Hi Leute,
nachdem meine Küchenschränke neuerdings von einer La Cimbali Magnum od bewohnt werden und es über die Mühle wenig im Netz zu finden gibt, möchte ich hier meine ersten Erfahrungseindrücke mit euch teilen.
Ich habe sie gebraucht erstanden, es stellte sich heraus, dass es das Modell mit den flachen Scheiben (64mm) ist. Im selben Gehäuse gibt es auch noch das konische Casadio Mahlwerk (47mm). Neu ist sie wohl für rund 1500 Euro zu bekommen, sie spielt damit preislich und vom Durchmesser der Mahlscheiben in einer Liga mit einer K30. Gebraucht mit rund 6000 Bezügen auf der Uhr und rund ein Jahr alt war sie auch nicht wirklich günstiger als ein gebrauchter Mahlkönig. Seit kurzer Zeit scheint es das Modell auch mit Touchscreen zu geben, meine Mühle hat Folientaster.
Nicht zu verwechseln ist die Mühle mit der "normalen" Magnum, die über ein 75 mm Mahlwerk verfügt. Warum das Mahlwerk nicht in der od eingebaut ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht weiß ja jemand hier mehr?
Man sieht das verletzliche kleine Mühlchen gelegentlich in großen Cafes an Hauptbahnhöfen etc., sie ist insgesamt auch wohl eher für den großen Durchfluss gemacht. Mir ist sie schon lange aufgefallen, weil ich ihre Optik mag und sie eine ganz andere Anmutung, als die meisten anderen Mühlen hat. Auf der Homepage von La Cimbali ist angegeben, dass sie 13 Kilo Stundenleistung hat. Zum Vergleich: meine alte Mühle LSM 90/A hatte wohl gerade etwas mehr als die Hälfte und war auch schon eine ausgewachsene Gastromühle. Zur Umdrehungsgeschwindigkeit habe ich bislang noch nichts gefunden.
Sie ist richtig groß, 62 cm hoch, der adipöse Bohnenbehälter baut weniger in die Höhe, als früh in die Breite. Die Verarbeitung ist sehr gut - gehobener Gastrostandard und dem Preis angemessen. Einzig der Ein/Aus-Schalter wirkt improvisiert und könnte schöner und haptisch besser ausgeführt werden.
Der höhenverstellbare Siebträgerhalter hält den ST auch bei ungewöhnlichen Maßen (LSM) wunderbar sicher am Platz, in meinem Fall sogar den bodenlosen. Das Mahlgut kommt sehr fluffig aus der Rutsche, besser könnte ich es mir kaum vorstellen. Es fällt schön mittig in den ST, nur manchmal gehen einige kleine Krümel daneben. Sie mahlt leise und wahnsinnig schnell, ich kann kaum mitstoppen, aber für den einer mahlt sie wohl 2-3 Sekunden.
Die Einstellung ist kinderleicht, einfach über plus/minus die Zeit für einer und zweier getrennt verstellen. Die Einstellung erfolgt aber wohl nicht über die Einheit Sekunden sondern anscheinend über etwas anderes? Meine Einstellung ist gerade 23 fürs einer und 27 fürs zweier. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ansonsten ohne echte Auswirkung. Vielleicht weiß jemand, was sich Cimbali dabei gedacht hat?
Die Mahlgradverstellung erfolgt stufenlos über das kleine Rädchen an der Front und funktioniert tadellos. Bei drei Versuchsbezügen hat die Mühle dreimal hintereinander genau 10,1 Gramm Kaffeemehl abgegeben. Das ist statistisch gesehen zwar kein aussagekräftiger Versuch, aber ich finde es trotzdem bemerkenswert.
Ich kann hier ausdrücklich nur einen ersten Eindruck geben, denn ich habe die Mühle noch nicht allzu lange und will sie auf jeden Fall noch gegen etwas anderes in dieser Kategorie "probetrinken". Ich habe aber schon einige Gastro- und Heimmühlen besessen und ausgiebig getestet und deshalb will ich mir mal anmaßen ein vorläufiges Urteil über den Geschmack abzugeben.
Das Upgrade hat mich klar weiter gebracht, als jede andere technische Maßnahme bisher. Der Geschmack meiner Espressi hat sich deutlich intensiviert, ist differenzierter und mir das gebracht, was ich wollte, man schmeckt mehr Süße. Um einen richtig guten Espresso zu ziehen, genügten nur wenige Minuten Einstellzeit, seitdem bringt die Mühle geschmacklich beste Ergebnisse. Ich schmecke einen deutlichen Unterschied zu anderen Mühlen mit 64 mm-Mahlscheiben (LSM 90, Rossi etc.).
Mit anderen Mühlen habe ich teilweise Monate gekämpft um auch nur ähnliche Ergebnisse zu erzielen, ohne je die Konstanz zu erreichen. Leider habe ich bisher noch zu wenige Bohnen testen können, in den nächsten Wochen wird sich das ändern.
Ich denke, ein großen Knackpunkt an der Mühle könnte der Totraum sein. Ich will ihn ausmessen, sobald ich die Mühle mal offen habe. Bisher habe ich sie nur ausgesaugt (ja ja ich weiß - das macht man nicht).
Ob das kleine Mühlchen mit den etablierten Titanen in den Ring darf und geschmacklich mithalten kann, werde ich erst wissen, wenn ich mal ausgiebig gegentesten konnte (vielleicht gegen eine große konische). Vom ersten Eindruck und den technischen Gegebenheiten scheint mir nichts dagegen zu sprechen, dass sie ihren Preis wert ist.
Ansonsten kann ich bisher für mich keine echten Kritikpunkte erkennen, dies war bei anderen Mühlen bei weitem nicht immer so und schon gar nicht nach wenigen Wochen.
Hier die Fotos:
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