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  1. #1
    Herr H. aus EF ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Hallo liebe kaffegenießende Gemeinde,

    nach längerer Abstinenz bin ich mal wieder im Forum unterwegs, in der Zwischenzeit hatte ich mich vor allem mit der Frage eines Mühlenupgrades (selbst) beschäftigt.

    Wer die Zassenhaus-Threads verfolgt hat, weiß, dass ich von diesen Mühlen - sofern man eine funktionierende erwischt - begeistert bin und sie sehr gerne nutze. Leider hat sich seit einem halben Jahr der Espressodurchsatz derart erhöht, dass das manuelle Kurbeln auf Dauer wirklich nervig ist (bis zu 10 Bezüge am Tag). Also hatte ich mit Freude das Erscheinen der revidierten Mahlkönig Vario im August erwartet. Und nun muss ich etwas weiter ausholen:

    Nachdem das Update der Vario nach wie vor auf sich warten lässt, habe ich ein wenig die einschlägigen Mühlenthreads hier verfolgt und mit Schrecken gelesen, dass es offenbar geschmackliche Unterschiede zwischen konischen Mahlwerken und Scheibenmahlwerken (wie z.B. dem der Vario) gibt. Die Zass hat ja bekanntermaßen ein konisches Mahlwerk und bietet schon aufgrund der "Geschwindigkeit" nicht die Gefahr einer Mahlguterhitzung. Von diesem überaus leckeren geschmacklichen Standard möchte ich nicht runter. Die Kombi aus Zass+Gaggia CC zaubert mir inzwischen nach langem Sammeln von Erfahrungen mit meinen Lieblingsbohnen einen Espresso, der von der Konsistenz eher an Öl erinnert, eine 1cm dicke Crema aufweist und geschmacklich (für meine Begriffe - und um die geht es ja hier) selbst die in der italienischen Gastronomie getrunkenen Espressi erreicht oder übertrifft.

    Nach dem umfangreichen Vorwort, welches zum Verständnis meiner misslichen Situation erforderlich war, nun zum eigentlichen Problem: Können Mühlen mit Scheibenmahlwerken (insbesondere die Vario) für mich als an Zassenhaus gewöhnten Espressotrinker ein ähnliches Ergebnis erzielen, wie die Zass oder sollte ich zu einer teureren Mühle mit konischem Mahlwerk (Casadio Istantaneo und Fiorenzato Doge Conico markieren wirklich die preisliche Schmerzgrenze und sind evtl. schon überdimensioniert) greifen? Wie schlägt sich eine "kleine" konische Mühle (z.B. Ascaso i-mini, Iberital Challenge)? Was sagen die hiesigen Zassenhaus-Aufsteiger?

    Ich wechsele übrigens kaum noch die Kaffeesorten und die Bohnen werden auch nicht alt.

    Greez Dirk
    Wissenswertes zum Thema Handmühlen gibts im Kaffeewiki (hier und hier), und natürlich...
    ...in der Interessengemeinschaft Handmühlen.

    Bitte keine PM's mehr zum Thema "Soll ich meine eiernde Mühle zurückschicken?" Das müsst ihr schon selber wissen...

    DER Link für kaffeetrinkende Informatikstudenten (also eigentlich alle Informatikstudenten): RFC 2324

  2. #2
    danny.ffm ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    ich habe zwar keinen vergleich, da ich noch keinen mit ner zassenhaus-mühle gemahlenen espresso getrunken habe.
    ich bin besitzer einer compak k-3 touch und die liefert wirklich tolle, reproduzierbare ergebnisse.

    ich denke du solltest auf das material der mahlscheiben, die grösse und die drehzahl achten wenns darum geht dass das mahlgut nicht erhitzt werden soll. je grösser die mahlscheiben und je geringer die drehzahl um so besser.

    wenn die grösse der mühle nicht entscheidend ist, wie wäre es mit ner gebrauchten gastromühle?

    ansonsten hier mal nachlesen:
    Kategorie:Mühlen ? KaffeeWiki


    viel erfolg bei der mühlensuche
    Maschine: Rancilio L7
    Mühle: Compak K-3 Touch
    Café: Langen Espresso Sulawesi

    "before i go to bed i drink six espressi, that makes me dream faster!"

