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  1. #31
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Zitat Zitat von steklo Beitrag anzeigen
    habe ich mir eine Zassenhaus Panama gekauft. Ergebnis: Absolut unbrauchbar für Espresso mit einer Rancilio Silvia! Das Mahlgut ist selbst bei feinster Einstellung inhomogen und zu grob. Kein bisschen besser als mit meiner uralten Lehnartz-Mühle. Der Espresso rauscht in ca. 3 sec. durch...

    Habe ich nun zufällig Pech gehabt und ein Montagsmodell erwischt?
    Ach wie schade ... Die Panama wäre mein Favourit, aber es scheint tatsächlich erhebliche Mängel zu geben.

    Die Porlex Mini gefällt mir ebenfalls gut, aber der Einstellmechanismus ist nicht so toll. Die Zassenhaus Havanna wäre optimal, mein Exemplar ist leider dejustiert. Vorsicht, es gibt auch mies zusammengeschusterte Exemplare mit einer Blechschraube als Einstellmechanismus.

  2. #32
    gschvv ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Ich bin der verantwortliche Konstrukteur vom Designbüros Akantus der LIMA, HEIDELBERG, PANAMA und GUATEMALA Kaffeemühlen.
    Ich konstruiere seit über zwanzig Jahren manuelle Mühlen und seit über zehn Jahren Mahlwerke.

    Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, was Mahlgrade von modernen und sogenannten alten Kaffeemühlen angeht.
    Sondern nur wirklich Interessierten Tipps geben, wie sie eine fabrikneue Mühle "einmahlen", so dass sie dann auch den gewünschten feinen Mahlgrad erreicht.

    Folgende Vorgehensweise können sie ausschließlich bei den Zassenhaus Kaffeemühlen vom Typ PANAMA und GUATEMALA zur Verbesserung der Feinheit des Mahlgrades anwenden:
    Entleeren Sie die Mühle und entfernen Sie den Auffangbehälter.
    Drehen Sie die Verstellmutter rechtsherum, bis der Mahlwerkskegel blockiert.
    Drehen Sie die Verstellmutter ein wenig nach links und probieren Sie, ob Sie die Kurbel bereits drehen können.
    Stören Sie sich nicht an den Reibgeräuschen des Mahlwerks!
    Sie müssen jetzt möglichst schnelle und viele Umdrehungen mit dem "reibenden" Mahlwerk machen, bis die Drehungen etwas "softer" werden.
    Dann drehen Sie die Verstellmutter ein wenig nach rechts und erhöhen dadurch wieder etwas die Reibung im Mahlwerk.
    Wiederum müssen jetzt möglichst schnelle und viele Umdrehungen mit dem "reibenden" Mahlwerk machen....
    Diesen Vorgang können Sie je nach Verstellstärke und Durchhaltevermögen mehrmals wiederholen.

    Sie werden dann feststellen, dass die Reib- und Rattergeräusche des Mahlwerks abnehmen und der Rundlauf deutlich besser wird.

    Außerdem werden Sie unter Umständen Edelstahlabrieb erzeugt haben, der unten aus der Mühle herausgefallen ist.

    Das ist normal und sollte Sie nicht stören!

    Nachdem Sie die Mühle so "aktiviert" haben, füllen Sie bitte eine Portion trockenen Milchreis in die Mühle und mahlen Sie ein wenig grob und dann so fein wie möglich den Rest durch und die Mühle leer.
    Nun ist die Mühle komplett gesäubert und kann für das Mahlen für Kaffee genutzt werden.

    Diese Reinigungsmethode empfehle ich übrigens seit Jahren für alle Arten von manuellen Mühlen, da die Reiskörner wie Radiergummis im Mahlwerk wirken und der zurückbleibende Reisstaub geschmacksneutral ist und zukünftigen Verklebungen und Verunreinigungen vorbeugt.

    Der soeben beschriebene "Aktivierungsvorgang" führt dazu, dass Ungenauigkeiten, die der Serienstreuung geschuldet sind, für jede Mühle individuell beseitigt werden, da sich die beiden Komponenten Mahlwerksring und Mahlwerkskern in Verbindung mit dem tatsächlichen Einbauverhältnissen gegenseitig "einschleifen".

