... aber schöööön.
sodele, nachdem ich nun eine woche mit der Nino hinter mir habe, wollte ich mal ein paar erfahrungen mit euch teilen. vorab allerdings die warnung, dass alles was folgt von einem relativen espresso-noob geschrieben wird, der halt einfach an spontaner upgraditis extremis im endstadium leidet. also verzeiht mir, wenn das hier nur bedingt technisch wird, und auch noch nicht alles ausprobiert wurde, was so möglich ist. außerdem habe ich als vergleich nur die ECM Casa, kann also keinen vergleich mit Mazzer, Mahlkönig etc. anstellen.
vor allem anderen: so sieht die Nino in freier wildbahn aus
die ECM Casa verschwindet so ein bisschen daneben. eigentlich verschwindet neben der Nino auch die espresso-maschine so ein bisschen ... deshalb die Nino mal ganz allein:
das endgültige ausmaß zeigt sich, wenn man die seitenansicht kennt:
ok, ich gebe zu ... die maschine ist wirklich groß. findet auch meine frau ... die sie bisher nur von bildern kannte, auf denen kein größenvergleich möglich war ... denn wer langweilt seinen partner schon gerne mit maßen und gewichten.
präambel:
bestellt hatte ich die maschine bei coffeeitalia.co.uk, auch wenn ich eher der verfechter des vor-ort-kaufens bin. bei dem preis, der in D für die mühle aufgerufen wird, war der wechselkursvorteil jedoch sogar für mich zu verlockend. ich schäme mich, aber nur ein bisschen.
jedenfalls kam das paket 7 arbeitstage nach bestellung an, ohne schäden und wunderbar solide verpackt. da die maschine schlappe 26 kg wiegt (inkl. verpackung sogar knapp 30 kg) war der freundliche herr von DHL sicher froh, dass unser haus einen aufzug hat. die mühle ist sehr massiv, top verarbeitet, außen alles edelstahl. aufgemacht habe ich sie noch nicht. traue mich nicht.
erste schritte:
eingemahlen habe ich die neue mühle mit allem, was ich an resten noch zu hause hatte. das ging im prinzip recht schnell, da die mühle unheimlich schnell mahlt. da ich von der Casa das manuelle mahlen, also ohne timer etc. gewöhnt bin, ist mir zu diesem zeitpunkt aufgefallen, dass das mit der Nino nicht möglich ist: es gibt 2 timer-einstellungen und das wars.
praxis:
nachdem ich die nicht sehr ausführliche anleitung (in englisch und italienisch) aufmerksam studiert hatte, habe ich mich ans programmieren der mühle gemacht. man kann die sprache der anzeige einstellen (englisch, italienisch ... ich habe mich für englisch entschieden) sowie 2 tasten mit einer jeweiligen mahldauer belegen. des weiteren kann man über die mühle die anzahl der bezüge zählen (brauche ich nicht). da ich wie bereits gesagt das manuelle mahlen gewöhnt bin, fand ich das zunächst verwirrend bzw. aufwendig. dazu später mehr.
nach dem einmahlen hatte ich nur noch eine frische lieferung Olivier da, was ich auch ganz gut fand, denn wenn ich schon massig espresso trinken muss, auf der suche nach dem richtigen mahlgrad, soll es ja wenigstens schmecken. großes aua. denn angefangen habe ich die suche nach dem richtigen mahgrad so, wie ich es von der casa kenne: auf ganz fein und dann langsam hocharbeiten. bei den ersten 6-7 bezügen habe ich eigentlich nur rückgespült, so fein war der mahlgrad, obwohl ich die einstellung jedes mal um mindestens 1 ganze umdrehung verändert hatte. und schon waren die ersten 125 gr. Olivier nr. 4 weg. danach habe ich immer in schritten von 3 umdrehungen verändert und beim ca. 10.-12. bezug gab es ein erstes erfolgserlebnis, so dass ich mich an die fein-einstellung der menge über die mahldauer machen konnte. to cut a long story short: gegen mitte der zweiten 250-gr-packung olivier nr. 4 gab es den ersten wirklich leckeren und sämigen und intensiven espresso. parallel habe ich dann mal mit der Casa die gleiche menge gemahlen und die beiden ergebnisse verglichen:
das mahlgut der Casa:
das mahlgut der Nino:
die menge ist gleich, der mahlgrad ist der, mit dem für die jeweilige maschine ein zumindest ordentlicher espresso produziert wird. das mahlgut der Casa ist ein stück gröber und wesentlich heterogener (jedenfalls ist das mein eindruck beim "zwischen-den-fingern-reiben-test"). außerdem klumpt das mahlgut bei der Casa wenn man fein mahlt. das mahlgut der Nino ist, wie man hoffentlich sieht, wesentlich "fluffiger" und sehr homogen. das downside bei der Nino: da ich für meinen geschmack (und bei meiner maschine) etwas mehr mahlgut nehme als die vorgeschriebenen 7-8 gr., also eher bei 20-22 gr. beim 2er lande, ist das mahlgut so luftig, dass es gerne mal aus dem sieb überläuft.