  3. #3
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Hallo Dirk,

    schön, mal wieder was von Dir zu hören!

    Zu Deiner Frage: Ich finde den Vorschlag von danny.ffm gut, mal über eine gebrauchte Gastromühle nachzudenken; und zwar aus folgenden Gründen:

    - Vom Mahlgut mal abgesehen, finde ich persönlich die Handhabung einer schweren Gastro-Mühle mit Dosierer einfach sehr befriedigend. Espresso ist für mich ein Hobby, an dem noch mehr Sinne als nur die paar Knospen auf der Zunge Anteil haben. Deshalb darf´s, was das Metall angeht, gerne mal ein Kilo mehr sein. So eine kleine, kreischende Dünnblech-Reibe kostet irgendwie schon ein paar Genuß-Punkte.

    - Scheibenmühlen „harmonisieren“ einige Kaffees (beileibe nicht alle), lassen sie in einem milderen Licht erscheinen. Ich sehe das nicht als Nachteil, weil es das eigene Spektrum erweitert. Kaffees, die mit der Handmühle irgendwie leicht „unrund sauer“ bleiben (zum Beispiel, weil sie noch etwas sehr frisch sind oder suboptimal geröstet /geblendet), werden plötzlich ganz süffige Schmeichler. Ist so ähnlich, wie der sagenumwobene e61-Effekt. Aus meiner Sicht ist es deshalb eigentlich überflüssig, zu einer hervorragenden konischen Mühle eine zweite dazuzustellen. Lieber eine Scheibe, um einfach mehr Spielraum zu haben.

    Aber wenn unbedingt alles beim alten bleiben soll, dann wäre eine elektrische Scheibe eher nicht das Richtige. Übrigens hat Walter, der sicherlich sehr feine Geschmacksnerven haben muss, die kleinen konischen wie Iberital Challenge oder Ascaso i-mini mehrfach ausdrücklich gelobt / empfohlen. Es muss vielleicht gar nicht gleich der ganz dicke Brummer sein.

    Schade, dass Du in Erfurt wohnst. Hier in Berlin kann man beinahe jeden Tag woanders testtrinken. Und falls Du mal zu Besuch in unserer Stadt bist: Komm vorbei und lass mir einen Versuch, dich vom Zassianer zum Gestoianer zu bekehren. Gesto ist die wahre Handmühle!

    Viele Grüße
    Georg

    edit: eine dicke Gastro-Mühle kann man nicht direkt neben eine kleine Haushaltsmaschine stellen, das sieht nix aus. Wenn zwischen beiden so etwa ein Meter Luft und noch anderes Zeug steht, dann geht´s aber.
    Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !

  4. #4
    Herr H. aus EF ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Hallo Georg und Danny,

    das mit der Gastromühle ist mir vor einem halben Jahr bereits durch den Kopf gegangen, war damals kurz davor, mir hier im Forum einen wirklich günstigen Gastromühlen-Bomber von Gaggia zu kaufen.

    Bezüglich der Probemöglichkeiten würde ich schon ganz gern mal einige Mühlen "probetrinken", nur ist das so nicht möglich. Nebenbei sei gesagt, dass auch die Gegend um Erfurt mit Röstereien gesegnet ist, die auch Mühlen verkaufen. Insbesondere fallen mir Händler für Elektra, Gaggia und Mahlkönig ein, bei denen jeweils auch eine Verkostungsmöglichkeit durch ein angeschlossenes Café mit Rösterei bestünde, allerdings kann man vom dort angebotenen Espresso nicht auf die geschmacklichen Eigenheiten einer Mühle schließen, zu groß sind die Einflussfaktoren von Röstung, Maschine und Barista. Und die eigene Maschine incl. Lieblingsröstung zum Probieren mit in den Laden nehmen bzw. eine 200-700 Euro Maschine mal eben zum Testen mit nach Hause nehmen dürfte wohl nicht möglich sein, zumal sie bestellt werden müsste...

