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  1. #1
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Mazzer Super Jolly mit Dosierer als Portionsmahler, bzw. als "Direktmahler" nutzen

    David neben Goliath: meine neue und die alte brav Seite an Seite:



    Da meine neue Technik, die sich an die "amerikanische Schule" anlehnt, hier wohl noch nicht beschrieben wurde, möchte ich meine Mühle mit den Modifikationen und meiner Arbeitsweise damit vorstellen. Ziel der Übung ist es, die Dosierermühle als Portionsmühle mit "indirektem Direktbezug" zu nutzen. Warum dann nicht gleich eine Mini E, fragt man(ch einer) sich? Weil ich die mit ihrer ganzen Elektronik und dem zugehörigen Kabelgewurschtel nicht mag - den Dosierer finde ich hübsch und lustig in der Bedienung. Ich sage nur Klackediklack. Das gefällt mir.

    Als erstes habe ich alles gereinigt und eingestellt: 4 Versuche, um den Mahlgrad einzupegeln - der 5. Bezug war perfekt. Die Mühle lässt sich nach der Reinigung - auch des großen Gewindes unter dem Stellkranz - super verstellen.





    Nach dem Stellkranz habe ich den Mahlschacht herausgenommen. Dadurch lagen die Mahlscheiben frei und ich konnte auch diese reinigen. Auch der "Totraum" lag nun offen und ich konnte auch diesen sehr leicht reinigen.

    Modifikationen:

    Ich habe den Bohnentrichter abgenommen und den sinnlosen Tamper außen entfernt - die Mühle wird nun ohne Trichter benutzt! Dann habe ich das Grillblech innen im Dosierer abgeschraubt und auch noch das Sektionsblech am Boden des Dosierers herausgenommen. Dazu musste ich nur die Schraube auf dem Stellrad in der Mitte lösen und den Stern abnehmen.



    Ich habe den Dosierer innen gründlich gereingt, nachdem ich den Stern komplett herausgeschraubt hatte. Wenn ich die Staubsaugerdüse einige Sekunden lang in die Kammern halte, sind auch die letzten Reste des Mahlguts entfernt - es bleiben beim Herausklackern ohnehin nur wenige Krümel liegen. Ich denke, einmal in der Woche wird das Saugen eine gute Übung sein, um die Mühle sauber zu halten.

    Da der Dosierer ohne Sektionsblech nun in einer Kammer von oben bis unten völlig offen ist, hätte ich erwartet, dass beim Mahlen einiges Mehl über die offene Kammer geschleudert wird und vorzeitig, also vor dem Klackediklack, aus der Mühle fällt. Tut es aber nicht. Ich habe das natürlich getestet und dabei gesehen, dass ein kleines Winkelblech über dem Mahlschacht dafür sorgt, dass tatsächlich das gesamte Kaffeemehl bis zum letzten Krümel auf der geschlossenen Seite landet und erst beim Betätigen des Klack-Hebels in den Siebträger befördert wird. Finde ich Klasse! So habe ich mit den Modifikationen wirklich das Beste aus allen Welten.



    Anmerkung:

    Die gesamte "Bauarbeit" hat nicht mehr als 15 Minuten gedauert und lässt sich ebenso schnell wieder rückgängig machen. Also kein Problem, meine Technik auszuprobieren und wieder zur alten zurückzukehren, wenn man nicht zufrieden ist!


    P.S. 3 Fotos des Innenlebens der Mühle habe ich bei home-barista geklaut, da ich idiotischerweise keine Fotos gemacht hatte, bevor ich die Mühle zerlegt habe.
    Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (23.09.2009 um 03:13 Uhr)
    Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!

  2. #2
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Da nur 10 Fotos in einem Beitrag erlaubt sind, musste ich meinen Beitrag teilen. Hier nun die Fortsetzung:

    Arbeitsweise:

    Zuerst wiege ich mit einem handelsüblichen Kaffee-Messlöffel 10 g Bohnen ab (die üblichen 7 g sind mir zu dünn). Die fülle ich in den Mahlschacht und stelle einen Tamper auf die Bohnen, damit sie nicht unkontrolliert in der Gegend herumfliegen.





