Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, erinnere ich mich an jede Menge obskure wissenschaftliche Details. Beispielsweise erinnere ich mich an die Stichworte „Zitronensäurezyklus“ und „Sonatenhauptsatzform“. Beides waren Dinge, die ich lernen musste. Es sind Spezialinformationen aus der Biologie und aus der Musik. Nichts gegen die eine oder andere spannende Information aus irgendwelchen Spezialgebieten! Aber warum lernen wir ausgerechnet „Zitronensäurezyklus“ und die „Sonatenhauptsatzform“? Warum lernen wir nicht beispielsweise das „Eisenhower-Prinzip“?
„Zitronensäurezyklus“ und „Sonatenhauptsatzform“ sind wichtige wissenschaftliche Grundlagen, mag man einwenden. Und was soll schon das „Eisenhower-Prinzip“ sein? Das ist doch bestimmt nichts Wissenschaftliches.
Und genau das ist richtig: Das „Eisenhower-Prinzip“ ist eine unakademische und gerade deswegen vorzügliche Regel für unser Leben. Sie hat mir mehr gebracht als „Zitronensäurezyklus“ und „Sonatenhauptsatzform“ und die binomischen Formeln zusammen, Ableitungen und Elektronenmodelle. Ich lebe und arbeite nach dem „Eisenhower-Prinzip“ und habe daher so gut wie keinen Stress und bin dennoch enorm produktiv.
Das „Eisenhower-Prinzip“ ist einfach: Erledigen wir erst, was wichtig und dringend ist – erscheinen wir beispielsweise pünktlich zu einem Geschäftstermin, von dem wir uns oder unserem Unternehmen etwas versprechen. Wichtig und dringend sind akute und zugleich große Dinge, die fristgerechte Abgabe eines Werkes oder einer Steuererklärung, im Job ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Wenn das getan ist, erledigen wir die zweite Art von Aufgaben: wichtige Dinge, die nicht dringend sind oder besser: die noch nicht dringend sind. Schreiben wir beispielsweise von Anfang an kontinuierlich und diszipliniert an einem Buch, so wird es niemals dringend, sondern wir halten den Abgabetermin locker ein. Auch alle weiteren wichtigen Dinge erledigen wir in dieser Priorität: den Geschäftsplan für eine Kooperation mit Partnern, der kontinuierliche Aufbau eines Namens. Sind diese Dinge alle „in der Pipeline“, um es neudeutsch zu sagen, werden auch sie nicht dringend, sondern führen nach Zeitplan zum erwünschten Ergebnis.
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