Ich muss meine La Cimbali Junior D/1 verkaufen.
Inzwischen überzeugt mich meine neue La Spaziale Vivaldi, sodass ich die Junior gehen lassen muss. Sie darf trotz ihrer schönen Erscheinung nicht länger ungenutzt im Wohnzimmer stehen...
Technische Daten:
- Festwasseranschluss
- Zweikreiser mit Wärmetauscher
- (isolierter) 2,5 L Kessel
- Volumetrische Mengendosierung mit Wahlschalter
- 1,35 kW Leistung
- Vibrationspumpe
- Expansionsventil
- Dampf- und Heißwasserausgabe
- Vierloch-Düse
- Breite 32 cm
- Höhe 47 cm
- Tiefe 44 cm (ohne Knäufe)
- Gewicht geschätzte 40 Kilo
Fast zwei Jahre haben wir zusammen Espresso kredenzt. Ich habe sie im Juni 2008 von einem Mitglied dieses Forums übernommen. Auch dieser kaufte sie von einem Forenmitglied. Also ist sie von mindestens drei erfahrenen Händen scheckheftgepflegt.
Das genaue Alter der Maschine lässt sich nicht ermitteln. Ich schätze mal zwischen 15 und 20 Jahre, was aber eigentlich auch keine Rolle spielt, denn in Sachen Robustheit und Langlebigkeit setzt die M 21 die Messlatte für hobbytaugliche Gastromaschinen ziemlich hoch.
Das Festwassermodell der M 21, um das es sich hier handelt, besitzt einen 2,5 Liter-Boiler und eine volumetrische Mengendosierung (von Spöttern „Klospülung“ genannt) im hinteren Bereich des Gehäuses. In dieses Wasserreservoir ragen von oben mehrere Nieveausonden. Diese könne hineingeschoben und herausgezogen werden. Unter Werkszustand lies sich so per Wahlschalter die Menge für 1 kleine, 1 große, 2 kleine und 2 große Tassen vorwählen.
Die Einrichtung der Rückführung des beim Bezug durch das Expansionsventil abgezweigten Wassers in das Wasserreservoir der Mengendosierung (und nicht in die Abtropfschale) und die Regulierung des Brühdrucks auf 9,5 bar macht die Niveausonden jedoch fast nutzlos.
Durch das zurück geleitete Wasser fällt der Wasserstand in der Klospülung kaum ab und ermöglicht so keine genaue Dosierung.
Den Bezug habe ich deshalb deshalb immer manuell durch einfaches Umlegen des Drehschalters für die Mengendosierung beendet. Normalerweise hat das Expansionsventil das Wasser wohl in die Abtropfschale geschickt. So würde die volumetrische Dosierung funktionieren aber auch eine Menge Wasser ungenutzt in den Ausfluss geschickt werden.
Weiter mit ein bisschen Geschichte (chronologische Reihenfolge):
- Optimierung des Auswurfstutzens vom Magnetventil
- Optimierung der kleinen Auffangschale unter der Abtropfschale
- Austausch und Entkopplung der Vibrationspumpe vom Gehäuse
- Einstellung des Brühdrucks per Siebträgermanometer auf 9,5 bar
- Einrichtung einer Enthärtervorrichtung mit Verschneidemöglichkeit
- vollständige (!) Maschinen-Demontage
- Glasperlstrahlen des Rahmens (da glattere Oberfläche als durch Sandstrahlen)
- Galvanisches Gelbverzinken des Rahmens
- Entkalkung aller wasserführenden Teile mit Zitronensäure
- Austausch fast aller Dichtungen
- Austausch des Sicherheitsventils
- Austausch des Entlüftungsventils
- Austausch aller Unterlegscheiben und Schrauben gegen V2A Innensechskant mit identischem Durchmesser (nur noch ein Schlüssel nötig)
- Isolation des Kessels und des Dampf- und Heißweisserrohrs mit Armaflex HT
- aus gegebenem Anlass nochmalige Entkalkung des Kessels und des Thermosyphons
Die Maschine bekam nach der großen Inspektion ausschließlich Wasser aus dem Ionentauscher. Die Wasserhärte war per Verschneideeinrichtung auf 6-7 Grad dt. Härte eingestellt (gemessen). Ich weise darauf hin, dass die Maschine selbst bei der ersten Entkalkung fast keine Verkalkung aufwies.
