Versalab: Die beste Mühle der Welt?
Traue mich nicht, den Beitrag in Ralfs Thread zu veröffentlichen, deshalb hier neu:
Heute besuchte mich Lattenroesti in Berlin - im Gepäck die Versalab in der "Home-Ausführung", also ohne Hopper und ohne Schieber. Und da Kai-Uwe auch gespannt war, sie einmal life zu sehen, trafen wir uns bei ihm im Godshot.
Bei der Gelegenheit habe ich auch ein paar Fotos gemacht:

Man stellt sich unter der Versalab ein riesiges Monster vor, wenn man die Eckdaten liest. Aber so, wie sie dann vor einem steht, wirkt sie fast schon zierlich - trotz ihres ehrfurchtgebietenden Gewichts. Zum Vergleich: Meine Mazzer Super Jolly ist größer! Und mit ihren 14 kg wesentlich leichter. Leider gab es keine Möglichkeit, die Mühle neben einer Espressomaschine zu fotografieren - vielleicht findet sich ja später eine Gelegenheit.

Da Ralf in seinem Thread schon viele Details und Vorzüge geschildert hat, beschränke ich mich auf meine ganz persönlichen Eindrücke. Die streng kubische Form der Mühle gefällt mir sehr gut. Ich mag dieses klare Ingenieurs-"Design" ohne optischen Schnickschnack. Und in ihrer von der Anmutung her erstklassigen Verarbeitung wirkt sie sehr gediegen.
Und als sie dann loslegt, bin ich erstaunt, wie leise und musikalisch sie ihre immerhin ja recht grobschlächtige Arbeit verrichtet. Und dabei zeigt sie auch ihre größten Vorzüge: Die Eingabe der vorher exakt abgewogenen Bohnenportion erfolgt völlig unspektakulär von der Seite aus direkt in den dicken Mahltrichter aus schwerem Messing. Ich denke, mit meiner Sauciere, die ich vor einiger Zeit vorgestellt habe, lässt sich das mühelos bewerkstelligen. Mit wenigen Umdrehungen per Minute werden die Bohnen so langsam geschrappelt, dass praktisch kaum ein Böhnchen aus der Kurve fliegt.

Der Siebträger wird vorher unter dem Auslass fest eingespannt - beim Mahlen hat man die Hände frei. Einfache, aber höchst geniale Konstruktion! Und am Ende schütteln die Mahlsteine sämtliches Pulver aus dem Gebiss. Kaum ein Pulverrestchen bleibt in der Mühle stecken. Zur Einstellung des Mahlgrads wird nur der große, rote Knopf gelöst, der als Arretierung dient. Dann wird durch einfaches Drehen des Messingtrichters der Abstand der Mahlsteine justiert und der rote Knopf wieder festgedreht. Von der Technik her very basic - funktioniert aber gut. Sehr gut sogar!
Muss sagen, wenn jemand zu Hause eine kleine Gastromaschine betreibt, sollte er ruhig überlegen, ob er sich auch diese Mühle gönnt - es wäre eine in sich stimmige und angemessene Kombination. Und außerdem: Soweit ich sehe, ist es die einzige Mühle, die prädestiniert ist, mit einer exakt abgewogenen Bohnenmenge gefüttert zu werden und genau diese Menge in Pulverform auch wieder auszuwerfen. Kein Altmehl gammelt in ihrem Innnenleben vor sich hin. Keine ranzigen Kaffeereste beleidigen den Geschmack des nächsten Tässchens.

Aus meiner Sicht ein äußerst gelungenes Gesamtkonzept!
Und ganz herzlichen Dank für den netten Besuch, Lattenroesti! Hat mal wieder großen Spaß gemacht. 
P.S. Das Einzige, das einer weiten Verbreitung dieser konstruktiv einzigartigen und wahrscheinlich "perfekten" Mühle im Weg stehen dürfte: ihr Preis. Einschließlich Fracht, Zoll und Märchensteuer kostet der Sprung in die Luxus-Mühlenklasse rund 2.000 EUR.
P.P.S. Der Praxistest und meine Erfahrungen dabei werden in Beitrag #37 geschildert.
Geändert von Vincent Kluwe-Yorck (01.05.2011 um 12:06 Uhr)
Diagnose: Gigantomechania extremensis . . . Symptomatik: Junior S ist zu wenig – eine ausgewachsene Senior XXL musses sein!
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