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  1. #1
    Bohnenheld ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Hallo Forum,

    und wieder eine außergewöhnliche Frage mehr, aber bei der hier versammelten Expertise bin ich mir sicher, dass es gute Tipps geben wird:

    Eine sehr gute Freundin und ich schließen gerade zusammen unser Studium ab. Zwar sind Volontariatsplätze für junge Journalisten heiß umkämpft, aber wir haben beide gute Voraussetzungen, einen Platz zu erwischen. Das wäre der Plan. Und wenn nicht, würden wir trotzdem etwas finden - zu malen wir unseren Lebensunterhalt auch jetzt schon selbst verdienen. Soweit die Voraussetzungen.

    Nun haben wir ein paar Ideen gesponnen, ob wir nicht vielleicht doch etwas ganz anderes machen wollten - aus Spaß, nicht mangels Alternativen! Etwas, das "unser Ding" wäre, etwas ganz eigenes, in das wir unser ganzes Herzblut stecken und für das wir leben wollten:
    Eine kleine gute Stube, in der man Mittags und Abends etwas essen kann. Kein teurer Schickimicki-Laden mit steriler Inneneinrichtung, wie es schon so viele gibt, aber auch kein Dönerladen (sorry für die Klischees). Wir wollten wenig verschiedene Essen anbieten, vielleicht täglich 2-3 zur Auswahl, jeweils mit "spontaner" Karte. Guten Kaffee gäbe es natürlich auch, aber das wäre nicht die Hauptsache. Vor Allem soll der Laden günstig und gut sein. Wir wären nur wir selbst plus evtl. eine befreundete 3. Person und uns wäre wichtig, dass der Laden von uns lebt: Wir wären das wichtigste Inventar und würden von der Küche bis zum Bedienen etc. alles selbst machen. Das ist uns wichtig.

    Soweit der erste, ganz grobe Plan (entstanden in 30 Minuten Autofahrt und sicher nicht sicher)

    Nun wollte ich mal hören, ob die Idee, so eine kleine Gastronomie aufzumachen, wie man sie sich immer selbst gewünscht hat, total naiv ist, oder ob man das schon hinkriegt?

    Welche Tipps und ganz besonders Erfahrungen habt Ihr?

    Wieso gibt es solche Läden nicht schon zu Hauf?

    Und: Wir haben etwas ganz anderes studiert, kein BWL o.Ä., und haben auch sonst keine Gastro-Erfahrung. Kochen kann vor Allem meine Freundin aus privater Erfahrung, wir trauen ihr das allerdings zu. Sind wir naiv? (Das ist wohl die wichtigste Frage).

    Natürlich würden wir das Ganze besonnen angehen und sind auch gute Kalkulierer und Realisten. Aber wieso immer nur sagen: "irgendwann machen wir mal unsere eigenen kleinen Laden auf..." - so schwer kanns doch gar nicht sein?!?

    Wir danken für jede Anregung,

    der Bohnenheld und noch eine Heldin

  2. #2
    konrad1369 ist offline Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Also ich würde mir schon noch einen BWLer reinholen, der sich um die Buchführung und Kostenrechnung kümmert, lässt sich sicherlich auch relativ schnell lernen, aber ihr sollt euch ja auf das Essen und den Kaffee konzentrieren.

    Ein gewisses Startkapital, wahrscheinlich sogar ein Investor sind auch von Nöten.

    Es gibt aus der "....für Dummies" Serie ein Buch über Existenzgründung, das ist sicherlich nicht schlecht.

