Liebe Freunde des gepflegten Espresso, liebe Eltern,
bei uns zu Hause macht unser Sohn derzeit eine Entwicklung durch, an der ich Euch gerne teilhaben lassen möchte.
Unser Sohn ist 16 Monate alt und ist derzeit in der Phase, alles das, was die Eltern machen, nachmachen zu wollen. Bislang war es eher so, dass er sehr aufmerksam beobachtet hat, was wir gemacht haben. So hat er anfangs noch genügsam auf dem Boden gesessen, wenn ich für meine Holde und mich Espresso/Cappuccino/Latte gemacht habe. Irgendwann hat das nicht mehr gereicht und sobald ich angefangen habe an der Maschine los zu legen, war ein eindeutiges Nörgeln aus seiner Richtung zu vernehmen.
Ich muss gestehen, dass die Maschine (Livia 90) natürlich aus seiner Sicht hochgradig interessant ist. Da sind die verschiedenen Laute: Mahlen der Mühle, die Pumpe, das Spratzen beim Leerbezug, das zischende Heisswasser, das Ziehen und Rollen bei Schäumen, die metallischen Klänge beim Tampern, Einspannen des Siebträgers, das Klirren der Tassen etc. Hinzu kommen die Lichter und Schalter an der Maschine: die gehen mal an, mal aus.
Wie gesagt, musste meine Frau den Kleinen seit dem auf den Arm nehmen, wenn ich an der Maschine stand. Nun gibt es aber auch die Gelegenheiten, wo meine Frau nicht kann. Z.B. wenn sie morgens unter der Dusche steht und ich ihren Latte mache, den sie dann ins Badezimmer gebracht bekommt. Im ersten Anlauf habe ich den Kleinen auf den Arm genommen und versucht, einarmig einen Latte und einen Cappuccino zu machen..... ich sag Euch, das ist keine optimale Lösung, man (ich) braucht schon zwei Hände dafür.
Seit ein paar Wochen praktizieren wir nun eine andere Lösung: er sitzt bei mir auf den Schultern und schaut von oben zu. Macht ihm einen wahnsinns Spass, die kleinen Beinchen zappeln die ganze Zeit vor Aufregung…
Heute ruft mich meine Frau mit einem sehr vorwurfsvollen Ton im Büro an: "DEIN Sohn....." (Einige werden diesen Tonfall vielleicht (wiederer-) kennen). Also mein Sohn hat jetzt entschieden, er will ab sofort selbst Espresso machen. Sie hat ihn den ganzen Vormittag nicht vom Küchentisch runter bekommen. Es will unbedingt auf den Küchentisch und mit Maschine, Mühle, Siebträger, Milchkännchen, Espresso- und Cappuccinotassen und Tamper spielen. Dazu gehört natürlich auch das Spielen an den Schaltern.
Eines der Teile ausser Reichweite = Ärger
Gegen Mittag war wohl ein Friedensangebot möglich: Zwei Tassen, ein Siebträger, Tamper und ein Milchkännchen zum Spielen auf seine Decke. Seit dem spielt der Kleine ohne Unterbrechung Barista. Zwischendurch wurde nochmals ganz kurz genörgelt: er brauchte noch Milch. Meine Frau ihm also ihm noch einen leere Milchpackung gegeben. Seit dem spielt der Kleine in aller Ruhe in der Ecke.
Und ich überlege jetzt, wann ich mit der gezielten Einarbeitung zum Barista anfange und ihn an die Maschine lasse… nichts schöneres als abends nach dem Essen zu sagen „Oskar, mach mal Deinen Eltern zwei Espressi“ Ich freu mich drauf
Grüsse
Guido


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