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  1. #1
    toco ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Alle Jahre wieder zur Winterzeit….
    Frage an Baubiologen und andere „Betroffene“
    Wohne in 20ger-Jahre Altbau, Wandstärke ca. 40cm. Luftfeuchtigkeit in Wohnung liegt bei ca. 55-58%., bei 20-23 Grad. Es wird mehrmals täglich gelüftet (Fenster richtig auf, auch mit Durchzug) Da einige Wandstellen im Winter aber relativ kalt sind (Wärmebrücke) schlägt sich dort dann Feuchtigkeit nieder. Folge: z.B. in „Speisekammer“ auf Nordseite aber auch an anderen Außenwandstellen: Schimmelbildung. Soweit klar. Was tun?
    a) Außendämmung wäre gut, aber wegen Denkmalschutz / Vermieter nicht möglich.
    b) Innendämmung könnte alles noch schlimmer machen
    c) Mehr Heizen. Führt aber auch dazu, dass Raumluft noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, Temperaturgefälle zu den kalten Wandstellen noch größer wird, noch mehr Feuchtigkeit sich niederschlägt. (zudem das permanente Beheizen auf 25 Grad eines Schlafzimmers ungewünscht oder eines Abstellraumes teuer und umweltbelastend ist)
    Idee wäre daher, sich einen elektrischen Luftentfeuchter anzuschaffen.
    Frage: Bringt so ein Gerät überhaupt einen Vorteil, wenn durch ausreichendes Lüften ja eigentlich schon genug trockene Luft in die Wohnräume kommen müsste oder ist das rausgeschmissenes Geld? (Anschaffung ca. 150€, Leistung: 200 Watt Verbrauch also ca. 1kw bei 5-6 Stunden Betrieb täglich (keine Ahnung ob das reicht oder zuviel ist).
    Hat jemand noch andere Ideen oder Vorschläge?
    Vielen Dank sagt toco

  2. #2
    wusaldusal ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    also nachdem deine relative luftfeuchte bei 55-58% liegt (und das ist im idealbereich) wird dir der entfeuchter in einem altbau nicht viel weiterhelfen.

    ich hatte das gleiche problem bei meiner oma.

    hier haben wir an den betroffenen stellen kalkweiß (also richtige kalkfarbe) verwendet, welche feuchtigkeisregulierend und desinfizierend gegen schimmel wirkt.

    luftentfeuchter würde ich nur bei feuchtigkeit über 70% empfehlen....
    zu viele Gerätschaften für eine ordentliche Signatur...

  3. #3
    MonikaD ist offline Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Vermutlich hat sie zu dichte Fenster. Uns hat mal ein Experte u.a. folgende Tipps gegeben:

    Zwangslüften:
    - z.B. mit einem Lüfter nach draussen - so ähnlich wie der Dunstabzug in der Küche.
    - die Dichtung am Fenster anschneiden (Kein WITZ! - haben wir aber nicht gemacht!

    und: keine Schränke direkt an die Aussenwand stellen (ca 10-15cm Abstand)


    Zusammen mit peniblen Lüften funktioniert das im Winter prima. Der Entlüfter macht eigentlich nur an extrem schwülen Sommertagen Sinn, da da das Lüften die Sache nur verschlimmern würde.

    Monika

  4. #4
    Mark_Twain ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Kompliziertes Thema, aber interessant. Von mir ein Paar Stichpunkte:

    Vergiss relative Luftfeuchtigkeitsangaben. Das bringt dich nicht weiter. Miss die Taupunkttemperatur (oder berechne sie aus der Temp. und rLf) und die Mauertemperatur an der betroffenen Stelle. Dann weißt du direkt, wann es kritisch wird. z.B. bei 58 % rLf und 23 °C kondensiert es schon bei 14 °C Mauertemperatur (rechnerisch, schimmeln kann es sogar schon bei um die 16 °C)

    Warum entsteht in deiner Speisekammer Luftfeuchtigkeit? Oder kommt sie aus den Wohnräumen. Türen geschlossen halten, falls notwendig abdichten.

    Weil das Wasser nicht an den Fenstern kondensiert, vermute ich, Ihr habt relativ neue Fenster. Wenn du eines der Fenster tauschen würdest gegen ein schlecht Isolierendes, dann wird sich die Luftfeuchte an diesem niederschlagen, und kann abgewischt werden - Glas schimmelt nicht.

