Hallo,
nach dem ich in den letzten Jahren das KN zur Informationsbeschaffung genutzt habe, hier nun ein Erfahrungsbericht zur Fiorenzato F64E von mir. Da es wenig Berichte im deutschsprachigen Raum gibt, hoffe ich, dass dieser dem ein oder anderen bei der Kaufentscheidung hilft.
Hintergrund/ Kaufentscheidung:
Die Mühle ist ein Upgrade zur bisher genutzten Eureka MCI, bei der mich im Laufe der Zeit die Timerfunktion (im Boden) und die zum Teil recht starke Klumpenbildung gestört hat. Nach 5 Jahren war der „Lack“endgültig ab und daher musste eine neue Mühle her, die folgende Anforderungen erfüllen sollte:
- max. 700 EUR
- Direktmahler ohne Trichter (wie Mazzer oder Quamar)
- schneller und leiser im Vergleich zur Eureka
- Mahlgut ohne Klumpen
Bei diesem Anforderungsprofil ist man recht schnell bei den üblichen Verdächtigen, wie Casadio, Macap M4D oder mit Glück bei einer gebrauchten aus dem 1.000 EUR Segment. Über den Marktplatz bin ich dann über die Fiorenzato F64E gestolpert. Nach diversen Händlerbesuchen hat dann die Fiorenzato aufgrund der Optik das Rennen gegen die Casadio gemacht.
TechnischeDaten:
64er flache Mahlscheiben
350W
14kg
ca.61cm hoch
Im Bild 1 ein Größenvergleich Eureka vs. Fiorenzato
Bedienung:
Der Mahlgrad wird über einen Drehkranz stufenlos eingestellt. Dies geht recht gut, wobei man den Kranz gegen die Spannung von 3 Federn drehen muss. Mit einer kleinen Markierung auf dem Gehäuse als Referenzpunkt kann man ziemlich schnell unterschiedliche Bohnensorten einstellen.Trotz der Größe der Mühle sind 250g Röstungen kein Problem.
Einstellung des Timers erfolgt recht simpel über das Touchpad. Im Schnitt benötige ich für 18g im Zweiersieb ca. 9,6s zu vorher 20s bei der Eureka.
Mit der aktuellen Software lassen sich 3 Bedienmodi einstellen:
- Standard: Auswahl Touchpanel + Auslösung Mahlvorgang Microschalter
- Automatic: Auslösung Mahlvorgang direkt über Microschalter
- Pre-Select: Einer- oder Zweierbezug werden dauerhaft vorbelegt; Auslösung über Microschalter
Praktische Erfahrung:
Die Mühle tut das, was sie soll. Sie mahlt schnell, mit wenig Klumpen und Rumgesaue. Habe aktuell einen frischen Malabar in der Mühle, der von vielen hier „gefürchtet“ wird. Im Bild 2 sieht man, dass recht wenig neben der Mühle liegt und das ohne Trichter auf dem Siebträger.
Eine Mahlgradveränderung stellt sich nach ca. 3g ein.
Und der Geschmack?
Das ist sicherlich eine spannende Frage. Ja, ich konnte im direkten Vergleich zur Eureka einen Unterschied feststellen. Der mit der Fiorenzato gemahlene „Mauro Prestige“ hatte deutlich mehr Körper. Ich glaube, ich habe mir mit der neuen Mühle einfach mehr Mühe gegeben, den optimalen Mahlgrad zu finden. Hinzu kommt sicherlich die extrem gute Reproduzierbarkeit. Ich mahle jetzt deutlich feiner und mit der Timerfunktion landet dann auch die gewünschte Menge Pulver im Sieb.
(An dieser Stelle bitte nicht falsch verstehen. Die Eureka ist in ihrer Klasse eine sehr gute Mühle und man kann auch mit dieser super fein Mahlen)
Fazit:
Wer Platz hat und auf Gastromühlen steht macht mit der Fiorenzato nichts verkehrt. Bezüglich Mahlgut und Streuung absolut spitze, zumindest was ich während meiner Findungsphase live sehen konnte.
Verarbeitung ist italienisch gut und mit etwas mehr liebe fürs Detail könnte man noch etwas rausholen.
Fragen,soweit ich es kann, beantworte ich gerne.
Gruß
Frank
P.S. Ich glaube ich brauche nun eine größere Espressomaschine.


LinkBack URL
About LinkBacks

Zitieren

Lesezeichen