Ich arbeite gerade an einem Projekt, das ich im Frühjahr begonnen habe, und nun endlich fortsetzen kann. Mich hat dieser Ort von der ersten Minute seiner Existenz an fasziniert. Hintergrund ist, dass ich selbst aus einer Verfolgten-Familie stamme. Deshalb berührt mich die mit diesem Ort verbundene Thematik sehr.
Der Ort fasziniert mich aber nicht nur mit dem rückwärtigen Blick auf die Geschichte, sondern als gegenwärtiges Kunstwerk und als Ort der Kontemplation. Natürlich sind mir die Kritiken bekannt und auch mir haben die selbstdarstellerischen Profilierungsklimmzüge des vergreisten Förderkreises (Durchschnittsalter etwa 103) mehrfach Zahnschmerzen verursacht. Aber ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk und als solches souverän. Der Förderkreis vergeht. Das Kunstwerk nicht. Und ich halte es für eine unglaubliche Leistung, den teuersten Baugrund der Stadt nicht den Finanzkraken zum Fraß vorzuwerfen, damit die dort gesichtslose Hochbau-Tempel der Spekulationswut errichten. Dieser Versuchung zu widerstehen ist eine Leistung, die Respekt verdient. Entstanden ist aus dieser Entscheidung heraus ein Ort der Kontemplation, der Besinnlichkeit, und der Begegnung. Begegnung der Völker - der Menschen aller Nationen. Und das ist nicht übertrieben formuliert, wie ich nach zahllosen Besuchen an diesem Ort weiß: Millionen Menschen waren hier. Menschen aller Konfessionen, die sich hier friedlich versammeln. Tag für Tag. Es ist ein Ort mit magischer Ausstrahlung, der zum Frieden animiert.
Zum Projekt:
Ich hege nicht die Hoffnung, ich könne mit schönen Fotos die Welt verändern. Natürlich nicht. Aber bewegen? Vielleicht ein klein wenig: Fotos rücken ein Thema in das Interesse der Menschen. Ausdrucksstarke Fotos faszinieren die Menschen und inspirieren sie. Wenn die Fotos etwas zu sagen haben, lassen sie die Menschen denken. Denken kann Handeln beeinflussen. Meinungen ändern. Das Weltbild korrigieren. Und damit dann in letzter Konsequenz auch die Welt bewegen. Und ich finde, das ist doch ein Ziel, für das es sich lohnt, den Finger auf den Auslöser zu drücken!Und ganz nebenbei, um den Destruktivisten zu begegnen, für die das alles sinnlos ist, nichts bewirkt, viel zu unkonkret ist, und überhaupt ...: Tun ist allemale besser als Nicht-Tun!
Menschen am Mahnmal: Nie wieder Holocaust. Nirgendwo! Never Holocaust again. Anywhere.
Nie wieder Völkermord. Nie wieder Rassismus. Nie wieder Diskriminierung. Nie wieder Verfolgung von Minderheiten auf unserem Planeten!
(Gefördert durch den Bundespräsidenten und das Land Berlin.)
... sagt Adriana aus Peru
... sagt Muhammad aus Libyen
... sagt Jiao-Hua aus Taiwan
... sagt Abdulai aus Ghana
EDIT: Wer sich dafür interessiert, wie es mit dem Projekt weitergegangen ist, kann sich die Ergebnisse hier anschauen: http://www.flickr.com/photos/4814683...7630034328743/


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