    Außer mehr heizen, häufiger lüften und elektrischen Luftentfeuchter gibt es keine Möglichkeiten, die Luftfeuchte zu senken.

    Im Altbau hast du leider für heutige Verhältnisse irrsinnig hohe Heizkosten, daran wird sich ohne isolieren kaum etwas ändern.

    Und wenn du nur innen isolieren darfst, muss das einwandfrei ausgeführt sein, wenn du nicht riskieren willst, dass es unter der Isolierung oder an anderen Stellen weiter schimmelt. Auch die Frage, ab wann sich das Isolieren rechnet.

    Schimmel ist jetzt erstmal keine Katastrophe. Mit Spiritus gründlich abwaschen.

    Auch bei deinen Bedingungen kann ein (guter) Luftentfeuchter arbeiten. Die Frage ist, ob heizen und Lüften nicht billiger kommt.

    Gibt es eine Nachtabsenkung oder -abschaltung der Heizung? Wenn ja, verschärft diese das Problem, gerade in der Nacht, wenn nicht gelüftet werden kann und die Wände besonders kalt werden.

  5. #5
    willcrema ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Hallo toco

    zu b) als Innendämmung kannst du eigentlich nur verwenden:Kalziumsilikatplatten. ( oder Foamglas aber das kostet )
    http://de.wikipedia.org/wiki/Calciumsilikat-Platte
    Allerdings solltes du beim Einbau penibel darauf achten, dass diese flächenbündig verklebt werden. Sie sind auch nicht ganz günstig und machen natürlich den Raum kleiner.

    dann könntest du alternativ einbauen lassen einen dezentralen Einzellüfter mit Wärmerückgewinnung , z.B sowas:
    inVENTer 14R
    es gibt eine ganze Menge Hersteller, hier bleibt wieder die Frage nach dem Denkmalschutz.

    Der Raumlüfter bringt sicher was, er verbraucht natürlich eine Menge Strom. Problem dabei ist zudem, dass man die Lüfter nicht dauerhaft laufen lassen sollte, vor allem wenn man nicht zuhause ist.

    wo ist denn die Wärmebrücke, oben oder unten?
    falls das Kondenswasser eher unten auftaucht ist die beste Lösung eigentlich eine Art Wandheizung. einfach in Höhe von ca 50 cm an der Aussenwand (raumseitig) zwei ungedämmte Kupferrohre ( Vorlauf + Rücklauf) mit niedriger Temperatur fahren und unter den Innenputz einbringen.
    Das ist die nachhaltigste Variante, da die Feuchtigkeit verdunstet bzw du das Bauteil "warm" aktivierst und dadurch auch noch den subjektiv empfundenen Behaglichkeitswert erhöhst.
    Hier bei uns gibt es ja einiges an Denkmalschutzgemäuer, die Wandheizung war bisher immer die beste Lösung, auch auf lange Sicht. ( die erste hab ich 2001 eingebaut, der Bauherr ist sehr glücklich damit)
    Geändert von willcrema (15.12.2011 um 12:27 Uhr)
    bezzera bz 07 -compak k3 touch
    dc evolution - casadio istantaneo

    Bei Fragen rund um den Kaffee
    www.kaffeewiki.de

  6. #6
    kugelmoped ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    wie oft sollte man lüften? und wie?

  7. #7
    Markenmehrwert ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Ich kann einen Tip vom Fensterbauer weitergeben.

    In meinem unbeheizten Kellerraum funktioniert es auch.

    Einfach ein Stück von der Dichtung rausnehmen.
    Am Fensterflügel unten und am Rahmen oben, so kann auch kein Regenwasser rein.

    Seit dem immer Frische Luft. Wurde meinen Eltren empfohlen, falls sie Probleme mit Feuchtigkeit bekommen sollten. Neue dichte Fenster taugen halt nichts für un- oder weniger gedämmte Altbauten.

    Da die abgeschnittenen und rausgezogenen Dichtungsstücke wieder reingesteckt werden können, ist es eine gute und günstige Möglichkeit
    das erst mal auszuprobieren.

