In diesem Thread beschreibe ich meine Bemühungen, die korrekte Funktion meiner Kaffeemühle zu überprüfen. Das ist etwas länglich geraten, aber ich glaube es braucht die Erläuterungen, sonst versteht man zum Schluss nicht meine Eingangsfrage.
Ich hatte meine Mühle (Brasilia, wahrscheinlich Vorgänger einer RR45?, Bild hier:http://up.picr.de/1663620.jpg) schon länger im Verdacht, dass sie zu grob mahlen würde. (-> Brasilia Mühle 'kratzt' - defekt?). Nachdem ich jetzt festgestellt habe, dass ich jahrelang nur durch die Überfüllung meines Siebträges halbwegs brauchbare Ergebnisse erzielen konnte (-> Was sind das für Siebeinsätze?), habe ich mit korrektem Sieb getestet mit folgendem katastrophalem Ergebnis, das auf eine defekte Mühle hinweist:
- frischer Espresso frisch gemahlen, auf feinster Stufe der Mühle (eine Stufe bevor sie zu kratzen anfängt)
- 15g, mit 20kg angedrückt in 2er Sieb
=> nach ca. 15s sind etwa 80ml durchgelaufen
Aber was kann an so einer Mühle eigentlich kaputt sein?
Die Mühle besitzt zwei identische ringförmige Mahlscheiben (50mm Durchmesser). Die untere sitzt auf der Motorwelle und die obere wird auf einer Halterung mit Gewinde gegen die untere bewegt. Beide Mahlscheiben machen einen unbeschädigten Eindruck:
Die Bohnen kommen von der Mitte, werden von den konischen Scheiben nach aussen hin immer feiner zermahlen und verlassen das Mahlwerk durch den Spalt zwischen den beiden Scheiben. Dieser Abstand ist also maßgeblich dafür wie fein der Kaffe gemahlen wird.
Das Gewinde hat auf 11 Gewindegänge 19.7mm Steigung, also 1.8mm/Gg. Der Einstellkranz hat 40 Rastungen, so dass eine Rastung 45µm enstricht. Nach dem, was man hier im Forum liest, macht eine einzige solche Rastung den Unterschied zwischen richtig und falsch aus.
Im zusammengebauten Zustand kann man den Abstand der Mahlscheiben nur durch den kleinen Auslass erkennen, durch den normalerweise der Kaffee rauskommt. Wenn ich nun von oben mit einer Taschenlampe in das Mahlwerk leuchte, kommt auch noch dann Licht durch den Spalt, wenn die Mahlscheiben schon kratzen. Das ist für mich ein Zeichen, dass die Mahlscheiben nicht 100% parallel ausgerichtet sind. Es ist also der Spalt auf einer Seite der Scheibe größer als auf der anderen, was dazu führt, dass unterschiedlich fein gemahlener Kaffee das Mahlwerk verlassen kann.
Der Eindruck wird bestätigt, wenn ich auf den Rand einer Mahlscheibe etwas Tortendeko auftrage. Wenn ich die so präparierte Mahlscheibe wieder einsetze und soweit runterschraube, bis die Mühle kratzt, kann man sehen, dass die deko unterschiedlich abgetragen wird (links unten ist der Erdbeergeschmack stärker abgetragen als rechts oben die Schokolade):
Ohne es gemessen zu haben, würde ich mal annehmen, dass dieser deutlich sichtbare Unterschied mehr als die oben erwähnten kritischen 45µm ausmacht.
Ich habe jetzt versucht, die eine Mahlscheibe durch Unterlegen von ein paar Lagen Aluminiumfolie unter den richtigen Schrauben besser auszurichten
Erstes Ergebnis:
Das Mahlgeräusch klingt ganz anders, heller, weniger mahlend
Der Durchlauftest hat sich gebessert:
=> nach ca. 20s sind etwa 75 ml durchgelaufen
Ich werd also versuchen die Justierung der Mahlscheiben weiter zu verbessern, aber meine Frage an euch wäre:
- Hatte jemand auch mal dieses Problem? Wie wird das richtig justiert?
- Müßten diese Mahlscheiben nicht selbstjustierend sein, z.B. durch eine elastische Lagerung auf einem Gummiring oder so? Wie sieht das bei anderen Modellen aus?


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