    Wenn ich höre, dass die Bohnen durchgemahlen sind, kippe ich die Mühle 1 cm nach hinten und lasse sie weich nach vorne klappen - das gleiche noch mal in der anderen Richtung: Mühle leicht nach vorne ziehen und nach hinten klappen lassen. Damit sind die Reste des Mahlguts aus dem Schacht in den Dosierer befördert und es bleibt kein Mehl im Totraum liegen.



    Fazit:

    Die Klorolle im Dosierer, die sich einige Foris gefertigt haben, brauche ich nicht: auf dem Stern bleibt praktisch nix liegen. Habe 10 g Bohnen eingewogen und 10 g Pulver rausgeklackert - bleibt also auch kein Mahlgut im Totraum liegen.

    So habe ich jetzt alle Optionen: bin ich allein oder zu zweit, benutze ich die Mühle als Portionsmahler, bzw. als "Direktmahler". Ich habe aber die Option, auch einige Portionen nach Bedarf vorzumahlen und im Dosierer bestimmungsgemäß zu "parken", wenn eine größere Gruppe von Gästen bedient werden will und ich deshalb zügig und hintereinanderweg arbeiten möchte. Dazu setze ich natürlich den Bohnentrichter wieder auf.

    Nachbemerkung (leider ohne Foto, da meine Scheiß Nikon noch keine Tonspur hat!):

    Das Geräusch der Mühle finde ich sehr angenehm - kein Vergleich zu dem dissonant-kakophonen Gekreische kleiner Haushaltsmühlen. Nur ein leises, aber äußerst kraftvolles Brummen und das Geklapper der Böhnchen, die in wilder Panik nach einem Fluchtweg vor dem grimmigen Gebiss der Super Jolly suchen.

    Und die Mahlgradverstellung finde ich genau richtig - nicht zu leicht und nicht zu schwer. Offensichtlich gibt es da aber Unterschiede bei den einzelnen Jollies: einige Foris haben sich ja schon über die Schwergängigkeit beschwert. Entweder habe ich da einfach Glück gehabt oder die Kollegen haben das Gewinde des Mahlkranzes nicht ausreichend gereinigt?


    P.S. Abschließend zwei Fragen:
    1. Hat hier jemand zufällig Explosionszeichnungen der Super Jolly, die er mir netter Weise zur Verfügung stellen würde?

    2. Gleich ein Problem: Weiß jemand, wie ich diese Schraube wieder lösen kann?



    Ich habe sie nach dem Ausbau des Sektionsbleches nur handfest angeschraubt - durch die Benutzung hat sie sich offensichtlich von selbst festgefressen. Ich habe nun meinen größten Schraubendreher angesetzt und gedreht wie ein Berserker - ohne Erfolg: ich bekomme sie nicht mehr los. Kann jemand helfen?
    Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (20.09.2009 um 16:13 Uhr)
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  3. #3
    Ski_Andi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Eine Explosionszeichnung siehst Du z.B. bei Nuova Ricambi:
    Maschinen: Fiorenzato Fenice, WEGA Antares E61.
    In Arbeit: Jupiter HH
    (Astoria Derivat)
    Mühlen: Rossi RR45 mit 80er, La Cimbali Cadet. La Cimbali Alinox
    Verkaufe: 2x Nuova Simonelli Personal 1



  4. #4
    scott zardoz ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Hallo Vince,

    http://www.espressospecialisten.se/d...vdelslista.pdf

    falls Du ein Backup als .pdf moechtest.

    Bis nachher...



    Gruss



    Scott
    Es dauert Jahre um von Kompliziert zu Einfach zu gelangen!

  5. #5
    mcblubb ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Interessante Geschichte.

    Ich hab an meiner SJ nen alten Fototimer, den ich aber nur als EIn/Ausschalter benutze. Ich schalte ein, zähle bis 15, schalte aus und klicker den Kaffee in den ST.

    Funktioniert exzellent. Wenn ich die Mühle für Events nutze, kommt der große Hopper drauf und fertig.

    Umbau - brauch ich nicht.

    Gruß

    Gerd
    Dummheit ist, wenn man jeden Tag das Gleiche tut aber neue Ergebnisse erwartet.

