Hallo Espressionisten und
Cappuccinerinnen,
zunächst vorab. Sie mahlt! Wen nur
interessiert wie, der kann zu ===>SO! weiterscrollen.
Nett,dass Du weiter liest, so kann ich meine ganze Leidensgeschichte zuProtokoll geben.
Neben der alten Zassenhaus (Rosel?), die
nicht fein genug mahlt (leider keine Mokka) und der alten
Noname-Messingmühle vom Flohmarkt, die nicht mehr schön ist, aber
ein exzellentes Mahlergebnis hat, suchten wir nach einer Mühle, die
einigermaßen zu unserer Giada passt und nicht schlechter ist, als
die vorhandenen Mühlen.
Die Heidelberg sah gut aus, und die Online-Rezensionen ließen vermuten, dass zumindest jede zweite espressotauglich mahlt und auch die schlechteren Modelle sich mit etwas Aufwand dazu überreden ließen.
Groß war die Freude daher, als wir sie in Händen hielten (Geburtstagsgeschenk). Ebenso groß war die Enttäuschung, als sie sich auch nach liebevollen
Einstellungsversuchen nicht dazu überreden ließ, mehr als fünf Bar
im Siebträger zu erzeugen (auch Überfüllt mit 9g/Tasse und
getampert mit 80kg). Das Mahlwerk ließ sich so weit einstellen, dass
das Ergebnis sich fein genug anfühlte, aber es blieben immer noch
haferflockenartige Brocken zurück.
Also die Mühle etwas enger gedreht, um sie zu entgraten - keine deutliche Besserung. Auch wenn man die Mühle so weit zudrehte, dass sie schon knurrte, wurde
das Ergebnis nicht fein genug.
Da es aber auch viele positive Berichte gab, lag ein Umtausch nahe. Das dauerte ein Wenig länger, da der Laden die Mühle nicht vorrätig hat - er hatte Sie extra
bestellt. Zudem liegt er auch jwd.
Die zweite Mühle zeigte das gleiche Bild. Zudem verdichtete sich zur Gewissheit, was bei der ersten noch eine Vermutung war: Die Mühle war nicht nur dezentriert.
Sie Lief recht unterschiedlich aus der Spur, je nachdem, in welchem
Winkel man die Kurbel auf den Sechskant steckte. Dann sprang auch
noch ständig der Griff von der Kurbel, und der Zierring vom Becher
sprang ab. Trotz allem wollten wir nicht aufgeben. Ich versuchte es
mit der an verschiedenen Stellen im Netz empfohlenen
Aktivierungsprozedur (die offenbar von einem Entwickler von
Zassenhaus empfohlen wurde). Erst ganz zaghaft, dann etwas kräftiger.
Es gab reibende Geräusche und Metallabrieb. Die Mühle ließ den
Druck gelegentlich auf 6 Bar ansteigen, mit einer kurzzeitig
probierten anderen Kaffeesorte auch mal geringfügig darüber. Bei
korrekt befülltem Siebträger lag der Druck meist unter fünf Bar.
Dem, was da in die Tasse lief, war deutlich anzusehen und
anzuschmecken, dass die Bohnen damit nicht glücklich waren.
Ich nahm mir dann den Mahlkegel vor, und schliff die überstehenden Ecken
(zu erkennen an den blank geriebenen Stellen) mit einem Schleifstein
nach. Das half ein wenig. Problematisch war aber, dass das ganze für
die Katz war, sobald man die Kurbel ein mal in einem anderen Winkel
aufgesetzt hatte.
Auch wegen der lockeren Kurbel und dem
ständig abfallenden Zierring war klar, dass die Beziehung zwischen
der Mühle und mir ... sagen wir es mal so, an Silberhochzeit dachte
keiner von uns beiden.
===>SO!
Also ein dritter Versuch - ein letzter Versuch. Die gleichen Ergebnisse wie bei Mühle
zwei. Da ich inzwischen dazu gelernt hatte, setzte ich die Kurbel
immer im gleichen Winkel auf das Mahlwerk - das Z auf dem Mahlkegel
diente mir als Orientierung. Ich suchte die Stellung, in der der
Kegel am wenigsten schliff (nicht am gleichmäßigsten). Die
Aktivierungsprozedur habe ich nur verhalten ausprobiert, da sie keine
Besserung brachte. Nachdem ich den überstehenden Stellen des
Mahlkegels noch einmal mit einem groben Schleifstein zu Leibe rückte,
kam ich auf die Idee, den Schleifstaub im Werk zu belassen, so dass
ich es in der Mühle einschleifen könnte. Ich ließ also auf den
untersten ca 1 bis 1,5 mm an der feinen Seite des Mahlkegels die
Mischung aus Schleifstaub und Wasser in den Ritzen zuurück und baute
den so verunreinigten Kegel wieder ins Werk ein. Peinlich darauf
bedacht, den Winkel der Kurbel nicht zu berändern. Ich drehte die
Mühle vorsichtig so weit zu, bis sie mich anknurrte, und gönnte ihr
ein Paar Umdrehungen. Schnell hörte sie auf zu knurren, und ich
setzte ihr erneut zu. zwischendurch klopfte ich ein wenig, damit der
Schleifstaub sich wieder im unteren Bereich des Mahlwerks verteilen
konnte. Nach drei oder vier Nachstellversuchen, ca eine halbe bis
eine Umdrehung insgesamt, hörte ich auf.
ENDLICH wieder ein vernünftiger Cappu!
Fazit: Die Mühle sieht super aus, mahlt gut, nur der Hinweis "Für Heimwerker" fehlt.
Oh, ja, falls einer fragt. Meine Geduld wurde auch dadurch gesteigert,
dass ich die gute alte Mühle schon mit auf die Arbeit genommen
hatte. Vielleicht hat die Tatsache, dass der Kassenbon nach dem
dritten Umtausch unauffindbar war, ein wenig dazu beigetragen.
So, ich muss jetzt erst mal wieder zwei Portionen Sumagu in die
Heidelbergerin füllen. Schreiben macht Durst.
Mit leicht geschäumtem Gruß
Michael ~D|


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