    Panama und Guatemala neuerer Bauart werden werksseitig "aktiviert", so dass der Nutzer in Zukunft nicht mehr so viel Hand anlegen muss, bevor er eine, auch für feine Mahlgrade, perfekt funktionierende Mühle in den Händen hält.
    Mühlen älterer Bauart sind aber keinesfalls minderwertig! Müssen aber, wenn ein sehr feiner Mahlgrad gewünscht wird, wie beschrieben behandelt werden.

    Ich wünsche allen ernsthaften Nutzern viel Freude mit diesen wertigen und gut funktionierenden Handmühlen.

    Nörgler und Besserwisser verpassen leider häufig das Einzige was zählt:
    Das genussvollen Zurücklehnen und Entspannen

    Allen konstruktiven Kritikern möchte ich ausdrücklich nicht nur Toleranz sondern auch Wertschätzung meinerseits signalisieren, und das mit der Konsequenz des Aufarbeitens.

  3. #33
    manifrench ist offline Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Interessanter Beitrag, gerade heute habe ich meine am Samstag bestellte "Guatemala" bekommen.

    Wie beschrieben einmahlen habe ich jetzt nicht, aber habe mir heute schon einen French Press Kaffee damit zubereitet und bin soweit zufrieden.

    Die Kurbel bzw. das Kugellager an welchen die Kurbel sitzt könnte sich etwas leichter lösen lassen.

    Der "Gummischutz" für das Glas sieht mir aus als ob er Phthalaten (Weichmacher enthält), ich hoffe nicht.

    Aber als Konstrukteur der genannten Kaffeemühlen, besonders der Lima welche auch diese Plastiknocken zu Lagerung des Mahlkegels hat, wie die Brasilia welche ich auch habe, sowie Santiago und andere wahrscheinlich, wieso nimmt man Kunststoff zum Lagern eine Stahlkegels. In einen Laden bei uns in der Innenstadt habe ich an einer Brasilia den Kunststoffabrieb gesehen.

    Bei meiner Brasilia war schon im Neuzustand dieses Kunststofflager eingearbeitet, da reibt sich nichts mehr ab. Hoffe ich jedenfalls.

    Aber vllt gibt es jetzt mal eine Erklärung dafür.
    Geändert von manifrench (27.02.2012 um 14:16 Uhr)

  4. #34
    dergitarrist ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Das ist ja interessant... Vielen Dank für Ihre Teilnahme hier. Ich finde es immer schön, wenn ein Austausch zwischen Produzenten und ambitionierten Anwendern stattfindet. Leider jedoch kann der Rest meiner Nachricht nicht so positiv ausfallen.

    Vielleicht können Sie mir nämlich auch sagen, wie man die Lima ÜBERHAUPT dazu bringt, Kaffee zu mahlen, ohne eine Stunde zu kurbeln? Das Ding steht jetzt seit knappen drei Jahren im Schrank und wird immer mal wieder ungläubig ausprobiert, weil ich mir einen derartigen Konstruktionsfehler gar nicht vorstellen kann, wie sie ihn mir jedes Mal aufs Neue beweist.

    Die Bohnen fallen nur vereinzelt in das Mahlwerk, das sehr wenig nach ihnen greift, und bröseln gemächlich unten raus. In der Zeit, die ich mit der Lima für eine Tasse Kaffee brauche, habe ich mit meiner Havana oder mit der Hario Mini bei vergleichbarer Anstrengung ein Pfund gemahlen.
    Olympia Cremina 67, Mahlkönig Vario, Zassenhaus Havana, Hario Mini, AeroPress, Hario V60, yama Syphon.
    dergitarrist - chinese silk and videotape

  5. #35
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Vielen Dank für die Infos!
    Ist der "Akivierungsvorgang" in der Bedienungsanleitung beschrieben, vor allem so ausführlich wie das hier geschehen ist?

    Zitat Zitat von gschvv Beitrag anzeigen
    Panama und Guatemala neuerer Bauart werden werksseitig "aktiviert", so dass der Nutzer in Zukunft nicht mehr so viel Hand anlegen muss, bevor er eine, auch für feine Mahlgrade, perfekt funktionierende Mühle in den Händen hält.
    Was mich etwas verwundert ist, dass die 80-Euro-Handmühlen eines bestimmten Herstellers konsistent out-of-the-box viel schlechter mahlen als die für 45 Euro anderer Hersteller (Hario, Porlex) oder gar eine elektrische Graef, die gerade mal 40 Euro mehr kostet. Und dass ich diesen Magel nur dadurch beheben kann, dass ich etwas mache, was nach meinem Verständnis ganz klar Aufgabe des Herstellers wäre. Und zwar schon immer und nicht erst, wenn wiederholt berechtigte Kritik öffentlich wird.


    just my 2ct .