    LM GS/3 + ASTORIA AEP1 (Büro) LIVIA 90 (davor) + BRASILIA America 2gr. + La Pavoni Mignon + LSM 85-16 M Practical Metronic (ex Projekt)
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  6. #6
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Ja - super, so habe ich mir das gedacht. Danke, Scott!

    (... noch 52 min.!)

    Dir auch danke für den Tipp, Andi.

    Mein Prozedere ist natürlich 'ne höchst individuelle Geschichte, Gerd. Aber ich dachte, vielleicht inspiriert es ja den Einen oder Anderen zu irgendwas. Jeder mahlt sich sein Böhnchen so, wie er es braucht.
    Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!

  7. #7
    mcblubb ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Zitat Zitat von Vincent Kluwe-Yorck Beitrag anzeigen
    ...
    Mein Prozedere ist natürlich 'ne höchst individuelle Geschichte, Gerd. Aber ich dachte, vielleicht inspiriert es ja den Einen oder Anderen zu irgendwas. Jeder mahlt sich sein Böhnchen so, wie er es braucht.
    So isses - Meine SJ kam als Eventmühle zu mir und ich habe Sie in der Küche "geparkt". Da sie immer in der Küche steht, wollte ich so nutzen, dass sie jederzeit wieder als Portioniermühle genutzt werden kann.

    Fairerweise muss ich sagen, dass in meinem Portioniere keinerlei Ableitbleche waren. Der Portionierer ist vollkommen leer bis auf die Portionierung im Boden.

    Gruß

    Gerd
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  8. #8
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Es gibt noch einen weiteren Vorteil, den ich vergessen hatte, zu erwähnen. Man sollte Mazzer-Mühlen nur feiner stellen, wenn der Bohnentrichter abgenommen und Mahlschacht plus Dosierer leer sind. Das bedeutet, es wäre günstig, eine zweite Mühle zu besitzen, wenn man verschiedene Bohnensorten verwendet oder zwischendurch einen wesentlich gröberen Mahlgrad z.B. für eine Bodum oder für Filterkaffee braucht. Bei meiner Methode sind Dosierer und Mahlwerk zwischendurch immer frei, sodass sich der Mahlgrad in jeder Richtung schnell und leicht verstellen und auch wieder rückstellen lässt. Das nur am Rande. Und das bedeutet, dass ich mit einer Mühle auskomme. Natürlich sind zwei Mühlen SCHÖNER! Aber das steht ja wiederum auf einem ganz anderen Blatt.
    Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (23.09.2009 um 19:43 Uhr)
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  9. #9
    Andy ist offline Benutzerkonto gesperrt (E-Mail ungültig)
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    Ausrufezeichen AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Zur Schraube:
    Ich hatte genau das gleiche Problem. Die Schraube in der Mitte saß bombenfest. Auch der Einstellknauf darunter ließ sich kaum drehen.
    Ich musste mir die Arbeit machen und den ganzen Doser abbauen, dann die Bodenplatte entfernen. Dort gibt es das andere Ende der Doserachse das man mit einer Ratsche schrauben kann. Ich habe dann den Doser-Einstellknauf mit einer Zange festgehalten und unten langsam aufgeschraubt. Zwei Umdrehungen später war die Schraube oben im Doser so locker das ich sie mit der Hand rausdrehen konnte...sie hatte sich also nur etwas verkantet.
    Vielleicht reicht es bei Dir einfach mal mit einem Hammer o.ä. von allen Seiten kräftig gegen die Schraube zu klopfen um sie wieder zu lösen.

    Sonst bleibt Dir immer noch der lange Weg.

    Gruß

    Andy

  10. #10
    Vincent Kluwe-Yorck ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Mazzer Super Jolly: Umbau zum "Portionsmahler" und die Arbeit damit

    Danke, Andy. Das mit dem Hämmerchen habe ich schon probiert - sitzt zu fest. Werde den Doser abnehmen müssen. Bin ja froh, dass es diese unblutige Methode mit Gegenschraube gibt! Ganz herzlichen Dank für den Tipp! Das Rumfriemeln an der Mühle macht ja auch Spaß!
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