ich habe diesen vergleich auch mal mit Omkaffee angestelt, dieses mal mit dem bodenlosen siebträger. da ist es auf den photos nicht so offensichtlich, aber die unterschiede sind die selben:
die Casa:
die Nino:
bezüglich des an der mühle angebrachten tampers dachte ich ja zuerst, das sei ein nettes, aber überflüssiges gadget. in verbindung zumindest mit dem bodenlosen ST machte er aber plötzlich sehr viel sinn. ich hatte das tampen mit meinem ECM-tamper zwar meiner meinung nach schon ganz gut geübt, aber beim bodenlosen ST hatte ich trotzdem noch oft spritzer und channeling, wohl wegen des ungleichmäßigen drucks. mit dem "integrierten" tamper der Nino gelingt mir in 19 von 20 fällen ein gleichmäßiger druck, mit absolut ebener und gleichmäßiger fläche.
außerdem sieht der tamper todschick aus. jaja, ich weiß, man schmeckt "todschick" nicht. ich freue mich aber trotzdem.
bedienung
den mahlvorgang startet man, indem man den siebträger gegen einen kontakt drückt. dann wird eine von 2 vorab festzulegenden zeiten gemahlen. dieser druckknopf ist relativ schwergängig und ich muss noch manchmal den richtigen druckpunkt suchen. ist wohl übungssache. die menge für das 2er-sieb ziehe ich in knapp 6 sekunden, was im vergleich zur Casa lichtgeschwindigkeit bedeutet.
die mühle streut nur ein wenig, kein vergleich zur Casa. wenn mahlgut daneben geht, dann nur weil ich den ST halt meist etwas voller mache als normal und er etwas überläuft. ob viel mahlgut im rüssel oder inneren der mühle verbleibt, kann ich nicht sagen, da ich es noch nicht versucht habe zu testen.
den mahlgrad kann man im ruhezustand verstellen (jedenfalls hat die gebrauchsanleitung nichts gegenteiliges behauptet), was angesichts der mahlgeschwindigkeit extrem vorteilhaft ist. ich mache immer einen mahlvorgang, damit sich der neue mahlgrad auswirkt, das reicht so weit ich das bisher feststellen konnte. die einstellung erfolgt stufenlos.
sonstiges
das mit den programmierbaren tasten für das mahlen war für mich eine umstellung, so genau habe ich vorher halt nie gearbeitet. aber jetzt, nach einer gewissen eingewöhnung, finde ich es sehr angenehm. vorher habe ich halt eher grob die menge eingehalten, jetzt muss ich diesen parameter deutlich intensiver berücksichtigen. trotzdem fände ich es gut, wenn man die möglichkeit hätte auch ohne timer zu mahlen.
die Nino ist etwas leiser als die Casa und eher sonor. die Casa klirrt und kratzt immer sehr mechanisch.
der bohnenbehälter ist ein riesiger eimer, wie man oben sieht. vielleicht gibt es irgendwann mal ein downgrade. allerdings ist er wohl darauf ausgelegt, dass immer eine mindestmenge bohnen drin ist. wenn nur noch bohnen für 3-4 bezüge drin sind, springen die etwas durch die gegend. stört mich aber nicht. schieber ist auch dran.
vorläufiges fazit:
ich bin noch immer auf entdeckungsreise mit der mühle. klingt komisch bei einem teil, das eigentlich bloß 2 tasten und ein kleines rädchen hat, ist aber so. seit der Nino ist der bodenlose ST mein absoluter favorit, weil ich damit jetzt wirklich tolle ergebnisse erziele. allerdings scheue ich mich auch noch davor, für jede bohne die einstellung für die jeden ST (1er, 2er, bodenlos) zu ermitteln. kommt hoffentlich noch, wenn ich ein noch besseres gefühl für die mühle habe. ein sehr positiver aspekt: jetzt wo ich weiß, dass die mühle als fehlerquelle nicht mehr in frage kommt, beschäftige ich mich intensiver mit meiner maschine und meinen fähigkeiten
bitte entschuldigt die länge des beitrags. eigentlich wollte ich nur einen kurzen überblick geben, aber dann ist es wohl mit mir durchgegangen. alle, die durchgehalten haben, haben das recht auf einen entschädigungsespresso aus der Nino.
bis die tage
looseantz


LinkBack URL
About LinkBacks







Zitieren
Lesezeichen