  6. #36
    gschvv ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    1. LIMA
    Das Design und die Konstruktion sind zwar von Akantus, aber das Mahlwerk ist ein Standard-Mahlwerk aus gehärtetem Stahl in wechselnder Qualität. Die Mühle wird komplett, wie die allermeisten, in China hergestellt.
    Die Kunststoffhalterung des Mahlwerkskegels ist nötig für den Rundlauf und schleift sich im Laufe der Zeit ein, was bei gleicher Mahlgradseinstellung irgendwann aufhört. Verändert man den Mahlgrad in Richtung grober, wird der Kunststoff erneut abgerieben.
    Deshalb verwenden wir für die neueren Mühlen ausschließlich eine Mahlwerksverstellung direkt unten am Mahlwerkskegel und eine kugelgelagerte Kurbel.

  7. #37
    gschvv ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    2. Weichmacher
    Der gummielastische Schutz für das Auffangglas der Guatemala besteht aus für Lebensmittel geeignetem TPE auf PP Basis.
    Die beiden Mühlen Panama und Guatemala haben ein Edelstahlmahlwerk aus säurefestem Edelstahl und sind eine Akantus Entwicklung. Hergestellt werden beide Mühlen komplett in der EU.

    3. Aktivierung
    Selbstverständlich ist es Aufgabe des Herstellers eine Mühle gebrauchstüchtig auszuliefern.
    Dies ist auch geschehen, da die Mühlen eher für den ambitionierten Kaffeetrinker, der meistens French Press Kannen verwendet, oder für den Kaffeetrinker, der einen Goldfilter verwendet, konzipiert wurden.
    Der zunehmend beliebte extrem feine Mahlgrad für Espressoliebhaber war für uns nicht das vorrangige Ziel, da es bei sehr feinem Mahlgrad bei vielen Siebträgermaschinen große Probleme mit dem Durchlauf gibt.
    Nach eingehenden Tests und Rücksprache mit "Kennern", haben wir uns entschlossen, die beiden Mühlen in Zukunft nur noch aktiviert auszuliefern.

    4. Vergleich mit anderen Mühlen
    Probieren Sie alle Mühlen aus und zwar so wie Sie die Mühle vielleicht täglich nutzen werden.
    Entscheiden Sie dann nach Ihren Kriterien, die vielleicht dazu führen, dass Sie eine Mühle preferieren, die nicht gut zu reinigen ist, nur unter großer Kraftanstrengung zu bedienen, nicht geschmacksneutral ist, nicht gut verstellbar ist, aussieht wird ein Relikt aus Zeiten des Getreidekaffees und immer einen Rest Pulver unzugänglich in sich verbirgt....
    Wenn Sie sich jedoch für Panama oder Guatemala entscheiden, werden Sie feststellen, dass bei entsprechender Handhabung ein hohes Maß an Funktionalität in Verbindung mit anhaltender Wertschätzung erkennbar ist.

  8. #38
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Ist ja interessant! Mir fällt ein Beitrag ein, den ich am 10.Mai letzten Jahres hier im Kaffee-Netz geschrieben habe. Dieser befasst sich mit der Frage, wie man eine Handmühle, die nicht Espressofein mahlt, "tunen" kann. Auszug:
    Zitat Zitat von bohnenschorsch Beitrag anzeigen
    Wenn eine Mühle nicht fein genug mahlt für Espresso (und es liegt nicht am Zentrieren), so kann man sie durch nachstumpfen (statt nachschärfen) wieder zum Feinmahlen überreden. Die Qualitätsfrage sollte man bei dieser (recht ruppigen) Methode aber nicht stellen - man erhöht durch mechanischen Abrieb so lange den Anteil der Fines, bis es für Espresso passt. So geht´s:

    - Nuss, die auf die Hutmutter der Kurbel passt, in Bohrmaschine einspannen.
    - Mühle ganz zudrehen, so dass sie stark schleift.
    - Nun die Bohrmaschine ansetzen und Gummi geben, bis die Mühle deutlich leichtgängiger ist.
    - Wieder enger stellen, wieder stumpfer schleifen.

    Achtung

    - Die Mühle wird bei diesem Vorgang knallheiß, es zischt und riecht nach Grillsaison, wenn man die Metallteile anfasst!
    - Billige Bohrmaschinen können unter der Last abrauchen.

