Kann Andreas nur beipflichten: Billige Mühlen bringen's nicht. Im Board hier herrscht meinem Eindruck nach weitgehend Konsens darüber, dass man unterhalb der Demoka/Gaggia-Klasse nicht einsteigen sollte, man dann aber mit diesen Mühlen schon Geräte bekommt, die für sehr feinen Espresso sorgen können. Dieser Meinung würde ich mich anschließen.
Meine Freundin hat seit etwa 2 Jahren eine Tchibo-Mühle bei sich in der Küche stehen, die moderat häufig benutzt würde. Selbst bei der feinsten Mahlgrad-Einstellung ist das Mahlergebnis mit dem aus der Demoka nicht zu vergleichen. Es kommt sowohl extrem feiner Kaffeestaub raus, der dann oben an den Rändern des Auffangbehälters kleben bleibt, als auch sehr grobe Stücke. Einen Espresso mit halbwegs vernünftiger Durchlaufzeit habe ich mit Kaffeemehl aus der Tchibo-Mühle selbst bei massivem Tampern noch nie hinbekommen.
Am Wochenende haben meine Freundin und ich spaßeshalber Mühlen-Zweikampf mit röstfrischen Bohnen und der Gaggia CC gemacht, weil meine Freundin nicht glauben wollte, wie erheblich der Einfluss der Mühle auf die Espressoqualität ist. Sie ist inzwischen überzeugt.
Die Beziehung zwischen Mühle und Qualität des Mahlgutes verläuft aber mit Sicherheit nicht linear, sondern eher asymptotisch. Zuerst sehr steil (teurer = besser), danach aber wird der Qualitätsgewinn beim Mahlergebnis mit steigendem Mühlenpreis immer geringer. Ich glaube, mit der Demoka liegt man schon weit im flachen Ast der Funktion.
Was also unterscheidet die teureren Mühlen von der billigen Variante, und zwar wirklich nur hinsichtlich der Qualität des Mahlgutes, nicht aus Handhabungs- oder optischen Gesichtspunkten?
Erstens sind die Mahlscheiben billiger Mühlen zumeist kleiner und drehen schneller, um halbwegs akzeptable Mahlzeiten zu erreichen. Dadurch wird das Mahlgut unnötig stark aufgezeizt (Reibungswärme), was den Geschmack beeinträchtigen kann.
Zweitens und viel wichtiger sind die verbauten Teile bei den billigen Mühlen nicht so stabil wie bei hochwertigeren Geräten. Das führt dann zu stärkeren Torsionen der Mahlscheiben beim Mahlen. Wenn gerade auf der einen Seite eine Bohne zwischen die Mahlscheiben gerät, werden diese auf dieser Seite auseinander und auf der anderen Seite zusammengedrückt. Dadurch wird das Mahlgut sehr inhomogen gemahlen, was sich negativ auf die Extraktion auswirkt.
Drittens bildet die stufenlose bzw. sehr feine Mahlgradverstellung wie Andreas schon gesagt hat ein unverzichtbares Feature. Neben Bohne, Kaffeemenge und Tamperdruck ist der Mahlgrad der vierte entscheidende Faktor, bevor die Espressomaschine ihr Werk verrichten kann. Bei der Demoka beginnen ab einer halben bis dreiviertel Umdrehung des Mahlgradrades merkbare Veränderungen des Espressobezugs. Von diesen halben Umdrehungen hast Du bei der Demoka im sinnvollen Verstellbereich etwa 40 bis 50 Stück. Da kann eine Tchibo-Mühle mit fünf oder zehn Stufen nicht mithalten. Ich bin zwar niemand, der das Heil ausschließlich in der stufenlosen Verstellbarkeit sehen würde, aber der Feinheitsgrad der Stufung spielt eine erhebliche Rolle.
Viertens verschleißen teurere Mühlen langsamer.
Also, wie meine Oma immer zu sagen pflegte: Willst Du sparen, kauf das Teure.
Malte.
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Den Unterschied zwischen dem Mahlergebnis kannst Du auf den folgenden beiden Fotos erahnen. Das obere kommt von Summicron aus einem "Grundsätzliches"-Thread, das untere von der Home-Barista-Homepage aus einem Artikel zur Weiss-Distribution-Technik (WDT). Man sieht deutlich die Unterschiede.

Bild 1: Grobes Mahlgut.

Bild 2: So soll's sein.
"Did I miss a fucking meeting with the coffee? You can get every other flavor except coffee flavored coffee!
They got moccaccino, they've got chococcino, frappuccino, cappuccino, rapaccino, Al Pacino, what the fuck!" - Dennis Leary
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