    Existenzgründung für Dummies: Amazon.de: Stefanie Sammet, Stefan Schwartz: Bücher

  3. #3
    koffeinschock ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    eine sache wird gern vergessen: das ist ein knochenjob. du wirst unmengen an stunden reinstecken müssen, von morgens bis spät in die nacht um den laden zu etablieren. mit ein bißchen glück kannst du dich von anderen differenzieren und nach ein paar jahren wirklich harter arbeit mit 400€-verstärkung den einen oder anderen fest einstellen und dich zurückziehen. banken geben sehr ungern geld für so etwas aus, in den augenblicklichen zeiten ist es wohl noch schwieriger einen anschub zu bekommen.
    so ein bistro wird von der lage extrem abhängig sein, die miete leider auch. den rest macht mit etwas glück die gute mundpropaganda.
    ich habe übrigens selbst keine gastro-erfahrung, in meinem bekanntenkreis tummelt sich aber der eine oder andere besitzer von einem restaurant oder pizza-homeservice...
    Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
    Conti 'Monaco PM', Anfim Super Caimano On Demand Titanium

    neues zuhause gesucht (als kombi!): vfa-expres Office Plus; ECM Casa Manuale;

  4. #4
    ich
    ich ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Hallo erstmal,
    also grundsätzlich warum nicht?
    Bwl-ler braucht man nicht denn wen die nicht mehr können als Kneipenkalkulation
    würden sie meine schlimmsten Vorurteile noch übertreffen.
    Ihr müßt von "oben" nach "unten" rechnen.
    Wieviel Euronen brauchen wir zum leben.
    + alle Kosten
    + Steuern und Sozialabgaben
    Hochrechenen wieviel Umsatz ist dafür notwendig.

    Und jetzt kommt die Gretchenfrage kann man das überhaupt mit so einem
    Individualkonzept physisch leisten.

    Wenn ja wo ist das Publikum das den Umsatz bringen kann
    hab ich dort auch ne passende Immobilie.

    Wenn ihr das alles bejahen könnt, lohnt es sich weiter darüber nachzudenken.

    uups: koffeeinschock hat ja schon eineiges vorweggenommen

  5. #5
    Holger Schmitz ist offline Moderator
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Reizvoll ist das ganze sicherlich, vor allem wenn es "anders" ist.
    Wobei mir als Kunde nur das "anders" nicht ausreicht, ich erwarte schon einen Geschmack/Qualität was ich von zu Hause nicht unbedingt habe.
    Daß es viele Laienköche gibt die Profi-Köchen etwas vormachen ist sicherlich keine Frage, wäre aber ggf. kritisch zu hinterfragen.

    Als "anders" stelle ich mir z.B. vor die Gerichte live zu kochen, gerne wie auch erwähnt nur 3 oder 4 wechselnde Gerichte für einen Tag/Woche.
    Interessant wird es wenn dann z.B. nicht auf einem herkömmlichen Herd/Backofen gekocht wird sondern z.B. auf enem alten Holzkohleherd, offenem Feuer o.ä.

    Daß die Gastronomie ein Knochenjob ist merke ich bei meinen Cafe-Caterings, wenn man das nicht gewohnt ist schlaucht das ungemein, vor allem dürften die richtigen "Gastronomentage" noch deutlich länger sein, sprich wenn das Lokal bis 22.30 Uhr auf hat ist man wahrscheinlich kaum vo 24 Uhr draussen, morgens mit Einkaufen, Vorbereitung und Co gehts dann wohl auch spätestens gegen 9.00 Uhr los wenn man mittags was auf den Tisch bringen möchte.

    Die Frage die ich mir immer stelle : Warum kleckern und nicht klotzen ?
    Warum das "preiswerte" Segment ansteuern ?
    Das "preiswerte" Segment wird von der meiner Meinung nach aussterbenden Mittelschicht genutzt.
    Das "billige" Segment ist nur über Masse und minderer Qualität zu bedienen, das steht hier ja nicht zur Debatte.

    Warum nicht happige (aber nicht übertriebene) Preise nehmen wenn man entsprechende Qualität bieten kann ?
    So komme ich an eine Zahlungskräftige Kundschaft die es sich leisten kann.

    Gruß
    Holger

  6. #6
    edzard ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Mein Vorschlag wäre: macht mal in verschiedenen Gastro Einrichtungen jeweils für ein paar Wochen irgendeinen Nebenjob, zB als Spülhilfe oder Tellertaxi (denn das werdet ihr bei Euch im Laden auch sein). Wenn ihr danach noch Lust habt könnt ihr ja weiter überlegen...

