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  1. #1
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    an dieser stelle möchte ich mal einen gedankengang zum besten geben, der mir heute so gekommen ist:
    aus einschlägigen messungen (temesblog, illy etc) wissen wir, dass eine ordentliche mühle vereinfacht gesagt zwei verschiedene korngrößen produziert (plus streuung). wenn man sich die mahlscheiben ansieht, haben diese auf dem rand, also dort, wo letztenlich der mahlgrad festgelegt wird, kleine ausbuchtungen (dort, wo die dreieckigen ausfräsungen bis zum rand gehen). die feineren partikel müssten also dort entstehen, wo der scheibenabstand ziwschen den kerben kleiner ist und die größeren partikel würden dann genau durch die kerben rutschen.
    bei der md50, die ich heute auseinandergenommen habe, sehen die scheiben an sich noch recht fit aus, scharf sind sie noch einigermaßen. nur die kleinen ausbuchtungen im rand sind fast weg. wenn ich damit jetzt weiter mahlen würde, könnte es sein, dass ich nur noch feine partikel produzieren würde, die scheiben also "stumpf" sprich alt sind.

    doch wo genau ist der übergang? kann man mit irgendeinem messwerkzeug die tiefe dieser einschnitte messen, um zuverlässig den verschleißgrad der scheiben anzugeben, so wie beim fahrrad die ritzel-, kettenblatt- und kettenverschleißlehren? wahrscheinlich werde ich die scheiben sowieso wechseln, aber zb bei meiner sm90 habe ich das nicht getan und sie mahlt trotzdem ganz anständig (neue liegen schon parat).

    gruß, max
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  2. #2
    Tschörgen ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    Hochgeistige Gedankengänge hast du da! Ist zwar nicht einfach sich das ohne Fotos vorzustellen (Ich weiss du hast keinen), aber ich will mal versuchen auf deine Gedanken einzugehen.

    Zitat Zitat von meister eder Beitrag anzeigen
    an dieser stelle möchte ich mal einen gedankengang zum besten geben, der mir heute so gekommen ist:
    ..............schnipp......................
    wenn man sich die mahlscheiben ansieht, haben diese auf dem rand, also dort, wo letztenlich der mahlgrad festgelegt wird, kleine ausbuchtungen (dort, wo die dreieckigen ausfräsungen bis zum rand gehen). die feineren partikel müssten also dort entstehen, wo der scheibenabstand ziwschen den kerben kleiner ist und die größeren partikel würden dann genau durch die kerben rutschen.bei der md50, die ich heute auseinandergenommen habe, sehen die scheiben an sich noch recht fit aus, scharf sind sie noch einigermaßen. nur die kleinen ausbuchtungen im rand sind fast weg. wenn ich damit jetzt weiter mahlen würde, könnte es sein, dass ich nur noch feine partikel produzieren würde, die scheiben also "stumpf" sprich alt sind.
    .................schnip
    gruß, max
    Da habe ich mir gedacht: "Dann stell halt einfach einen "Furz" gröber, dann fallen auch wieder größere Partikel ins Sieb.

    Ein Messwerkzeug hast du, und zwar deine Geschmacksnerven! Richtig stumpf wäre eine Scheibe doch,
    wenn die Kaffeebohne nicht mehr gemahlen, sondern Stück für Stück "kleingequetscht" werden, oder?
    Dadurch entsteht eine höhere Reibungswärme beim quetschen.
    Diese "Hitze" röstet/verbrennt also das Mehl nachträglich und so schmeckt es dann auch, denke ich mal.

    Dann sollte dein Messwerkzeug sprich Geschmacksnerv melden: "Kaffe ist bitter, Scheiben sind stumpf"!
    Wobei es schon schwierig ist bei bitteren Kaffe gleich an stumpfe Scheiben zu denken.

    Ich denke mal deine sm90 mahlt auch die nächsten paar Jährchen noch zuverlässig, und wenn du die gröberen Partikel vermisst, denk an den "Furz" gröber.

    Wohl gemerkt, das war jetzt nur mein Gedankengang, als ich deine Zeilen las. Kann gut sein daß ich vielleicht Blödsinn erzähle, die Diskussion ist hiermit eröffnet!

    Schönen Feiertag noch.

    Gruss Tschörgen

  3. #3
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    gröber stellen bringt mE nichts. ich werde mal versuchen, zu verdeutlichen was ich meine.
    in temes blog gibt es ein paar bilder von partikelspektren diverser mühlen: Espresso Passione
    darauf sieht man, dass es immer einen teil feiner und einen teil gröberer partikel gibt. scheinbar werden die gröberen gebraucht, um dem puck sowas wie "halt" zu geben. mit nur feinen partikeln verstopft das seb sehr schnell oder man hat viel matsch und channeling. stellt man bei solchen scheiben gröber, verschiebt sich das maximum in richtung grob und man hat schnell zu hohe durchlaufzeiten + channeling. man braucht also beide maxima.

    in einem thread von vor ein paar tagen war diese seite verlinkt. sie zeigt ua detailbilder von mahlscheiben einer mazzer mini: http://www.ruscelli.com/images/070316-021a.jpg
    darauf kann man gut den rand sehen, von dem ich sprach. er hat einmal die kante oben und dann noch etwa alle 2mm diese einbuchtungen. sogar vom größenverhältnis würden die zu den amplituden der maxima auf temes blog passen.

    bei meiner md50 sieht zwar alles noch ganz scharf aus, aber der rand scheint soweit abgehobelt, dass die kleinen ausbuchtungen verschwunden sind. ich kann also mener theorie nach nur eine partikelgröße mahlen, aber nicht mehr beide. testen kann ich das leider erst, wenn ich die mühle wieder zusammen hab, das kann anber noch ein paar tage dauern.

    gruß, max
    ps: wollte die bilder nicht als solche hier einbinden, manche leuten haben damit (rechtliche) probleme. deshalb nur die links.
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  4. #4
    Tschörgen ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    Ich will noch ein paar Gedanken loswerden.

