AW: Unterschiede in Mahlqualität? --> Einsteigermühle vs. Luxusmühle
Der klassifizierende Hauptunterschied lässt sich mit den Begriffen Heim-Mühle und Gastro-Mühle beschreiben. Die großen, teuren Mühlen snd durch die Bank für die Gastronomie, sprich für den professionell-strapazierenden Einsatz konzipiert und entsprechend robust und großmotorig ausgelegt. Darüber hinaus besitzen sie die größeren Mahlscheiben - in der Regel ab 64 mm Durchmsser.
Und genau da wird es auch für uns Privat-User interessant. Bei mehreren Side-by-Side-Vergleichen, die ich mit verschiedenen Mühlen angestellt habe, hat sich immer wieder gezeigt, dass größere Mühlen geschmacklich zu dem führen, was Heini oben schon sehr richtig beschrieben hat.
Ich will das jetzt nicht unnötig vertiefen. Aber zumindest soviel. Die kleinen Heimmühlen liefern in der Regel schon erstaunlich gute Ergebnisse. Spitzenergebnisse wird man mit ihnen aber nicht erzielen. Ist man daran interessiert, bleibt keine andere Wahl, als in den sauren Apfel der Investition in eine Gastromühle zu beißen. Womit wir uns wieder eine ganze Reihe anderer Nachteile einkaufen: z.B. einen größeren Totraum, den man dann mit Tricks und Modifikationen umschiffen muss. Es bleibt aber dennoch die bessere Wahl.
Für einen sehr guten Kompromiss halte ich die Compak K-3 Touch, die in der Region von 300 Euro liegt, aber dank ihrer Größe bereits in der Liga der "Großen" spielt. Für jemanden, der sich nicht gleich eine schweineteure Mazzer kaufen will, wäre das die Alternative der Wahl. Wobei einem natürlich jederzeit der Gebrauchtmarkt offen steht, auf dem sich wirklich gute Schnäppchen finden lassen, wie die Erfahrung unzähliger Boardies lehrt. Ich selbst habe z.B. meine neuwertige Mazzer Super Jolly für 186 Steinchen aus der Bucht gefischt und mich damit zu einem (in diesem Punkt) glücklichen Mann gemacht, da ich die SJ aus etlichen Gründen für den allerbesten Allrounder überhaupt halte. Damit handelt man sich dann aber den Pferdefuß eines Dosierers mit allen bekannten Nachteilen bei der Heimnutzung ein, der sich allerdings mit einigen aufwändigen Tricks eliminieren lässt.
Natürlich lässt sich mit einer fetten konischen Mühle noch ein Quäntchen mehr aus dem Mahlgut herauskitzeln, aber dafür überwiegen dann wiederum andere Nachteile, die ich persönlich mir nicht einhandeln möchte.
P.S. Merksatz: Die perfekte Mühle gibt es nicht. Jede Mühle bleibt ein Kompromiss aus unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, bei denen ich den für mich und meine Bedürfnisse günstigsten Schnitt finden muss. Leider.
Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (02.03.2010 um 07:17 Uhr)
Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!
Lesezeichen