    Gruß
    M.
    Gaggia Assotronic

    Casadio Istantaneo, Bezzera BB005, Nuova Simonelli MDX


    Nicht mehr da: Bezzera Livia90 SE, BB005 Timer, QuamarM80E,
    Brasilia Portofino 1Gr. DIG

    Zum Spielen: Grimac Mini




  8. #8
    Thorsti ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Zitat Zitat von toco Beitrag anzeigen
    ...
    Idee wäre daher, sich einen elektrischen Luftentfeuchter anzuschaffen.
    Frage: Bringt so ein Gerät überhaupt einen Vorteil, wenn durch ausreichendes Lüften ja eigentlich schon genug trockene Luft in die Wohnräume kommen müsste oder ist das rausgeschmissenes Geld? (Anschaffung ca. 150€...).
    Hat jemand noch andere Ideen oder Vorschläge?
    Vielen Dank sagt toco
    Kosten: Für 150 EUR wirst du keinen guten Enfeuchter bekommen, ein leistungsfähiges Gerät mit Hygrostat-Regelung liegt eher bei 300 EUR.

    Fachlich: Dein Problem ist, dass die relative Feuchte an den kalten Stellen sehr viel höher liegt, als der gemessene Mittelwert im Raum von 50-58%. Und insofern kann der Entfeuchter sehr wohl helfen, aber durch den Betrieb wird selbstverständlich der gesamte Raum deutlich trockener. Und die Frage ist, bei welchen Raumluftfeuchten sich die Nutzer noch wohl fühlen.

    Grüße
    Thorsten

  9. #9
    Tubesox ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Mit zusätzlicher Dämmung hat das wenig zu tun, ganz im Gegenteil. Gute Ansätze findet man bei sancal und deren Heizungssystem.

    Zum Luftwechsel: HIER
    Grüße
    Heiner

  10. #10
    toco ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Alle Jahre wieder: Raumklima, Feuchtigkeit, Schimmelbildung...Luftentfeuchter?

    Vielen Dank schonmal für eure Rückmeldungen!

    - die Fenster sind "relativ" neu und dicht, Winkhaus-Kunststofffenster, drinnen steht Flachglas 3/79. evt. Baujahr ?
    - baulich was zu ändern (wie Wandheizung, aufwendige Innendämmung) ist mir erstmal zu teuer, da Mietwohnung
    - eine Balkontür nach Süden ist nicht dicht, da ziehts, Schimmel gibts da auch keinen, aber überall Dichtungen (teilweise) zu entfernen um Dauerzugluft zu haben, klingt für den Winter nach kalten Füßen und ungemütlich, oder fürs Schlafzimmer nach Nackenverspannung am Morgen.
    - interessant der Wikipedia-Hinweis "4 Personen gleich 10 Liter Wasser pro Tag die entsorgt werden müssen gleich 11 mal Lüften pro Tag!"

    zur Nachtabsenkung:
    - Schlafzimmerfenster war, ohne nachts zu heizen, morgens immer beschlagen, da konnte man die Feuchtigkeit aufwischen, Raum wurde aber auch recht kalt (15/16 Grad etwa). Bei mäßigem Heizen in der Nacht bleibt die Scheibe trocken (Heizkörper unter der Scheibe), der Raum hat 19 Grad, aber die Feuchtigkeit schlägt sich dann (vermute ich) vermehrt an kalten unteren Ecken (Außenwand) des Raumes nieder. Da gabs dann Schimmelbildung. Saniert wurde das ganze letzte Woche durch Entfernen der Tapete in der Ecke, schimmelhemmender Putz und Farbe wurde aufgetragen, keine Tapete. Vielleicht hilfts ja...

    Mein vorläufiges Fazit:
    Nachts das Schlafzimmer wieder kalt lassen und Wasser von der Scheibe wischen, tagsüber aufheizen und lüften. 11mal....
    Für Speisekammer (stehen nur Getränkekisten) und andere Fälle Luftentfeuchter anschaffen, falls man mal was anderes vorhat als dauernd durch die Wohnung zu rennen und Fenster auf, Heizung aus und umgekehrt zu spielen....und dann die offenen Fenster vergessen...
    und ja, zu trocken sollte es nicht werden, im Büro haben wir teils unter 30%, sehr unangenehm...
    so, muss jetzt aber erstmal lüften gehen... , viele Grüße toco

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