafe´s aus einer super Maschine (oftmals Cimbali, Faema o.ä.) oft nur ziemlich dünne Plörre, allenfalls noch getoppt in Tschechien, Polen oder ähnlichen Ländern, die inzwischen von Jacobs und Tschibo überrollt werden. Meine ersten Versuche mit einer Ariete (Billigsiebträger) und ohne Mühle verliefen mit portugiesischem Kaffee recht kläglich (Cappucino war noch geniessbar), aber nach einiger Zeit habe ich mich für unser Ferienhaus in Polen zu einer Isomac Giada/Isomac Conio Kombination durchgerungen und nach einigen Übungsversuchen kam ein sehr anständiger Espresso inkl. Crema heraus ... zuhause werkelte inzwischen ein Solis Palazzo Vollautomat ... netter Cappucino aber der Espresso nach 1,5 Jahren Verkaltungsprobleme und nach gründlicher Reinigung div.Undichtigkeiten ... irgendwann hatte ich die Nase voll - das Ding in die Bucht gestellt und durch eine Gaggia CC abgelöst die nun immer noch neben einer Demoka 207 werkelt, außerdem hat sich ein PID eingefunden, der bei dem kleinen Maschinchen tatsächlich einiges gebracht hat. Die letzte Anschaffung war dann ein Iroast2, der mir einige ganz neue Geschmackserlebnisse beschert hat. So, zusammenfassend möchte ich mal folgende Punkte schreiben:

    1.Nicht alles hochwissentschaftlich sehen, die Sache soll Spaß machen - ich koche auch nicht mit einer Analysenwaage

    2.wenn das Ergebnis völlig danebenliegt, mal die einzelnen Parameter prüfen - aber sonst nach Gefühl

    3.Sauberkeit ist wichtig, aber die Kaffeecke ist kein OP

    4.wer möchte kann auch Wetterbedingungen, Mondphasen , Tidenhub etc einbeziehen - geht aber auch ohne

    zum Ende habe ich aber doch noch eine Frage: ich und meine Frau trinken inzwischen meistens Espresso (nachdem ich sie nach Portugal mitgenommen habe) aber unsere Feriengäste im Riesengebirge (die inzwischen meinen, in Polen würde man nirgends einen solchen Kaffee zu trinken bekommen) wollen doch oft Latte, Cappucino etc - und wenn da mehr als 2 auf einmal kommen, komme ich mit meiner kleinen Giada (die, wenn man ihre Macken kennt ausgzeichneten Espresso macht) doch ganz schön ins Schwitzen und nun werde ich wohl doch was Größeres dort hinschaffen müssen. Festwasseranschluß und Abfluß wäre kein Problem - das Wasser kommt aus eigenem Tiefbrunnen mit 2°dH der pH liegt hinter der Entsäuerung bei 7,1. Platz ist leider nur eingeschränkt, aber eine Gruppe reicht - die Geldbörse gibt gegen Weinachten vielleicht etwas mehr her - was haltet ihr zB von einer Brewtus III (die Maschine würde tagüber laufen - möglichst per Schaltuhr) und sollte ohne großen Aufwand jederzeit Espresso UND Cappucino bereiten können - auch mal 6 Stück (max) in kurzem Abstand.
    so ich hoffe ich langweile nicht und

    viele Grüße und immer eine handbreit Espresso (unterm)im Rumpf
    Volker
    Bezzera BZ10 + Demoka 207 (zuhause)
    Brewtus III PID + Iberital Challenge (Ferienhaus)
    Gaggia Classic + Isomac Macinino Cona (Buero)
    Behmor 1600

  2. #2
    hawi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Eine Brewtus würde Deinen Anforderungen völlig genügen, wie diverse andere hier schon vorgestellte Dualboiler-Maschinen aus dieser Preisklasse auch. Für Euren Zweck würde ich auf jeden fall eine Dualboiler-Maschine nehmen, da man sich dann nicht um evtl. notwendige Leerbezüge nach langer Standzeit kümmern muss, was Euren Arbeitsablauf sicher vereinfachen würde. Allgemein kann ich die Brewtus aus eigener Erfahrung (allerdings nur die alte IIer mit dem elektronischen Thermostat) bis auf Kleinigkeiten absolut empfehlen. Benutz' mal die Suchfunktion, da finden sich viele Beiträge (u.al auch von mir ) über die Brewtus, die Vibiemme Domobar Super Dualboiler und andere DB-Maschinen. Wenn Du dann noch genauere Fragen zur Brewtus hast, kannst Du mir gerne auch eine PN schicken.

    Viele Grüße,

    hawi

  3. #3
    CORTO ist offline Erfahrener Benutzer
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    Reden AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    [QUOTE=tanatan;355166]
    4.wer möchte kann auch Wetterbedingungen, Mondphasen , Tidenhub etc einbeziehen

    Geile Idee - ich bestell mir gleich nen Tidenkalender ( vom Zürichsee) und fange an !
    Cuadra - Mazzer

    Warnung:
    Alle Beiträge werden unter hohem Koffein-Einfluss verfasst und sind daher vor Gericht nicht verwertbar

  4. #4
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Aus wissenschaftlicher Sicht muss ich etwas anmerken: die Punkte 1 bis 3 in Deiner Aufstellung sind zu vernachlässigen. Die restlichen Punkte würde ich allesamt unterschreiben!

    Aber jetzt ernsthaft: natürlich geht es um den Geschmack. Und zwar ausschließlich. Aber es fehlt ein weiteres wichtiges Attribut - und da fängt es eben an, schwierig zu werden und bedarf der Einhaltung einiges gesicherten Rituals: das Merkmal der Herstellung eines gleichmäßig guten Geschmacks möglichst JEDES MAL - bei jedem Bezug! (Der Begriff "Reproduzierbarkeit" in sämtlicher Fachliteratur.)

