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Thema: Kopi Luwak

  1. #1
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Kopi Luwak

    Ich finde es in Ordnung, dass Tiere, die nicht demonstrieren, revoltieren oder vor Gericht in eigener Sache plädieren können, unter den Menschen Fürsprecher haben. Nur ein abgestumpfter Mensch wird überflüssiges Leid achselzuckend ignorieren.

    Aber es ist doch auf den ersten Blick klar, dass es sich beim Kopi Luwak um eine winzige, geradezu unbedeutende und sehr ferne Randerscheinung handelt, und dass man mit einem vorwurfsvollen Beitrag im KN keiner einzigen Schleichkatze einen schönen Tag verschafft. Wie schrieb einst Henrik M. Broder über Claudia Roth: „Sie lässt keine Gelegenheit aus, im Leerlauf den Motor aufheulen zu lassen“.

    Aus Gründen, die mir nicht von alleine einfallen wollen, ist der Kopi Luwak hier im KN zum sprichwörtlichen roten Tuch geworden. Man darf unkommentiert Grillrezepte tauschen oder Cappuccino schlürfen (macht der Turbo-Kuh bestimmt auch keinen Spass), aber beim Schleichkatzenkaffee sind einige aus dem Stand auf 180. Warum?

  2. #2
    Augschburger ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kopi Luwak

    Wie Du schon schrubst: "Einige".
    Die Mehrheit kann für sich und andere klar formulieren, warum sie den Kaffee trinken bzw. nicht trinken.

    Die wenigen "Einige" polemisieren, pauschalisieren und käuen Argumente wieder und erzeugen damit ein spürbares Rauschen, das dann von anderen wieder kommentiert und/oder korrigiert wird.
    Das passiert prinzipiell in fast jeder Diskussion, aber wenn's um Viecher geht, dann gibt's nur zwei Fronten - rein digital - deshalb bleibt kaum Fluchtmöglichkeit nach links oder rechts. Ein bisschen Tierquälerei geht halt nicht. (Interessanterweise gibt's das bei "intelligenten" Wesen aber schon, sonst hätten wir keine Doku Soaps).

    Abgesehen davon ist das Thema offensichtlich noch nicht erschöpfend behandelt - wie z.B. die Mühlenfrage. Da gibt es nur einen Standpunkt, der von allen akzeptiert wird, deshalb ist eine Diskussion überflüssig.

  3. #3
    domimü ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kopi Luwak

    kann da nur für mich sprechen:
    soweit ich es richtig wiedergebe, hat man irgendwann entdeckt, dass die Schleichkatzen die Kaffeebohnen naschen (sie nehmen in freier Wildbahn gerade die reifesten Früchte). Dabei wird aber die Bohne selbst unverdaut wieder ausgeschieden, nur die Hülle entfernt.
    Anders ist es nun mal bei der Käfighaltung, dort sterben die Tierchen oft nach wenigen Wochen an der Mangelernährung und die Selektion der reifesten Früchte unterbleibt auch, da de "Farmer" ja die Auswahl treffen und nicht die Tere. Das heißt, auch die Qualität des Kaffees hat deutlich nachgelassen.
    Ein Kaffee aus der gleichen Ernte, mal durch den Schleichkatzen-Verdauungstrakt und mal herkömmlich aufbereitet, ist womöglich geschmacklich gar nicht zu unterscheiden. Ich bin daher davon überzeugt, dass diese Massentierquälerei nicht einmal den Geschmack verbessert.

    Mit dem Mythos, dieser Kaffee sei eine Rarität, wird der Preis trotz Massenproduktion künstlich sehr hoch gehalten, was mich hoffen lässt, dass die Nachfrage nicht weiter steigt und damit eine Ausweitung der "Produktionskapazitäten" nicht mehr stattfindet.
    Warten auf Tampernachwuchs

  4. #4
    jutta ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kopi Luwak

    Zitat Zitat von domimü Beitrag anzeigen
    Dabei wird aber die Bohne selbst unverdaut wieder ausgeschieden, nur die Hülle entfernt.
    Nun korrekterweise, wird ein Pergamino ausgeschieden, verdaut wird das Fruchtfleisch und die Schale. Entfernt wird auch die Mucilage.

    Zitat Zitat von domimü Beitrag anzeigen
    Anders ist es nun mal bei der Käfighaltung, dort sterben die Tierchen oft nach wenigen Wochen an der Mangelernährung ...
    Gibt es dafür eine belastbare Quelle? Eigentlich kann das ja nicht im Sinne der Züchter sein, die damit ihre "Produktionsmittel" verlieren.