    Ansonsten kann ich versichern, dass es funktioniert. Aber Obacht, ihr handelt auf eigenes Risiko!
    Und jetzt lese ich das:

    Zitat Zitat von gschvv Beitrag anzeigen
    Ich bin der verantwortliche Konstrukteur vom Designbüros Akantus der LIMA, HEIDELBERG, PANAMA und GUATEMALA Kaffeemühlen.
    Ich konstruiere seit über zwanzig Jahren manuelle Mühlen und seit über zehn Jahren Mahlwerke.

    ...

    Folgende Vorgehensweise können sie ausschließlich bei den Zassenhaus Kaffeemühlen vom Typ PANAMA und GUATEMALA zur Verbesserung der Feinheit des Mahlgrades anwenden:
    Entleeren Sie die Mühle und entfernen Sie den Auffangbehälter.
    Drehen Sie die Verstellmutter rechtsherum, bis der Mahlwerkskegel blockiert.
    Drehen Sie die Verstellmutter ein wenig nach links und probieren Sie, ob Sie die Kurbel bereits drehen können.
    Stören Sie sich nicht an den Reibgeräuschen des Mahlwerks!
    Sie müssen jetzt möglichst schnelle und viele Umdrehungen mit dem "reibenden" Mahlwerk machen, bis die Drehungen etwas "softer" werden.
    Dann drehen Sie die Verstellmutter ein wenig nach rechts und erhöhen dadurch wieder etwas die Reibung im Mahlwerk.
    Wiederum müssen jetzt möglichst schnelle und viele Umdrehungen mit dem "reibenden" Mahlwerk machen....
    Diesen Vorgang können Sie je nach Verstellstärke und Durchhaltevermögen mehrmals wiederholen.

    Sie werden dann feststellen, dass die Reib- und Rattergeräusche des Mahlwerks abnehmen und der Rundlauf deutlich besser wird.

    Außerdem werden Sie unter Umständen Edelstahlabrieb erzeugt haben, der unten aus der Mühle herausgefallen ist.

    Das ist normal und sollte Sie nicht stören!

    ...
    Kommt mir so bekannt vor, was der Konstrukteut gschvv vorschlägt. Ich bleibe aber dabei, dass man damit das Mahlwerk stumpfschleift, so dass es sich nur noch der Durchlaufzeit nach für Espresso eignet. Tatsächlich ist es spätestens nach dieser Behandlung kein gutes Mahlwerk mehr. Dass ein Konstrukteur so eine Vorgehensweise für seine eigenen, nicht eben billigen, fabrikneuen Produkte vorschlägt, halte ich, vosichtig formuliert, für erstaunlich. Ich hatte diese Methode für alte Mühlen erdacht.
    Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !

  9. #39
    gschvv ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    @bohnenschorsch
    na gut - ich oute mich hiermit als simpel gestrickt, aber feinmaschig

    Was ist so erstaunlich daran, wenn jemand, der von sich behauptet einen großen Kenntnisstand und Überblick in einer Thematik zu haben, einen logischen und einfachen Vorgang beschreibt, so dass es jeder versteht und hoffentlich nachvollziehen kann?
    Was spricht gegen Tunen?
    Fabrikneue Produkte aus einer Serienfertigung haben meistens Potential zur Verbesserung. Manchmal sind Produkte aus marketingtechnischen Gründen bewusst nicht "ausgereizt", da gezielt auf eine Anwendergruppe hin ausgerichtet wurde.
    Mir sind Verwissenschaftlichungen mechanischer, technischer oder jeglicher anderer "Natur" zu Wider. Der Zauber, der leider immer noch um viele auf der Hand liegende Vorgehensweisen gemacht wird, wird von mir nicht unterstützt.

    Und jetzt verstehen Sie mich bitte nicht falsch!
    Ich möchte mich keineswegs lustig über Ihre Beschreibung der "Mahlwerksnachbehandlung" machen.
    Ihr Ansatz war ja durchaus richtig - aber - Sie haben nicht bedacht, dass bislang alle Metallmahlwerke aus gehärtetem Stahl bestehen, der extrem hart und spröde ist.
    Wie Sie richtig beschreiben, mussten Sie das Mahlwerk durch eine hohe Drehzahl und andauernde Behandlung quasi zum Glühen bringen, damit eine Verformung stattfinden kann.
    Versuchen Sie 'mal zwei Feilen gegeneinander zu reiben, so dass sie sich gegenseitig schärfen oder "stumpfen".
    Sollten Sie es schaffen, werden Sie feststellen müssen, dass es sich nicht mehr um funktionstüchtige Feilen handelt, mit denen man Metalle bearbeiten kann, sondern bestenfalls einen unkontrollierbaren Abrieb erzeugt....