    Und das ist bei den üblichen Heimgeräten nicht so ganz ohne, während es mit den großen Gastromaschinen, wie ich aus meiner eigenen Erfahrung zu Hause beurteilen kann, relativ problemlos gelingt. Daher die vielfältigen Ansätze und Diskussionen, wie sich das Gelingen jedes Tässchens optimieren lässt. Denk mal auf dieser Schiene weiter!

    P.S: Bestell Dir für die Messung des Tidenhubs im Zürisee aber gleich eine Mikrometerschraube mit, Corto!
    Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (10.10.2009 um 08:39 Uhr)
    Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!

  5. #5
    Beethoven ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Ja, der Geschmack ist wichtig.

    Aber es ist wie beim Essen - der Geschmackssinn ist nicht das einzige, was das Esserlebnis gut oder schlecht werden lässt. Es ist auch das Aussehen der Speise, der Geruch, die Anrichtung, beim Selbstkochen auch das Kocherlebnis.

    Beim Espresso ist es meines Erachtens genauso. Was nicht gut aussieht, nicht gut riecht, evtl. in der Zubereitung keine Freude gemacht hat etc., das hat auch bei meinem Geschmackssinn keine Chance.

  6. #6
    Bane ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    ein eindeutiges Pro für die Espressowissenschaft von meiner Seite.

    wenn man schon ein verrücktes Hobby hat, soll man da auch maßlos übertreiben dürfen...


    aber natürlich jeder nach seiner Façon...
    -- Jazz is not dead, it just smells funny. -- Frank Zappa

    Rancilio Miss Silvia mit Auber-PID, Brühdruckmanometer und Pre-Infusions-Mod und Gambrinus-Blende - Mazzer Super Jolly doserless-mod. - Fiorenzato T80 - Ditting KF 902 - Cona Coffee Maker - Hario Sipon TCA-5 - Hario V60

    Favorites: PHOENIX coffee roasters - Quijote Kaffee


  7. #7
    willcrema ist gerade online Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Zitat Zitat von tanatan Beitrag anzeigen
    1.Nicht alles hochwissentschaftlich sehen, die Sache soll Spaß machen - ich koche auch nicht mit einer Analysenwaage

    - das Wasser kommt aus eigenem Tiefbrunnen mit 2°dH der pH liegt hinter der Entsäuerung bei 7,1.
    der eine oder ander könnte, wenn er uuuunbedingt wollte, in diesen beiden Statements eine klitzekleinen Widerspruch entdecken
    bezzera bz 07 -compak k3 touch
    dc evolution - casadio istantaneo

    Bei Fragen rund um den Kaffee
    www.kaffeewiki.de

  8. #8
    osti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Zitat Zitat von Vincent Kluwe-Yorck Beitrag anzeigen
    nd bedarf der Einhaltung einiges gesicherten Rituals: das Merkmal der Herstellung eines gleichmäßig guten Geschmacks möglichst JEDES MAL - bei jedem Bezug!

    Und das ist bei den üblichen Heimgeräten nicht so ganz ohne, während es mit den großen Gastromaschinen, wie ich aus meiner eigenen Erfahrung zu Hause beurteilen kann, relativ problemlos gelingt.

    bzgl des ersten Absatzes stimme ich dir uneingeschränkt zu, das Ritual sichert ein gleichmäßiges Ergebnis, ob es dazu Feinwaage und OP-Besteck benötigt sei mal dahin gestellt, wenn es hilft dann ok.

    beim zweiten Absatz tue ich mir etwas schwer. Man hättte mich mitten in der Nacht aus dem Bett bomben können und ich hätte auf der Gaggia CC oder der Bezzi nen 1a Espresso mit geschlossenen Augen ziehen können. Auf meinem neuen Gastro-Bomber tue ich mich derzeit unheimlich schwer, ich komme mir derzeit nach Jahren wieder wie ein Anfänger vor. D.h. ein Gastro-Bomber ist nicht die Lösung aller Probleme, ich denke ich muss auch ein neues Ritual lernen und verinnerlichen.

  9. #9
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    Komisch - bei mir war das nicht so. Die Umstellung gelang völlig easy und problemlos. Ich höre allerdings gelegentlich wie von Dir jetzt, dass andere Maschinen etwas zickiger sind als meine gutmütige Rancilio. Und die Bezzi ist ja für ihre Gutmütigkeit und ihr Easy Going ausgesprochen berühmt. Habe sie deshalb ja auch immer wieder lobend erwähnt. Und was sie in die Tasse bringt, lässt sich für meinen Geschmack kaum toppen.
    Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!

  10. #10
    osti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Espresso trinken vs Espressowissenschaft

    ja, bin derzeit weit von dem entfernt, was ich aus der Bezzi geholt habe.

    ich habe gedacht Festwasser, amtliche Rota, nen Brühdruck von knapp 10bar und ne riesige Wärmekapazität lassen mich in eine neue Espresso-Sphäre aufsteigen, aber dem ist (noch) nicht so, ich bin gerade mal wieder auf ein trinkbares Ergebnis gestiegen

    bei der Bezzi ging das so:
    - Mahlgrad sollte grob passen
    - Mahlgutmenge sollte grob passen
    - Tampen je nach Gefühl
    - Leerbezug
    - Einspannen
    - Bezug

    fertig und alles passte.

    bei der Bezzi konnte man die Paramater Mahlgrad und Menge super über das Tampen feintunen. Meiner Carimali ist das Tampen nahezu egal, die reagiert eher sehr sensibel auf die Menge des Mahlgutes... ist für mich trotz Timersteuerung der Mühle deutlich schwieriger zu handhaben als bei der Bezzi. Ist komisch aber ist so...

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