Eine Expertengruppe hat sich aufgemacht, um die Kaffeeanbaugebiete in Yunnan, südwestliche Provinz in China, zu erkunden.
Eines vorweg: wie allgemein üblich, gibt es in den Kaffeeanbauregionen der (mir bekannten) Welt meist nicht den Spitzenkaffee in den Cafés, den wir in unseren Gefilden von Zeit zu Zeit finden können.
Kaffee wurde in China erstmals seit 1884 auf Taiwan und seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch auf dem chinesischen Festland angebaut - dank einer französischen Mission. Aber erst ein UN Hilfsprojekt zur Bekämpfung der Armut der ländlichen Bevölkerung hat den Kaffeeanbau forciert, der sich 2006 auf eine Produktion von ca. 11.000 Tonnen Rohkaffee belief.
Hinzu kommt, daß China eine Tee trinkende Nation ist, und schwer davon zu überzeugen, auch mal Kaffee zu trinken. Der ist denn auch im Land exorbitant teuer, denn für eine Tasse Espresso zahlt der Gast umgerechnet 1,70 EUR. Für ein Kaffee-Milchgetränk geht es dann rauf bis 3,50 EUR. Die Rösterei in Kunming verkauft ein Päckchen 250gr Röstkaffee für ca. 2,70 EUR an den inländischen Grosshandel, das ist happig.
Die Produktion ist auf wenige Großabnehmer und den Mainstream Markt zugeschnitten. Wir konnten auf unserer 10-tägigen Besichtigungsreise auf Farmen und in Verarbeitungsanlagen keinen Trend zu bewußter Selektion für Spezialitätenkaffees erkennen, auch scheint es schwierig, die Verantwortlichen von dem Wert, für den Spezialitätenmarkt zu produzieren, schwierig, jedoch aus meiner Sicht nicht hoffnungslos.
Laut Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Kunming, Yunnan sind die Voraussetzungen für hochwertige Arabicas sehr gut. Die klimatischen und geografischen Bedingungen seien vergleichbar mit Kolumbiens Anbaugebieten.
Eine Vorstellung, wie der Yunnan Kaffee vermarktet werden könne, geschweige denn eine Vorstellung von Qualitätsstandards vom Anbau über die Selektion bis hin zum richtigen Rösten und Cupping sind nach unserer Einschätzung leider etwas unterentwickelt.
Ich bin jedoch guten Mutes, daß die Anregungen der 10-köpfigen deutschen Delegation, bestehend aus Professoren des Instituts für tropische Nutzpflanzen der Universität Bonn und deutschen Kleinröstern, nicht ungehört bleibt.
Es gibt noch vieles über den Kaffee aus den Anbaugebieten in Yunnan zu berichten, deshalb wird das berliner Kaffeemuseum als Herausgeber demnächst eine Druckschrift herausgeben. Wenn es soweit ist, werde ich es im Kaffee-Netz mitteilen.
Bis dahin herzliche Grüsse
ComKaff![]()


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