Hier nun der schon länger angekündigte Bericht zur Iberital Challenge auch bekannt als Iberital MC2.
Vorneweg: Ich bin kein Mühlenexperte! Mich hat einfach mal interessiert, was man denn zu dem Preis bekommen kann und ein konisches Mahlwerk hatte ich persönlich noch nicht im Gebrauch...
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[URL=http://img180.imageshack.us/my.php?image=iberitalpdfshotqf9.jpg][IMG]http://img180.imageshack.us/img180/9392/iberitalp
Hersteller:
Fa. Iberital aus Spanien. Iberital vertreibt nach eigenen Angaben seit 25 Jahren Ersatzteile für Espressomaschinen:
Located in Barcelona (Spain), Iberital de Recambios is a leading company in the design, manufacture
and commercialisation of spare parts for professional espresso coffee machines and grinders.
After 25 years presence on the market, a 20,000-reference catalogue is able to satisfy most of the needs of technical service centres world-wide.
Supplying original spare parts as well as non-catalogue parts are among our
organisation’s strengths and enable us to provide an integral service.
siehe auch www.iberital.com
techn. Daten laut Hersteller:
Motor: 220 V-60 Hz ó 220 V-50 Hz ó 110 V- 60 Hz; 140 w (empty).
• The special finish of the conic blades combined with the ow speed revolutions, no higher than 600 r.p.m. provide quality grinding and preserve the aroma of the coffee beans.
• Hopper capacity: 500 g of coffee beans.
• Measures: long 270 mm, hight 375mm, wide 165mm.
• Weight: 4,5 Kg.
Gekauft via:
Bezogen habe ich die Variante mit Mahlzeittimer (ohne Dosierkammer) via www.caffelounge.de . Hier war es kein Problem dort anzurufen und vorab, wie auch im weitern Verlauf Nachfragen zu der Mühle zu stellen. Geliefert wurde die Mühle in der Originalverpackung der Fa. Iberital (Werksaufkleber). Leider besteht die aus lediglich einem großen Karton, in dem die Mühle ohne weiteres Polstermaterial liegt. Der Bohnenbehälter liegt in einem separaten Innenkarton, das Mühlengehäuse konnte im Karton jedoch hin- und herrumpeln. Schaden hat sie dabei nicht genommen. Hier sollte Caffeelounge nachbessern. Andere Käufer haben ja schon von Transportschäden berichtet. Herr Morinho von Caffeelounge schrieb mir dazu: „Das mit der Verpackung kann ich zur Zeit nicht beurteilen. Laut meiner Info werden die Mühlen in der Verpackung unseres Lieferanten weiter versendet. Es wird von meinem Mitarbeiter noch zusätzlich ein Markierungsband verwendet. Ich habe ihn jedoch drum gebeten ab jetzt in jeden Karton reinzuschauen um spätere Reklamationen zu vermeiden.“
Angebracht wäre hier m.E. wohl ein wenig Füllmaterial wie Papier oder Polsterfolie. Was bei meiner Mühle auch fehlte war eine Gebrauchsanleitung. Ich hab sie nicht wirklich vermisst, aber an sich gehört so was eben doch dazu. Auf Nachfrage hieß es dazu: Es ist in der Tat wahr, dass wir vergessen haben eine Bedienanleitung beizulegen. Die ist im originalen nicht immer dabei.
Gehäuse:
Der Korpus besteht aus stabilem, lackierten bzw. pulverbeschichteten Blech. Der Mühlenfuß und der Gehäusedeckel bestehen aus Kunststoff. Meines Wissens nach gibt es die Mühle ausschließlich in der silbergrauen Lackierung mit schwarzem Ober- und Unterteil. Das Ganze macht einen stabilen, soliden Eindruck und ist gut verarbeitet, also ohne spitze Ecken, scharfe Kanten o.ä..
Der Gehäusedeckel ist mit „Snap-In-Laschen“ (ne bessere Bezeichnung fällt mir jetzt nicht ein) befestigt und lässt sich recht gut abnehmen.
Bohnentrichter:
Fassungsvermögen 500gr., Material: rauchigbrauner, transparenter Kunststoff; dicht abschließender Deckel. der Trichter wird auf das Unterteil gesteckt und klemmt dort ohne Nut oder sonstige Positionsmarkierung ein. Somit ist er später auch ohne dass dabei der Mahlgrad verändert wird, drehbar. Tatsächlich sitzt er jedoch recht stramm und ist ohne Absicht weder drehbar noch lockert er sich von allein.
