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  1. #1
    rotorhead ist offline Benutzer
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    Ausrufezeichen Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Hallo Gemeinde!

    Wie viele andere hier ärgerte ich mich über sub-optimale Hersteller-Lösungen im Bereich des Auswurfschachtes - sprich Totraum.

    Selbst die hier so gelobte Mazzer Super Jolly hat ja immer so 2,5-3 Gramm "totes Mahlgut" im Auswurf-Schacht liegen. Wer das nicht möchte, muss pinseln...

    Angeregt durch den wunderbaren Artikel von Gunnar Mazzer Stark Umbau (Hallo Nachbar!) wollte ich der Super Jolly eigentlich einen neu gestalteten Auswurf-Schacht spendieren. Für einen geeigneten Auswurf-Rutschen-Winkel hat meine SJ aber nicht genug "Fleisch".

    Also habe ich mich nochmal hingesetzt und überlegt, wie man ohne spanende Bearbeitung an der Mühle (und den meisten anderen Mühlen) den Schacht besser gestalten könnte. Herausgekommen ist eine sehr einfache und vor allem reversible Lösung, die aus meiner Sicht eine Menge Vorteile bietet. Deshalb möchte ich sie hier mal vorstellen, vielleicht möchte sie der eine oder andere Leidensgenosse mal nachbauen (free for private, non-commercial use!).

    Es eine einfache Klammer aus VA-Blech, gut eingepasst in den Auswurfschacht und mit der linken Zunge hinter den Doser oder Trichter geklemmt. Ich habe sie mal ausgebaut und auf eine Skizze gelegt.



    Was resultiert daraus? Das gemahlene Kaffeemehl muss sich hinter der Mahlscheibe und dem Ausräumer eine kleine Rampe hochdrücken und fällt danach am höchsten Punkt aufgrund des steil abfallenden Winkels völlig ungehemmt die Rutsche runter.

    Daraus resultiert ein völlig anderes Auswurfverhalten, die sehr feinen Anteile des Kaffeemehls werden etwas an die grösseren Teile gebunden und fliegen nicht mehr elektrostatisch aufgeladen durch die Gegend. Die grösseren Partikel, die sonst vom Ausräumer bis zum anderen Ende des Trichters geschleudert wurden, werden nun am aufsteigenden Teil der "Rutsche" zunächst gebremst.

    Insgesamt fällt nun das Mahlgut völlig gelassen und emotionslos aus dem Schacht den Trichter runter... Ich bin begeistert!!!

    Gleichzeitig wird das Volumen des im Schacht liegenden Kafeemehls auf schätzungsweise 30% des Schachtvolumens reduziert. Ich habe mal nach einigen Mahlvorgängen das Blechteil vorsichtig demontiert, ausgepinselt und gewogen.



    Also weniger als 1 Gramm Mehl, dass man sonst mit dem Pinsel noch erreichen könnte.

    Was haltet Ihr von der Lösung?

    Grüße,

    Dirk

  2. #2
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Sehr schöne Idee! Wieviel altes Mehl sammelt sich hinter dem "Hügel"? sind das die .87 g? Wie leicht kann man die Klammer entfernen und den Schacht leerpinseln?

    Vielleicht lässt sich das Problem noch einfacher lösen? Ich habe mal eine alte Mühle gesehen, die ein schräg stehendes Mahlwerk hatte, ich meine es war eine Eureka. Hat schon mal jemand systematisch gestestet was passiert, wenn man z.B. eine SJ oder vergleichbare Mühlen schräg stellt, also einfach auf einen keilförmigen Unterbau aus Holz?

  3. #3
    mamu ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Hey, hier kommen ja mal ganz neue Ideen! Klasse!
    Bin gespannt was andere an Erfahrungen zur Idee von rotorhead beitragen können.

    Ich werde am WE mal die Idee von Stefan ausprobieren.

  4. #4
    rotorhead ist offline Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    @Stefan:
    Von der Mahlscheibe aus gesehen bleiben noch die 0,87 Gramm vor der Rutsche liegen... Dahinter nichts mehr. Das mit dem Abmontieren hatte ich auch kurz angedacht, ich wollte die Konstruktion nur nicht zu kompliziert gestalten...

