AW: Zassenhaus Santiago
Handmühlen werden (und wurden immer) mit höheren Toleranzen als elektrische Espressomühlen gefertigt. Eine Selektion in der Art, dass man eine bestimmte Baureihe oder einen Hersteller empfehlen kann, ist wegen der Fertigungsschwankungen nicht möglich. Das gilt meines Wissens leider für alle Hersteller zu allen Zeiten. Es nützt nichts, wenn jemand hier im Netz schreibt:“Ich habe mir Mühle XY gekauft und sie funzt super!“. Denn unter denen, die sich auch diese Mühle kaufen, verteilt das Los des Schicksals unweigerlich Nieten.
Im Kaffeewiki gibt es zwei Artikel zu Handmühlen, die schon mal die Basics darstellen, worauf man achten sollte. Wenn man die Mühe des Kompetenzerwerbs scheut, muss man sich eben auf sein Glück verlassen. Oder sein Geld in eine gute Elektrische stecken. Aus diesem Dilemma gibt es leider, soweit mir ersichtlich, momentan keinen Ausweg.
Peugeot-Mühlen sind reine Kaffeemühlen und eignen sich aufgrund des grobgerasterten Verstellmechanismus nicht für Espresso. Der Hersteller gibt aber 25 Jahre Garantie auf das Mahlwerk, was wenigstens die im Bild gezeigten Deformationen verhindern sollte. Das sieht mir sehr nach einem ungeeigneten, weil zu weichen Material aus.
Wenn man sich auf die Problematik der Unberechenbarkeit einlässt und einfach ein bisschen Geld und Zeit in die Sache steckt (100 Euro reichen dicke), dann hat man recht schnell einige hochwertige Exemplare. Ich selbst bevorzuge ältere Mühlen. Anno Dunnemals war die Konkurrenz noch groß und um sich am Markt hervorzutun hatten manche Hersteller eigene Hochpreis-Serien, die einem bei guter Erhaltung auch heute noch die Kinnlade runterklappen lassen. Materialien, handwerkliche Verarbeitung und Mahlgutqualität auf Topniveau – mit etwas Glück zum Preis eines Kinotickets.
__________________
Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !
|