    Deshalb hab ich hier direkt die Zassenhaus-"Aufsteiger" angesprochen, die ja am ehesten sagen könnten, ob und was sich nach dem Umstieg auf elektrische Scheiben- bzw. Konusmühle geändert hat. Wie gesagt, die von der Zass gewohnte Qualität möchte ich gern beibehalten. Falls sich durch eine Scheibenmühle (mit großen Scheiben und damit geringer Mahlguterhitzung - z.B. eben ein Gastromonster) ein anderes aber qualitativ gleichwertiges Geschmacksbild ergibt, sag ich auch nicht nein, ich find das eher interessant.

    PS.: Meine Gesto habe ich für meine Begriffe recht aufwändig restauriert, musste viel leimen (Holz gesprungen) und kleben (Bakelitbehälter gebrochen), bin aber vom Einzug des Mahlgutes nicht sonderlich begeistert (man kurbelt ins Leere). Scharf ist sie leider auch nicht mehr wirklich - wenn ich mal ein scharfes Exemplar in die Finger bekomme, lasse ich mich gern eines besseren belehren . Die Handhabung und Qualität (Feststellmöglichkeit, Lagerung) ist allemal besser, als die einer Zassenhaus - aber bei so alten Mühlen wie den Gestos eine gute zu erwischen, dürfte fast unmöglich sein, die Dinger wurden seinerzeit gerade aufgrund der hohen Praxistauglichkeit sicher nicht nur zum Anschauen gekauft, Zassis kann man dagegen neu und scharf erwerben...

    Greez
    Dirk
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  5. #5
    TI-Sepp ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Hmmm 200-700 Euro, da würde ich zur Mazzer Mini e greifen, superfluffiges Mahlgut, einfach zu handhaben, super Verarbeitung, beinahe unzerstörbar, sieht gut aus, hier gibt es sehr viele Mazzer Mini e Nutzer, und Gebraucht gibt es keine welches ich als volle Zufriedenheit der Nutzer deute. Für mich die beste Haushaltsmühle um 599 zu haben, das ist die Mühle auch wert.
    LaCimbali M21 DT/1 + Mazzer Mini E "A"
    Zweikreiser+PID und e61+Dualboiler entsprechen nicht der Espresso-stilischen exzellenz

  6. #6
    Dale B. Cooper ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Moin,

    ich besitze derzeit eine dieser sagenumwobenen konischen Mini-Mühlen, nämlich die Ascaso imini und freue mich schon wieder auf den Umstieg zu einer großen Scheibenmühle. Dass jemand im direkten Vergleich konische und Scheibenmahlwerke "auseinanderschmecken" kann, möchte ich erst im Blindtest sehen, wohlgemerkt bei gleicher Durchlaufzeit und Kaffemenge. Das soll nicht heißen, dass ich vom Mahlgut nicht angetan wäre, aber Haptik ist ebenfalls entscheidend, wie Georg schon angemerkt hat..

    Und das Mahlgut aus einem Mahlwerk mit Scheiben ist ganz bestimmt nicht schlechter. Diesbezüglich war ich mit meiner Rocky nicht unzufrieden..

    Grüße,
    Dale.

  7. #7
    Herr H. aus EF ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Hallo,

    ich habe eure Ratschläge berücksichtigt: Es wird ein gebrauchtes Gastromonster mit fast schon richtig großen Scheiben (75mm), niedriger Drehzahl (850 1/min) und hohem Drehmoment (durch eine Leistung von 500 W). Wenn ich die Mühle am Wochenende hoffentlich in den Händen halte, kann ich mehr berichten...

