Bis jetzt war ich mit meiner Demoka 203 eigentlich recht zufrieden. Es war damals die billigste "amtliche" Mühle mit stufenloser Verstellung, und sie war in Wien zu einem sehr guten Preis erhältlich. Gut, die Grundplatte war nach dem Auspacken leicht verbogen, und die Bleche zum Teil sehr scharfkantig. Das ließ sich aber in ein paar Minuten beheben. Nach dem Entfernen der Begrenzungsschrauben konnte sie auch fein genug mahlen, und wenn man es einmal kapiert hat, dann war das Wiederfinden des gewünschten Mahlgrades nach dem Reinigen (Position der Begrenzungsschraubenlöcher) auch kein großes Problem. Herumgesaut hat sie - je nach Bohnensorte, Bohnenalter und Luftfeuchtigkeit - manchmal fast gar nicht, manchmal sehr. Der enge, relativ rauhe horizontale Kanal von den Mahlscheiben zur Auswurfnase setzt sich sehr rasch zu, und dann kommt das Mehl in Klümpchen herausgeflogen und spritzt überall hin, nicht nur in den Siebträger. Daher musste ich sie relativ oft zerlegen und säubern. Unangenehm ist die Reinigung des Gehäuses, denn man sieht jedes Kaffebröserln und jeden Fingertapper und jeden Spritzer, und diese "Siebträgerauflage" ist ein scharfkantiger Witz, den kein Mensch braucht. Einmal war ein Fremdkörper in den Bohnen, und die Sicherung hat wie vorgesehen reagiert.
In unserer Sommerwohnung gibt es zwei French Press Kannen, eine kleine und eine große, aber bis jetzt noch keine Mühle. Der - in kleinen Mengen - vorgemahlene Kaffee hat trotz luftdichter Aufbewahrung - natürlich - sehr rasch an Wohlgeschmack verloren. Daher hat mir meine Frau zu Weihnachten einen Gutschein für eine zweite Mühle geschenkt. Ich war eigentlich schon ganz sicher, dass es eine Iberital Challenge werden sollte, denn die ist sehr günstig und ich durfte ich schon einmal ausprobieren, und das Mahlergebnis war viel besser als aus der Demoka, fast so gut wie aus der Mazzer Mini. Die sollte auch reichen, wenn wir uns später einmal eine zweite Maschine zulegen. Das Innenleben ist ja sehr gut, und mit der nicht gerade hinreissenden Optik hätten wir uns schon irgendwie abgefunden.
Durch Zufall habe ich vor Kurzem aber gesehen, dass taste.it die Ascaso (Innova) i•mini in schwarz um € 160,- führt. Nach Rekapitulation der Threads und Meinungen zum Thema i•mini bin ich vorgestern trotz Schneegestöbers und Wind mit meiner Frau in die Wollzeile gepilgert, um sie mir in natura anzusehen. Sie gefiel mir sofort sehr viel besser als die Iberital. Meine Frau war auch einverstanden, und so habe ich die i•mini sofort nach Hause getragen.
Sie war sehr viel besser verpackt als damals die Demoka (ein massiver Überkarton, ein schöner, stabiler Karton mit Trageschnur, Mühle und Behälter in je einem weiteren Karton im Kunststoffsack). Gestern habe ich sie ausgepackt, mit Bohnen gefüllt und ausprobiert. Beim dritten Versuch passte der Mahlgrad halbwegs, beim vierten perfekt. Der Äthiopien Harrar von Caffee Compagnie hat in der Demoka ordentlich gestreut, bei der i•mini - nichts! Kein Schmutz mehr in der Küche. Das Mahlgut kommt viel schneller und wunderbar fluffig genau in den Siebträger. Keine Verstopfungen, viel weniger altes Kaffeemehl in der Mühle! Das Geräusch kommt mir etwas schriller und unangenehmer vor, aber deutlich leiser als bei der Demoka.
Die Demoka ist schon verpackt und wird in die Sommerwohnung übersiedeln. Dort soll sie auch noch eine Dämmung mit Kork bekommen, damit die Nachbarn nicht in ihrer Ruhe gestört werden.
Die Ascaso i•mini gefällt mir ausnehmend gut, und wenn jemand eine unproblematische Einstigermühle sucht, die auch noch besser aussieht als die Iberital oder die Demoka, dann kann ich sie nur empfehlen.


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