    Zitat Zitat von domimü Beitrag anzeigen
    ... und die Selektion der reifesten Früchte unterbleibt auch, da de "Farmer" ja die Auswahl treffen und nicht die Tere. Das heißt, auch die Qualität des Kaffees hat deutlich nachgelassen.
    Die Indonesier behaupten, dass sich die Qualität durch die Zucht verbessert, insbesondere da sich die Kontaminationszeit nach dem Ausscheiden kontrollieren und verkürzen lässt (keine Pilze u.ä. über den Boden und keine oder kürzere Übertragung durch den Kot).

    Zitat Zitat von domimü Beitrag anzeigen
    Ein Kaffee aus der gleichen Ernte, mal durch den Schleichkatzen-Verdauungstrakt und mal herkömmlich aufbereitet, ist womöglich geschmacklich gar nicht zu unterscheiden. Ich bin daher davon überzeugt, dass diese Massentierquälerei nicht einmal den Geschmack verbessert.
    "Verbessert" ist sicher Ansichtssache. Man hat aber was allgemein bekannnt ist, entdeckt, dass spezielle Enzyme während der Verdauung den Kaffee gegenüber dem herkömmlichen auch sensorisch verändert.

    "Massentierquälerei" ist eine harte Formulierung und man müsste dann erstmal einen Konsens herstellen was Tierquälerei ist. In Deutschland ist Tierquälerei strafbar. Massentierhaltung ist aber nicht zwingend Tierquälerei, da kommt es auf den Einzelfall an. Die Haltung von Luwak Katzen ist nicht nach meiner Auffassung nicht automatisch Tierquälerei.

    Zitat Zitat von domimü Beitrag anzeigen
    Mit dem Mythos, dieser Kaffee sei eine Rarität, wird der Preis trotz Massenproduktion künstlich sehr hoch gehalten, was mich hoffen lässt, dass die Nachfrage nicht weiter steigt und damit eine Ausweitung der "Produktionskapazitäten" nicht mehr stattfindet.
    Von "Massenproduktion" kann wahrscheinlich nicht die Rede sein. Nach verläßlichen Schätzungen ist die Jahresproduktion in Indonesien etwa 10.000 kg, also ein halber Container. Die Produktion ist letztlich auch auf die Erntezeit beschränkt, also 3 bis 4 Monate. Und wie der Preis "künstlich sehr hoch gehalten" wird erschliesst sich mir nicht, solange zu dem geforderten Preis ausreichend Nachfrage besteht.

    Im Vergleich dazu ist Jamaica Blue Mountain mit etwa 1.000.000 kg p.a. ein Massenprodukt. Hier wird trotz der verhältnismäßig hohen Menge ein exorbitanter Preis erzielt, wenn man bedenkt, dass die 100 fache Menge noch gut den halben Preis bringt.

    Letztlich muss aber jeder für sich eine Meinung finden, was bei mehr Hintergrundinformationen auf eine verläßlichere Basis gestellt werden kann. Deshalb bin ich auch für die Diskussion hier dankbar.

    Und dann steht da noch die Frage "vegan oder nicht" im Raum. Das tangiert zwar das vorgenannte nicht, wäre aber interessant, für dieses Produkt eine Meinung da´zu zu bekommen.

    Gruß Karlheinz
    COFFEE STAR
    Origins & Blends

  5. #5
    domimü ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kopi Luwak

    Hallo Jutta (auch wenn du dich Karlheinz nennst)
    Zwei der vielen Artikel zu dem Thema sind z.B. hier, Kopi Luwak, teuerster Kaffee der Welt - Alles über Kopi Luwak, teuerster Kaffee der Welt oder da das Kaffeemagazin
    inwieweit das in einem Sinn "belastbare Quellen" sind, musst du entscheiden. Für mich jedenfalls reicht es, um deine "Spezialität" nicht zu testen.
    Warten auf Tampernachwuchs

  6. #6
    VolkerS ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Kopi Luwak

    Wie hoch ist denn nun die Jahresproduktion? 10.000kg wie von Jutta gepostet wurde oder 200-250kg, wie in den von Dominü verlinkten Artikeln angegeben wird?
    Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

    Gruß,
    Volker
    Kaffee-Wiki, da werden Sie geholfen

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