Kleiner Test: Gute Mühle für VA
Im Rahmen eines schleichenden Umstiegs von einem Jura VA zum Siebträger hatte ich am WE die Gelegenheit, bei dem Jura-Besitzer einige Tests mit seiner von mir angeschleppten Super Jolly und dem VA zu machen. Selbstverständlich habe ich ihn erstmal über sämtliche worst-case Szenarien aufgeklärt, die eintreten können, wenn wir zu feines Kaffeemehl in de VA schütten und ihn aber auch mit dem Gedanken getröstet, daß dies aber das Upgrade letztlich nur beschleunigen würde. Nun aber zum Test selber:
Zubereitet werden sollte ein doppelter Espresso. Demnach wurde das verwendete Bezugsprogramm der Jura (älteres Modell, Bezeichnung wird nachgereicht) auf eine Flüssigkeitsmenge von 60 g eingestellt. Unter der Verwendung des integrierten Mahlwerks (feine Einstellung) beträgt die Durchlaufzeit 15-20s. Jede Portion Kaffee (jeweils 14 g Mocambo Brasilia) wurde direkt vor Verwendung frisch gemahlen (Hierzu sei noch gesagt: Die Verwendung von vorhandenen Tchibo-Bohnen ging garnicht). Die Kaffeemenge hat meiner Meinung nach bei dem verwendeten VA einen deutlich höheren Einfluß auf die Extraktionszeit als ich es von meiner Siebträgermaschine gewöhnt bin. Daher war für diese Experimente eine exakte Dosierung wichtig. Die Extraktionszeit kann bei einem VA natürlich nicht über den Anpressdruck des Kaffees im Sieb sondern nur über den Mahlgrad reguliert werden.
Die Justierung des Mahlgrads gestaltete sich recht unproblematisch. Hierbei haben wir uns wie bei den Siebträgern an der Durchlaufzeit orientiert. Das geschmacklich beste Ergebnis wurde bei einer Durchlaufzeit von ca. 20s erreicht. Die Super Jolly war hier auf einen Mahlgrad von 1,5 Einheiten über dem Nullpunkt (bzw. 15 Teilstriche) eingestellt. Schon eine kleine Abweichung (2 Teilstrichen) zu einer feineren Mahlung hin verstopft die Jura. Da es anscheinend kein Überdruckventil gibt, entlädt sich das Wasser unglücklicherweise nach Öffnen des Siebes irgendwo im Inneren der Maschine (Hier ist also Vorsicht geboten, vor einem zu feinen Mahlgrad wird hier im Forum in diesem Zusammenhang auch gewarnt).
Besonders bemerkenswert im Vergleich zum "onboard" Mahlwerk ist die unerwartete Cremabildung (die erste Tasse lief gleich über) sowie die fehlende Säure. Zusammenfassend waren wir sehr überrascht von dem doch deutlich besseren Ergebniss. Wenn ich persönlich das hier erzielte Ergebnis zwischen einen Standard-"Espresso" aus dem Jura VA (1 Punkt) sowie einem Espresso aus meiner Junior mit Super Jolly (10 Punkte) einordnen müßte, würde ich vielleicht 4-6 Punkte vergeben. Der Einfluß einer guten Mühle scheint sich hier also auch wieder einmal bemerkbar zu machen.
Ich kann das Mühlenupgrade von VA-Mahlwerk zu einer vernünftigen stand-alone Lösung nur empfehlen, besonders in dem Zusammenhang einen mittelfristig geplanten Maschinenupgrades. Ansonsten würde eine zusätzliche Mühle auch nicht dem entsprechen, was sich der VA-User bei Anschaffung seines Systems vorgestellt hat.
La Cimbali Junior S/1 | Bialetti MOKA EXPRESS| Mazzer Super Jolly manuale | OBEL EB | Zassenhaus Santiago
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