Werte Handkurbler-Gemeinde!
Ich war in letzter Zeit etwas frustriert, dass mir mein Büro-Kaffee nicht mehr so recht gelingen wollte. Wenig Crema, Geschmack so lala und fast immer zu schnell durchgelaufen. Ich habe es anfangs auf die häufig wechselnden Kaffeesorten und zuletzt auf die neue, alte Maschine (Eduscho Diabolo statt meiner alten Girmi) geschoben. Am Freitag habe ich dann den wahrscheinlichen Übeltäter entlarvt: Meine Zassenhaus Heidelberg. Die Gute hatte sich anscheinend angewöhnt, während des Mahlens den Mahlgrad zu verändern, natürlich in Richtung gröber.
Deshalb bin ich heute mal wieder beim KDW vorstellig geworden, um das Gerät zum dritten Mal gegen ein neues umzutauschen. Doch böse Überraschung, man hatte keine Zassenhaus Heidelberg mehr vorrätig. Da ich aber am Montag im Büro wieder Kaffee trinken wollte, musste ein Ersatz her. Vorrätig waren die Lima, diverse Holzkisten von Zassenhaus, von denen , wenn überhaupt, nur die Z in Frage gekommen wäre und zwei Exemplare der Zassenhaus Havanna Moccamühle. Eine in Gold und eine in Silber.
Da ich schon seit längerem mit der Anschaffung einer Sözen-Mühle geliebäugelt hatte, die der Havanna sehr ähnlich sieht, habe ich mir die Modelle etwas näher angeschaut. Für meine 5jährige Tochter kam natürlich nur die goldene in Frage. Ich fand rein ästhetisch die silberne viel interessanter. Die Verkäuferin versicherte mir, alle Zassenhaus-Mühlen hätten das selbe Mahlwerk (??) und seien daher alle geeignet, Espresso zu mahlen. Ich habe mir dann zusichern lassen, dass ich ansonsten die Mühle wieder zurück geben könnte.
An der goldenen Havanna klebte ein Preisschild, das 79,95 Euro auswies. Bei der silbernen waren die 79,95 durchgestrichen und durch 59,95 ersetzt, die wiederum durchgestrichen waren und durch ein für mich unleserliches rotes Geschreibsel ersetzt wurden (s. u.). Als die Verkäuferin mir erklärte, das bedeute 29,00 Euro hatte ich keine Einwände...
Jetzt wohnt die Havanna bei mir zuhause und wird mich am Montag zur Arbeit begleiten.
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Der erste Versuch war allerdings eine Katastrophe! Die (zugegebener weise schon vor drei Monaten in Italien gekaufte) Barschlampe war in weniger als zehn Sekunden in der Tasse. Also maximal fein gestellt und siehe da: Ordentliche Crema, 30 Sekunden Bezugszeit und annehmbarer Geschmack. Dann der Härte-Test, 16 Gramm Yeyibito, eine extrem harte Bohne. Die Kurbelei kam mir schon etwas anstrengender vor als mit der Heidelberg, aber noch akzeptabel. Der Bezug noch deutlich zu lange (> 40 Sekunden), doch der Kaffee war super lecker.
Ganz nebenbei kann ich den Yeyibito all denen empfehlen, die auf der Suche nach einer Bohne im American Style/Third Wave sind. Bei "normalen" Mengen (7-9g) schmecke ich auf meiner Maschine neben dem mild würzigem Kaffeegeschmack leicht beerige Töne und ein kleine wenig schokoladiges Aroma. Ordentlich überdosiert (bei mir etwa 16g auf 15ml) bekommt der Kaffee einen sehr intensiven fruchtigen Geschmack. Und das für etwa 20,- Euro das Kilo und in Deutschland geröstet!
Ich bin jedenfalls gespannt, was die weiteren Erfahrungen mit der Havanna angeht und werde euch bei neuen Erkenntnissen auf dem laufendem halten!
LG Andreas


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