Ich habe die Mühle jetzt seit exakt 4 Wochen und habe sie täglich benutzt.
Den für mich passenden Mahlgrad kombiniert mit der passenden Timereinstellung hatte ich sehr schnell gefunden.
Am 2 Tag hatte ich einen fiesen, scharfkantigen Stein im Kaffee, welchen Sie schadlos "verdaut" hat. Das fand ich schon mal gut.

So ging es dann Tag für Tag eigentlich immer gleich: Bohnen rein, Siebträger drunter, Knöpfchen drücken, Tampern, Beziehen, fertig. (Je nach Bohnensorte und Luftfeuchte natürlich ein paar Rasten hoch oder runter)
Ich weiß nicht, ob es zu einfach war oder zu langweilig, auf jeden Fall fing ich irgendwann an, Menge, Mahlgrad, Anpressdruck, Brühtemperatur usw. so lange zu variieren, bis ich irgendwann meine Pavoni völlig frustriert in den Schuppen verbannt habe. Am nächsten Tag, habe ich dann meine ursprünglichen Einstellungen vorgenommen, alle Parameter wieder auf Urzustand und da bin ich wieder: Füllen, Knöpfchen drücken, fertig.
Eigentlich ist es doch genau das, was ich wollte und weiß es mittlerweile auch zu schätzen. Ich bin kein Espresso-Profi, sondern will einfach nur einigermaßen leckeren Espresso und ab und zu den besten Cappu der Stadt trinken.

Die Mühle mahlt, sie mahlt leise, schnell und gut, immer die exakte Menge und ich verschwende kein Pulver, weil sie bis auf knapp 0,5g alles rauswirft, was sie zerkleinert.
Allerdings fordert sie mich auch nicht heraus. Sie zwinkert mir nicht chromblitzend zu und flößt mir keinen Respekt ein, weil sie keine 14 kg wiegt und keine 800 Euro gekostet hat.
4 Wochen sind ein kurzer Zeitraum, aber ich habe das Gefühl, das es sich um ein sehr gutes Werkzeug handelt. Die technischen Daten beeindrucken und sie scheint auch tatsächlich das zu leisten, was sie auf dem Papier verspricht. Was ihr fehlt, ist die hochwertige, professionelle Gastro-Anmutung (auf die ich übrigens bei einigen anderen Mühlen echt abfahre, ich mag diese italienischen Boliden!), ist, das sie das was sie (nach meinem bisherigen Eindruck) leistet, hinter einem weder klassischen noch modernen, noch edlen, noch extravaganten, sondern einem schlichten, funktionellen 80er-Jahre-Design verbirgt. Trotzdem (oder gerade deswegen?) wird ihr soviel Aufmerksamkeit geschenkt.
Bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich geh jetzt erstmal Knöpfchen drücken, habe heute den ersten 100% Arabica probiert, mit dem ich gut zurechtkomme. (famila-Eigenröstung, schlagt mich!)