Hallo zusammen,
getreu dem Forum-Mantra, dass die Mühle neben den frischen Bohnen das Wichtigste ist und erst danach die Maschine kommt, habe ich letzte Woche in der Bucht zugeschlagen, aber für sehr kleines Geld. Heute abend (um 18.30 Uhr) hat endlich der Postbote geklingelt. Da ist sie nun, meine Mahlkönigin. Sie ist nicht schön, aber auf die inneren Werte kommt es an:
Das Teil ist größer und schwerer als erwartet. Optisch nicht gerade ein Hingucker mit ihrem schlichten Plastikkleid in beige und braun. Immerhin kommt sie in ordentlichem Zustand daher. Alles muss natürlich erst mal sauber gemacht werden. Das Gehäuse zu öffnen, war nicht so einfach, denn zwei der Schrauben befinden sich gut versteckt unter den vorderen Gummifüßen. Innen sieht man fast nur den fetten Motor.
Nach dem Abnehmen des dicken Mahlgradreglers ergibt sich gleich eine Möglichkeit, die Maschine zu tunen, da der Anschlag durch den Knopf gebildet wird. Hier rate ich aber zu Vorsicht, da der starke Motor bei zu kritischer Einstellung sich selbst oder die Mahlscheiben ruinieren kann. Ich habe den Motor von Hand gedreht und dann so weit verstellt, bis das Schleifgeräusch hörbar wurde. Eine Raste konnte ich so gewinnen, was für Espresso auch notwendig war.
Die Mahlscheibe habe ich leider nicht abbekommen. Nach Abschrauben des Knopfes und des Verstellgetriebes kommt eine Sechskantschraube zum Vorschein, die sich problemlos lösen ließ. Danach bin ich aber nicht mehr weiter gekommen, da die Mahlscheibe immer noch unverrückbar fest sitzt. Hat jemand eine Idee? Ich möchte ja gerne auch innen reinigen und den Verschleißgrad mir mal ansehen. So habe ich nach einer gründlichen Reinigung aller so weit zugänglichen Teile alles wieder zusammengebaut. Die innere Reinigung habe ich notdürftig durch das Mahlen von Schrottbohnen auf gröbstem Mahlgrad vorgenommen.
Uiuiui, das Teil hat echt Power und mahlt auch in Stellung "fein" mit einer rasanten Geschwindigkeit! An meinem Labortimer muss ich je nach Kaffeesorte 3-4 Sekunden einstellen, um 14g Kaffeemehl zu erzeugen. Das Mahlgut sieht auffallend homogen aus und klumpt überhaupt nicht, ganz im Gegensatz zu dem Mahlgut aus den in meinen Kombigeräten von Saeco und Faema verbauten Mühlen.
Der erste Testbezug war eine herbe Enttäuschung: auch bei feinster Mahlung rauschte der Kaffee viel zu schnell durch die Maschine. Also die überlagerten Schrottbohnen raus und Fausto's Peru rein. Prompt kommt kein Tropfen mehr aus meinem Siebträger. Eine halbe Stufe den Mahlgrad gröber gestellt, und die Saeco produziert zwei feine, gleichmäßige Mäuseschwänzchen mit viel Crema, wie ich es nie zuvor hinbekommen habe. Sonst hat es immer getropft, gespratzelt oder ist sonstwie ungleichmäßig gelaufen.
Ich bin gespannt, wie sich die Mahlkönigin bewähren wird. Mich beunruhigt allerdings, dass der Mahlgrad auf 0,5 steht bei Fausto-Bohnen und kein Tuning mehr drin ist. Das ist eine Stufe vor Anschlag, das kann bei anderen Bohnen grenzwertig werden. Vielleicht verbessert sich das nach einer Reinigung der Mahlscheiben. Für Tipps zur Demontage wäre ich dankbar.
Hier meine Kaffee-Ecke, derzeit noch mit zwei Maschinen. Ich kann mich noch nicht entscheiden, welche davon zuerst weg kommt. Wahrscheinlich werden es beide sein, sobald ich ein ordentliches Gerät gefunden habe. Das kann aber noch dauern...
![]()


LinkBack URL
About LinkBacks

Zitieren

Lesezeichen