Hallo Ihr Lieben,
ich wollte hier nur kurz von meinen ach so unerfreulichen Urlaubserfahrungen in diesem Jahr berichten. Nachdem ich im letzten Jahr mit einer Nespresso-Quetsche in die Toskana gefahren war, musste für dieses Jahr eine halbwegs akzeptable Echtlösung her, so dachte ich.
Zu Anfang habe ich sodann hier im KN einen süßen, kleinen Bezzera-Einkreiser erworben und geplant, meine QM Apollo vorsichtig mit einzupacken. Als dann eine Zassenhaus Handmühle angeboten wurde, habe ich abermals zugeschlagen. Ich dachte mir, der Bohnenbehälter aus Glas mag nicht allzu gern im Kofferraum zerquetscht werden.
Stolz steltle ich meine Sammlung in der Küche unseres Ferienhauses auf, nebst großkotziger Frage in die Familienrunde, wer denn nun nach solch langer Fahrt einen guten Cappuccino vertragen könne. Die Zustimmung war groß und damit begann eine tagelange Qual, die mir außer muskulöser Unterarme nicht viel mehr bescheren mochte.
Wie von meine K3 bekannt, begann ich auf feinster Mahlstufe zu kurbeln. Die nach Augenmaß für mich richtigen 14-16 Gramm hatte ich so etwa nach einer viertel Stunde zusammengekurbelt, ab ins 2er-Sieb und: plöpp, der herrlich gespannte Draht im Siebträger fletschte das frisch befüllte Sieb durch die halbe Küche. Dies passierte im Laufe der Zeit dann mehrfach, das 2er-Sieb ist halt für den Siebträger nicht gemacht, so ist das Leben, nicht weiter tragisch.
Zurück zum Mahlgrad: Der 2. Versuch bei gleicher Einstellung bescherte mr außer einem leisen Summen der Bezzi keinerlei Tropfen. OK, zu fein, stellnwa die Mühle halt ein bissl gröber. So ging es dann über Stunden, immer wieder hüpfende Siebe, immer wieder summende Bezzi, immer wieder: kein Tropfen Espresso!
Meine Familie war zwischenzeitlich zu Bett gegangen, das Kilopaket Monaco auf ein Pfund geschrumpft, aber der Herr Bauhaus wich nicht ab von der Vorgabe, so fein wie möglich und dann langsam gröber.
Die ersten, vollkommen überextrahierten Espressi habe ich am 3. Urlaubstag produziert, die Bezugszeit lag irgendwo zwischen 60 und 90 Sekunden, die Ergebnisse nur mit Zugabe von reichlich Milchschaum erträglich, wobei ich das Schäumen mit dem Lanzenstumpen nebst Anfängerdödel inzwischen perfekt beherrsche. Zwischedurch ging regelmäßig das Wasser aus, was ich erst beim Wiederbefüllversuch des Kessels bemerkte, die Pumpe hats verziehen.
Was habe ich daraus gelernt:
1. Ich hasse 1-Kreiser. Dieser Siff, die Angst des davorstehenden Idioten vor 'ner verreckenden Pumpe, weil das Maschinchen ja nunmal nicht ausgeht, wenn der Tank leer ist. Entlüften, befüllen, rumsauen... Bin ich froh, zu Hause einen 2-Kreiser stehen zu haben.
2. Handmühlen sollten stets von unten nach oben justiert werden, sprich: Lieber zu grob beginnen und gen fein abstimmen, als anders herum. Dann hat man zwar zu Beginn einen Kaffee, aber das wenigsten sofort.
Zuhause hab ich dann nochmals die Handmühle hergenommen und sie an meiner BZ07 getestet. Wer sagts denn: Der 50 Sekunden-Espresso ist zwar ungenießbar, aber weinigsten kann ich nun in Ruhe weitertesten, von fein nach grob, ohne zu Entlüften, ohne Siff, ohne Kesselfüllen und vor Allem, ohne jemanden mit dem herumfliegenden 2er-Sieb zu verletzen.
Das Kilo Monaco hat am Ende gereicht. Die Lust am Espresso war mir vergangen, 2 Cappuccini am Tag mussten reichen, zumal sie ohnehin kaum genießbar waren. Dennoch wird mich die Kombi mit in den nächsten Urlaub begleiten, schließlich hab ich den Dreh jetzt raus und meine Arme sind bis dahin wohl auch wieder abgeschwollen. Und wer sich an der Mahlgradschraube der Zassenhaus vergreift, wird enterbt.
Bauhaus


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