    Greez
    Dirk
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  8. #8
    Largomops ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Name des Monsters?
    Gruß aus der Falz, Largomops

    BFC Lira 2-gr, BZ99, CC-PID, Mazzer Mini-E, K3, Demoka M-203, Moccamaster, Gene, HPR

  9. #9
    Herr H. aus EF ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    Zitat Zitat von Largomops Beitrag anzeigen
    Name des Monsters?
    'Ne Carimali G, muss noch rausfinden, welche Version... (Was ich bereits rausfinden konnte: Es ist die 230V-Version, aus zwar langjährigem aber gemäßigtem Gastroeinsatz und baugleich mit Obel Globo).

    Greez
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  10. #10
    Herr H. aus EF ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Upgrade auf Elektrische Mühle - welche?

    So, es gibt wieder Neues zu berichten:

    Das Monster ist mein Eigen, habe die Gute erstmal teilzerlegt und gereinigt. Leider hab ich das Lüfterrad (den Scheibenträger für die untere Mahlscheibe) nicht abbekommen - falls jemand einen Tipp hat (ohne die Motorachse zu verbiegen), ist jede Hilfe willkommen...

    Es ist eine G1, also die Version ohne weitere technische Gimmicks. Der erste Eindruck (außer dem üblichen "riesig", "schwer" und "aus einem Stück gegossen" bei Gastromühlen): Die Rasterung der Mahlgradverstellung ist fein abgestuft, das Mahlgut fluffig und fast ohne Klümpchen. Der Espresso schmeckt spürbar anders als bei der Zass, wesentlich säurebetonter. Nicht schlechter, aber anders.

    Der Hopper ist für den Haushaltsgebrauch mit Gästen völlig überdimensioniert, werde ihn wohl durch eine "umgebaute" O-Saft-Flasche ersetzen. Das Mahlgeräusch ist gefühlt leiser als die Pumpe der CC, also auch was für Morgenmuffel wie mich.

    Zu den negativen Dingen: So überdimensional wie die Mühle ist auch deren Totraum, gefühlte 14 Gramm hängen da im Nirvana zwischen Mahlraum und Dosierer. Da die Mühle ab nächste Woche die studentische Grundversorgung sicherstellen soll, ist das über den Tag gesehen nicht so problematisch, aber trotzdem ärgerlich. Was denkt sich so'n Mühlenhersteller dabei? Die Mühle kostet neu an die 1000 Euro - für mich als in Hobbydingen nicht betriebswirtschaftlich denkende Privatperson ist es ja vielleicht noch zu verschmerzen, täglich einen Shot für den Mülleimer zu mahlen, aber ein Gastronom, für den das Ding ja konzipiert ist, muss vom Espressoverkauf leben und sollte für 1000 Euro doch erwarten können, dass er (fast) jedes Gramm, welches er in die Mühle steckt, auch verkaufen kann, zumal es sich hier um ein simples Konstruktionsproblem handelt...

    Hab ja hier schon einiges zum Umbau des Kaffeemehlauswurfes an Gastromühlen gelesen (damit's besser in den Dosierer rutscht und nicht soviel drin bleibt), vielleich hab ich in den nächsten Semesterferien ja mal Zeit...

    Die Bezifferung der Mahlgradverstellung gibt mir auch Rätsel auf: Die Scala reicht von 0 bis 10 (als Informatiker stößt einem schon auf, dass sie nicht von 0 bis 9 geht ), den kleinsten Mahlgrad, also die Stelle, an der die Mahlscheiben anfangen, aufeinander zu schleifen, ist aber bei "6" erreicht. Nicht bei der 0, von der man normalerweise als kleinst mögliche Einstellung ausgehen würde. Wohl eine Laune der Natur.

    Soviel erstmal zum ersten Eindruck.

    Greez
    Dirk
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