Mahlwerk:
Die Challenge besitzt ein konisches Mahlwerk, dass präzise und stufenlos einstellbar ist und ohne weiter Umbauten oder Tuning sehr fein (bis zum nur tröpfelnden oder versiegenden Siebträger) einstellbar ist. Verwendung findet das Mahlwerk wohl auch noch in den kleinen konischen Mühlen anderer Hersteller. Die Innova Ascaso (oder Ascaso Innova?) scheint z.B. eine solche zu sein.
Um den oberen Mahlkonusträger muss man den Schneckensatz abschrauben (2 Kreuzschlitzschrauben) und kann den in einem Kunststoffgewinde gefassten Träger dann recht leicht herausschrauben. In der Mahlkammer selbst sammelt sich recht viel Mahlgut.
Mahlgradverstellung:
Die Challenge wird über einen Schneckenradsatz (oder heißt das Schneckengetriebe?) verstellt. Das Gewinde ist zur Verstellung ist aus Kunststofff gefertigt und hat eine Steigung von 1mm/ Umdrehung.
Der gesamte Mechanismus ist extrem fein zu verstellen! Um den Mahlgrad anzupassen muss man schon mal drei oder vier volle Umdrehungen am Knopf drehen. Für die allererste Justage waren bei mir bestimmt deutlich über zehn Umdrehungen notwendig!
Der Mahlgrad selbst ist dann stabil. Ohne äußeres Zutun verstellt er sich also nicht.
Die Mühle hat jedoch keine ernstzunehmende Skala an der man einmal eingestellte Mahlgrade zuverlässig ablesen kann. Am oberen Ende des Bohnenbehälters ist ein Klebeband mit Markierungen befestigt. An dieser lässt sich die relative Position des Mahlwerks ablesen. Die Markierungen sind jedoch recht grob, außerdem fehlt den Markierungen ein Gegenüber am unteren Korpus. Wer mag, müsste sich eine solche Markierung also am Korpus anbringen und den hoch angeklebten, aber leicht ablösbaren Klebestreifen nach unten versetzen. Ich habe darauf bislang verzichtet. Läuft der Kaffee zu schnell, mahle ich halt feiner und umgekehrt...
Mahltimer:
Wegen dem wollte ich eben diese Mühle. Gestartet wird ein Mahlzyklus indem man mit dem ST an einen Taster drückt. Anschließend kann muss man den Taster nicht mehr drücken, kann den ST auch leicht hin- und herschwenken. Die Mühle läuft für die eingestellte Zeit.
An der unteren rechten Gehäuseseite gibt es einen recht kleinen Verstellknopf, an dem man einen Poti verstellt und somit die Mahlzeit vorgibt. Leider gibt es auch hier keine Skala, an der man die Zeit ablesen könnte um Bezugspunkte zu haben. Das spielt aber eigentlich auch keine Rolle, denn leider hat sich der Timer bei mir als gänzlich untauglich erwiesen. Die gemahlene Menge ist sehr stark abhängig von der Bohnenbehälterfüllung. Neigt sich die Füllung dem Ende entgegen (auch bei mehreren Zentimetern Füllhöhe), springen die Bohnen über dem Mahlwerkseingang. Dadurch kommt es immer wieder zu hörbaren Leerläufen im Mahlwerk. Offensichtlich werden die Bohnen dann nicht mehr zuverlässig in den Mahlwerkseingang gepresst. Man sieht, wie in diesem Moment auch nichts aus dem Auswurfschacht transportiert wird.
Aber selbst bei vollem Behälter kommt es immer wieder vor, dass keine Bohnen nachrutschen und das Mahlwerk für einen Moment leer läuft. Bei einer Reihe von Mahlungen am gleichen Nachmittag erhielt ich so Mahlmengen zwischen 5,x und 9,x Gramm. Den Timer kann man deshalb vergessen! Schade...
Nutzen lässt sich die Mühle dann immer noch ganz gut, indem man den Timer recht hoch einstellt und den ST nach Augenmaß füllt. Sobald die gewünschte Füllhöhe erreicht ist, beendet man den Mahlvorgang indem man den Hauptschalter links unten kurz schaltet. Augenblicklich wird das Mahlen beendet.
Der Effekt, das die Mühle sich gelegentlich "verschluckt" bzw. keine Bohnen nachrutschen bleibt dennoch bestehen. Das kann schon mal nerven. In dem Moment gebe ich der Mühle dann immer einen sanften Klaps auf das Gehäuse und dann rutschen die Bohnen auch nach.