  7. #7
    unclewoo ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Mein Senf: Wenn es unter den Nägeln brennt, wenn man mehrere Wochen drüber geschlafen, den Gedanken zur serienreifen Idee gemacht und die Wunschvorstellungen auf realistischen Boden gebracht hat, aber immer noch von dem Traum überzeugt ist, dann sollte man es einfach machen. Schwarzmaler wird es immer geben - und wenn es schief geht, war es wahrscheinlich besser, den Karren vor die Wand gefahren zu fahren, als sich später drüber zu ärgern, dass man den Karren nie angefasst hat. Ein Zuckerschlecken ist sowas sicher nicht. Aber das ist ein Job im Journalismus nun auch nicht unbedingt.
    Achso: Und Tellertaxi im fremden Laden zu sein, ist was ganz anderes, als Tellertaxi in der eigens eingerichteten Location zu sein, die auf die eigene Kappe geht.

  8. #8
    Dupk ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Zitat Zitat von edzard Beitrag anzeigen
    Mein Vorschlag wäre: macht mal in verschiedenen Gastro Einrichtungen jeweils für ein paar Wochen irgendeinen Nebenjob, zB als Spülhilfe oder Tellertaxi (denn das werdet ihr bei Euch im Laden auch sein). Wenn ihr danach noch Lust habt könnt ihr ja weiter überlegen...
    Tellertaxi? Der ist echt gut!
    Bisher kannte ich nur Saftschubse für neudeutsch Flugbegleiter/in aus dem Film Madagaskar.
    Tellertaxi...
    Espressomaschine: ES90
    Kaffeemühle: CM80 (Mahlgrad 16)
    Kaffeevollautomat: Jura ENA7, rot
    FrenchPress von Bodum

  9. #9
    torkscoffee ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Also das erste was mir dazu einfällt ist,alles was mit herzblut und freute gemacht wird ist schonmal gut.
    allerdings bin ich auch gastronom und kann aus der praxis reden.
    es gibt in meinen augen gerade in der gastronomie 3 regeln.
    1.regel:lage
    2.regel:lage
    3.regel...ihr wißt schon
    vor allem wenn man von laufkundschaft abhängig ist.
    für alles andere musst du eine menge luft(sprich geld)haben.
    und du musst dir auf dauer einen namen machen.
    und das geht nunmal nur über die qualität und das "anders sein".
    gut finde ich lieber 3 gute als 10 schlechte gerichte auf der karte.
    ich bin immer von geschichten begeister ,wo leute aus leidenschaft ein geschäft aufgemacht haben und deren qualität so gut war das es sich rumgesprochen hat und der laden immer besser läuft.leider sind diese geschichten nicht häufig anzutreffen.
    brauch man gastronomie erfahrung?nein
    muss man bereit sein 7 tage die woche 14h zu arbeiten?ja
    will und kann ich das bis in mein rentenalter?nein
    macht euch gedanken wo ihr hinwollt.
    leidenschaft ist gut,naivität nicht.

  10. #10
    Kaffeeanfänger ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gastronomie eröffnen - eine gute Idee?

    Das ist nicht abwertend gemeint, aber das Konzept mit den billigen und wechselnden Menüs erinnert mich etwas an eine Kantine, dort gibt es auch immer 3 Menüs täglich im Wechsel und alle 2 Wochen wiederholt sich der Speiseplan im Prinzip. Menü 1 ist eine Tagessuppe oder Eintopf mit Nachtisch, Menü 2 ist oft irgendein Gericht, dass sich aus Fleisch + Beilage + kleinen Salat oder Nachtisch zusammensetzt und Menü 3 ist meistens was aus der leichten Küche sowas wie gegarte Hähnchenbrust mit einen großen Salatteller und Backkartoffel. Die Menüs kosten 3 -4 Euro und es gibt 3-4 Standardbeilagen die man zu Menü 2 kombinieren kann. Als "Dauerbrenner" gibt es täglich auch Currywurst mit Pommes oder Frikadellen mit Kartoffelsalat für 2,50 Euro und für den kleinen Hunger gibt es noch Pommes, Kuchen, belegte Brötchen und eine Regal mit Schokoriegeln.

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