    Interessante Idee mit dem Kippen der Mühle. Allerdings waren bei mir mindestens ~40 Grad Gefälle nötig, um die ganze Sache am Rutschen zu halten. Ist aber sicher bohnen- und mahlgradabhängig. Bei 40 Grad hätte ich Bedenken, ob die Bohnen aus dem Hopper noch richtig zulaufen.

    Gruß,

    Dirk

    P.S.: Bei entsprechendem Interesse kann ich ein "Schnittmuster" von dem Blechteil zeichnen und hier veröffentlichen.

  5. #5
    alterschwede ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Zitat Zitat von rotorhead Beitrag anzeigen
    Bei entsprechendem Interesse kann ich ein "Schnittmuster" von dem Blechteil zeichnen und hier veröffentlichen.
    Dirk, hier gibt's entsprechendes Interesse!
    Faema Urania 1957, Mazzer Super Jolly Manuale, Gaggia Ele, Hario Skerton, natürlich die üblichen French Press- und Herdkannen, und eine klitzekleine Poccino Linea Uno. Aber ich brauche noch einige Mühlen

  6. #6
    diggeler ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Hey Dirk,

    ich bin begeistert: simpel, innovativ, effektiv, reversibel!
    Deine Idee müsste im Grunde für die meisten Gastros realisierbar sein. Ich für meinen Teil werde es bald möglichst an meiner Fiorenzato (der Mazzer SJ äusserst ähnlich) nachbauen.

    Vielen herzlichen Dank, dass du deine Konstruktion hier teilst.

    Eine Frage noch: Wie wird die Klammer in Position gehalten?

    Schönen Gruss
    diggeler
    Carimali Uno
    Fiorenzato F5G automatic
    Gaggia Classic Coffee
    Isomac Cono Inox (mit stufenlos-Umbau)

  7. #7
    helges ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen



    Probier ich auch aus - danke.

  8. #8
    rotorhead ist offline Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    @alterschwede:
    Das mit der Zeichnung mache ich noch, allerdings könnte das noch etwas dauern... ansonsten einfach die groben Maße am Kästchenpapier abgucken, ein Pappmuster machen, an den Schacht anpassen und in Blech nachbauen.

    Ich weiss nicht genau, wie sich die aktuellen Super Jollys von meiner ~20 Jahre alten von den Abmessungen des Schachtes unterscheiden - daher keine Garantie auf Passgenauigkeit und am besten selber nachmachen und anpassen. Achtung! Wenn das Blechteil zu lang ist, knallt der Ausräumer vor das Blechteil! Am besten vor dem elektrischen Test einmal per Hand die Mahlscheibe drehen und schauen, ob alles frei ist. (und vorher den Netzstecker ziehen!!!)

    @diggeler:
    die ~25mm lange senkrechte Lasche wird einfach zwischen Doser/ Trichter und Mühlenkörper geklemmt. Also den Doser/ Trichter abschrauben das Blechteil einlegen und danach den Doser/Tricher wieder anschrauben. Vielleicht mache ich mal noch ein Foto von der Lösung. Die Mühle ist aber im Moment noch aus anderen Gründen zerlegt.

    Grüße,

    Dirk

  9. #9
    diggeler ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Hey Dirk,

    danke für die Erklärung. Wäre eigentlich auch aus deiner Zeichnung ableitbar gewesen...naja.

    Schönen Gruß
    Diggeler
    Carimali Uno
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    Isomac Cono Inox (mit stufenlos-Umbau)

  10. #10
    S.Bresseau ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Totraum-Minimierung in 20 Minuten: Für Super Jolly und viele andere Mühlen

    Ist der Mühelkörper der SJ magnetisch? Wahrscheinlich nicht. Ansonsten könne man einen starken Magneten (Neodym) in den prismaförmigen Hohlraum der Klammer kleben oder löten, dann ließe sie sich zum reinigen leicht entfernen.

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