Lautstärke:
Die Mühle macht schon ein recht ordentliches Geräusch. Wirklich laut finde ich sie nicht, was letztlich subjektiv bleibt und messen kann ich da nix.. Konische Mühlen sollen grundsätzlich auch anders klingen, habe ich mal gelesen. Bei der Challenge kann man quasi hören, wie die Bohnen im oberen Teil des Mahlwerks zerbrochen werden. Ob sie nun leiser als die Demoka ist? Ich kann es mangels Vergleich nicht wirklich beurteilen. Bei einem kleinen Boardtreffen hätte ich die Gelegenheit zum Vergleich gehabt, hab sie aber nicht genutzt. Ich kann nur sagen, dass sie in etwa so laut ist wie meine gaggia MD64, die wiederum deutlich leiser ist als die Carimali M1...
Mahlkammer/ Mahlreste:
Auf den Fotos ist die geöffnete Mahlkammer zu sehen. Hier sammelt sich in der Tat so einiges an Kaffeemehl. Ob das nun dort hängen bleibt oder stetig ausgetauscht wird, weiss ich nicht. Bislang haben sich geschmacklich bei mir keine Nachteile bemerkbar gemacht.
Mahlergebnis:
Der wohl wichtigste Punkt bei einer Mühle ist letztlich wie gut sie denn mahlen kann. Hier liefert die Challenge m.E. wirklich gute Ergebnisse.
Beim Justieren dachte ich anfangs, dass die Mühle immer noch zu grob mahlt. Tatsächlich scheint das Mahlgut einer konischen Mühle aber einfach eher grob auszusehen. Irgendwie scheint es mir quasi „flockiger“ denn körnig. Aus dem Auswurfschacht rutscht das Mahlgut sauber und gezielt in den Siebträger. Probleme mit statischer Aufladung und resultierend herumfliegendes Kaffeemehl, wie von anderen Einsteigermühlen oft berichtet, hatte ich mit der Iberital nie.
Zubereitet auf meiner Carimali Uno konnte ich mit der Iberital auf einmal eine deutlich bessere Crema, insbesondere aber stabilere Durchlaufzeiten erzielen. Mit „Besserer Crema“ meine ich hier, das diese über längere Zeit harmonisch bleibt und ein plötzlicher Wechseln zur Blondpase nun seltener als vorher auftaucht. Die Crema selbst ist ion den meisten Fällen durchgehend gleichfarbig, also nicht gescheckt, gestreift oder ähnliches.
Auch geschmacklich scheint es mir so, dass ich mit dieser Mühle nun einfach subtilere Noten aus dem Kaffee ziehen kann, als ich es bisher von meinen Scheibenmühlen her kenne. Das ist eben der Punkt der mich an der Iberital durchaus begeistert! Ich kann es weder mir noch euch erklären, warum der Espresso nun deutlich besser schmeckt, glaube aber eher nicht daran, dass die Scheiben aller meiner anderen Mühlen schon so runtergenudelt sind.
Ein Video zum Mahlvorgang gibt es hier:
http://member.file-upload.net/ergoju...-challenge.wmv
Ersatzteilversorgung:
Caffeelounge gibt an alle gängigen Ersatzteile für die Mühle vorrätig zu haben. Diese sollen demnächst auch im Onlineshop gelistet werden.
Fazit:
Die Timervariante hält nicht was sie verspricht, denn die Mahlmengen variieren doch ganz extrem. Man sollte die Timervariante der Challenge deshalb letztlich als eine normale Einsteigermühle zum Direktvermahlen in den ST bewerten. Nur so ist sie auch einsetzbar.
Bedient man die Mühle klassisch, indem man den Starttaster mit dem ST antippt und das Mahlen am gut zugänglichen Hauptschalter abbricht, so erhält man ein m.E. sehr, sehr gutes Mahlergebnis.
Die Mahlgradverstellung ist stufenlos und sehr fein möglich, es fehlt jedoch eine zuverlässige Skala zum Wiederfinden des Mahlgrades.
Das Gehäuse und seine Verarbeitung macht auf mich einen stabilen und wertigen Eindruck. Scharfe Kanten, Grate o.ä. konnte ich bei der Iberital nicht entdecken.
Der Preis von 118,- Euro (inklusive Versand) ist deshalb meiner Meinung nach in Ordnung. Andere Einsteigermühlen kosten in der Regel mehr.
Als Einsteiger- oder Zweitmühle kann ich die Mühle durchaus empfehlen, solange man sich nichts von dem Timer verspricht und mit der Macke der gelegentlichen Ladeblockade leben kann.
Sonstiges:
- Ob und wie sie nun im Vergleich mit der Demoka bestehen kann, müssen andere beurteilen.
- Genausowenig kann ich nach nun zwei Wochen beurteilen, wie sich die Mühle über Monate und Jahre verhält.
- Im Forum von http://www.toomuchcoffee.co.uk finden sich via Forensuche eine ganze Reihe von Nachfragen und Antworten zu der Mühle, die soweit ich das überflogen habe, allesamt recht positiv ausfallen.


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