    Die Protagonisten bei meiner Aktivierungsbehandlung, um es 'mal "seriöser" auszudrücken, bestehen aus einem hochwertigen, speziellen Edelstahl, der bereits eine ideale Härte aufweist, damit er diesen Selbstschärfungsprozess (darum handelt es sich nämlich bei diesem Vorgang) zulässt, ohne so zu verschleißen, dass er in absehbarer Zeit stumpf und unbrauchbar wird.
    Dieses Kaffeemahlwerk ist bislang einzigartig und somit nicht 1:1 vergleichbar.

    Dies war übrigens meine letzte öffentliche Stellungnahme zu technischen Details, die Bestandteil meines Knowhows sind, von dem ich glücklicherweise leben kann
    Tipps und Tricks werde ich ggfls. weiter zum Besten geben.
    Gegen Windmühlen werde ich allerdings nicht kämpfen, da ich alternative Energien und Vorgehensweisen für wichtig und richtig halte.

    In diesem Sinne, frohes Debattieren und eine schöne Zeit!
    Geändert von gschvv (28.02.2012 um 09:23 Uhr)

  10. #40
    bohnenschorsch ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gute Handmühle gesucht

    Auf der persönlichen Ebene ist ihr Schreibstil (mir zumindest) ja durchaus sympathisch. Aber auf der Sachebene finde ich ihre Beiträge nicht vollständig überzeugend.

    Zassenhaus bewirbt einige seiner Mühlen auf der Homepage explizit als Espressomühlen. Als Traditionshersteller im Hochpreis-Segment sollte man diese einfache Werbeaussage auch einhalten könnten. Die vielen frustrierten Kaufberichte hier im Forum sprechen aber eine deutliche Sprache, was die Verlässlichkeit der Zassenhaus-Qualiät betrifft. Eine Firma, die ihre Kunden nicht verprellen möchte, hätte die immer wiederkehrenden Qualitätsmängel (Eeiern, Schleifen, zu grobes Mahlgut, Selbstverstellung) längst abgestellt, zumal wenn es nur darum geht, einen chinesischen Zulieferer durch einen besseren auszutauschen. Konkurrenzprodukte bspw. von Hario, Porlex oder Kyocera sind in diesem (dem wichtigesten) Punkt doch um Einiges zuverlässiger. Ihr Hinweis zum Tuning, möge er sinnvoll und hilfreich sein, ist ja für einen normalen Kunden gar nicht zu finden, also nutzlos.

    Wenn sie es normal finden, dass man ab Werk auf einer Schlafcouch nur sitzen und nicht schlafen kann, dass man mit einem ungetunten Geländewagen in der erstbesten Pfütze festsitzt, dass eine Stereoanlage nur Zimmerlautstärke schafft, dann ist ihre Argumentation, die Zassenhaus-Espressomühlen könnten wegen Fertigungstoleranzen halt nicht immer ab Werk espressofein mahlen, gut verständlich.Meine Vorstellung von einem Qualitätserzeugnis ist das nicht.

    Falls die von ihnen beschriebene Nachbearbeitung der Mahlwerke demnächst zu einer besseren Produktqualität führt, ist das für uns alle hier sicher sehr erfreulich, denn Handmühlen sind durchaus beliebt. Mir persönlich wären vielleicht Mahlwerke, die mit geringen Toleranzen gebaut und eingebaut werden, etwas lieber. Aber das sind Spitzfindigkeiten - wichtiger wäre, dass man einem Espressofreak Zassenhaus in Zukunft ruhigen Gewissens empfehlen kann. Bisher war das leider nicht uneingeschränkt möglich. Gut zu wissen, dass die Firma hierauf ein Augenmerk hat.

    Übrigens fände ich es durchaus wünschenswert, auch in Zukunft etwas zu konstruktiven Details der Zassenhaus-Mühlen zu erfahren. Nehmen Sie den Ärger, den Einige hier mit ihrer Zass hatten, nicht persönlich.
    Damit das gleich klar ist: Dein Espresso ist besser als meiner !

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