    Ich glaube eher das die rauhen Oberflächen den Mahlgutes dem Puck einen Halt gibt (sie verhaken sich ineinander), nicht die verschiedenen Körnergrößen. Mikroskopisch betrachtet, fallen die kleineren Teile nur in die Leerräume zwischen den größeren. Das schafft meiner Meinung eine grössere Dichte, die wir als feiner gemahlen wahrnehmen!

    Der Idealfall wäre ja, alle Körner in einer gleichen Größe.
    Der Realfall ist ja eine Mischung aus verschiedenen Körnern, die beim Tampern gewaltvoll "eingeparkt" werden.
    Und das ganze Spielchen nennt man dann die "Kunst der Espressoherstellung" Das ist bei jeder Maschinen/Mühlenkombination anders.
    Das ist ja das schöne daran und davon lebt ja das Forum!

    Die goldene Mitte hierfür zu finden ist glaube ich das Ziel. Frei nach dem Spruch:

    "Wenn ein Mensch mit einem Fuß auf einem Eisblock steht und mit dem anderen auf einer heissen Herdplatte, bewegt er sich in angenehmer Temperatur"!

    Jetzt schweife ich ab - Zeit für eine Pause.

    Tschörgen

  5. #5
    gunnar0815 ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    @ Tschörgen Denke auch wie Max(hab ich doch richtig verstanden), das wenn alle Körner die gleiche Größe hatten, nicht der Idealfall ist.
    Grade durch die Unterschiede Lösen sich auch unterschiedliche Stoffe.
    @Max man könnte die Scheiben einscannen oder mit Maßstab Fotografieren und dann vermessen.
    Gunnar
    Carimali UNO E+ Preinfusions über Magnetventil + Mühlen= Elektra Nino + Mazzer Stark
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    Links:Sammlung technischer Daten aller Mühlen - Bezug aufteilen sollte jeder mal machen
    Preinfusion für Tank Maschinen
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  6. #6
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    einscannen wär' mal ne idee. müsste mal sehen, wie gut die tiefe dabei rauskommt.
    gruß, max
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  7. #7
    Tschörgen ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    Zitat Zitat von gunnar0815 Beitrag anzeigen
    @ Tschörgen Denke auch wie Max(hab ich doch richtig verstanden), das wenn alle Körner die gleiche Größe hatten, nicht der Idealfall ist.
    Grade durch die Unterschiede Lösen sich auch unterschiedliche Stoffe.
    Gunnar
    Upps!

    @Gunnar

    Ich hatte es bis jetzt nur aus technischer Sicht betrachtet. Du bringst nun die geschmackliche (und eigentlich die wichtigere) Sichtweise dazu.
    Wäre dann hier logischerweise mein oben beschriebener Realfall der idealere?!
    Da bin ich ehrlich gesagt etwas überfragt, könnte mir aber vorstellen daß auch hier die Mitte das Optimum wäre.

    Sorry Max, ich wollte deinen thread nicht verschandeln, bin aber schon gespannt wo es da raus geht!

    Bin dann mal weg!

    Tschörgen

  8. #8
    schnick.schnack ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    Ich denke, die zwei unterschiedlichen Partikelgrössen erhöhen die Oberfläche. Zwischen ein paar große Partikel passt noch ein Kleines. Wählt man die Größen der Partikel entsprechend, sollte man mehr rausholen können.

  9. #9
    Kai-Uwe ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    Irgendwo im Netz hatte ich vor Kurzem den Prototypen eines Messinstruments gesehen, welches die unterschiedlichen Korngrößen des Mahlguts separiert. Wahrscheinlich ist dies die einzige Möglichkeit Mahlscheibenverschleiß zuverlässig zu prüfen. Das Dingens war so einfach und genial wie die Rohlofflehre (Max weiss, was ich meine). Im Prinzip waren das vier oder fünf übereinander angeordnete Siebe mit jeweils nach unten feineren Löchern.

    Im Idealfall sollte bei einer Mühle ja eine Korngröße von je einer feineren und einer gröberen flankiert werden. In diesm Siebturm sollten bei scharfen Mahlscheiben also drei Siebe mit Kaffeemehl gefüllt sein. Das mittlere Sieb sollte dabei voller sein, als die anderen beiden.

    Ich hoffe, man konnte meinen Ausführungen folgen Die Internetseite mit dem Foto wäre verständlicher.

  10. #10
    meister eder ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: mahlscheiben und partikelgrößenstreuung

    naja, so einfach wie die rohlofflehre drüfte das dann doch nicht sein....
    ich dachte eher an so ein gerät, womit man materialstärken misst (die mit der uhr dran). die sind ausreichend genau und wenn man den prüfkopf durch eine spitze ersetzt, die in die ausbuchtung geht und mit zwei seitlichen metallstücken auf der scheibe abgestützt wird, könnte man damit die tife der ausbuchtung messen, ähnlich wie die kleinen plastikdinger für den reifenverschleiß beim auto.
    gruß, max
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