Inzwischen möchte ich den Gesamtzustand der Maschine nach allen Otimierungen und Umbauten als sehr gut bezeichnen. Oder anders ausgedrückt: „Ich habe fertig.“
Die Junior ist aufgrund ihres Konzepts ein kleiner Hitzkopf. Vor jedem Bezug muss ein ausgiebiger Leerbezug gemacht werden. Durch entsprechende Pausen zwischen Leerbezug und Start des Bezugs lässt sich aber sehr reproduzierbar die Temperatur steuern.
Als Barista muss man an ihr einfach ein bisschen üben und wissen, wie die Maschine zu nehmen ist.
Zur Maschine gibt es ein ganzes Arsenal an Zubehör und Ersatzteilen:
- einen bodenloser Siebträger
- einen Siebträger mit Außengewinde
- dazu passend einen Einerauslauf und einen Doppelauslauf
- einen original Cimbali-Siebträger
- dazu passend einen Einerauslauf original La Cimbali und einen Doppelauslauf original La Cimbail
- zwei verschiedene Duschen
- eine Ersatzpumpe Ulka (Originalteil, funktioniert noch)
- ein Ersatz-Magnetventil (Originalteil, funktioniert noch)
- Siebe:
- ein Original La Cimbali Einersieb
- ein Original La Cimbali Zweiersieb
- ein La Marzocco Einersieb
- ein Standard Einersieb
- ein 21 g Sieb
- ein Blindsieb
- (alle Siebe passen in jeden Siebträger)
- einen planen 57 mm Tamper von Concept Art „Pop“ in weiß
- diverse neue Dichtungen unter anderem für den Thermosyphon, die Dampfventile, das Magnetventil, die Brühgruppe (Siebträgerdichtung).
- das Material für Wasserzu -und ablauf, passende Reduziernippel zum Auslagern der Pumpe
- meinen alten K2 Innensechskant der jetzt auf alle Schrauben passt
die Brühgruppenbeleuchtung verrichtet ihren Dienst jetzt in meiner Vivaldi
die Pumpe hängt wieder in der Maschine - so ist der Transport einfacher
Der Zustand der Maschine im Innern ist in Anbetracht ihres Alters top. An manchen Stellen sind Spuren von Wasserflecken, da nach der Demontage nicht auf Anhieb alles dicht war und später noch das alte Sicherheitsventil undicht wurde. Die Inkontinenz konnte aber schnell behoben werden.
Von aussen lassen sich ein paar Spuren ihrer bewegten Vergangenheit erkennen. Im Edelstahl-Kleid sind ein paar Kratzer (siehe Fotos). Diese fallen aber nicht unangenehm auf (lediglich auf Fotos mit Blitz) und könnten rauspoliert werden. Die Stärke der Edelstahl-Verkleidung gibt das her.
Die zuletzt durchgeführte Kesselisolation mit Armaflex HT hat die Aufheizzeit deutlich verringert und lässt die Maschine zwischen den Heizzyklen länger pausieren.
Ich habe durch Messung der Heizintervalle eine Energieeinsparung von mehr als 30 % ermitteln können.
Die Maschine ist durch ihren einfachen Aufbau, die gute Zugänglichkeit aller Bauteile und die sehr schnelle Entfernung der Verkleidung sehr wartungsfreundlich.
An Informationen erstmal genug. Das Forum bietet ja noch zahllose Infos zur Maschine. Offene Fragen beantworte ich gerne.
Kommen wir zum Preis:
Die Ablösesumme betrug vor fast 2 Jahren 650,- Euro was in Anbetracht des Zustandes der Maschine auch angemessen war. Einen weiteren Wertverlust schließe ich bei dem Alter mal aus.
Die Summe meiner Aufwendungen, die in dieser Zeit zusammengekommen sind, belaufen sich auf insgesamt rund 300 Euro (alle Rechnungen vorhanden), mein Arbeitsstunden natürlich nicht mitgerechnet.
Da mir eine Ablösesumme von 950,- jedoch unrealistisch erscheint, rufe ich hiermit erstmal 800,- Euro VB auf.
Die Maschine kann in Hannover angefasst, ausprobiert und auf „Pumpe und Extraktion“ geprüft werden. Lecker Cappu oder Espresso gibt’s satt, ein Stück Kuchen und eine Antwort auf jede Frage inklusive. Wir können die Maschine auch gerne komplett öffnen und alles genau angucken.
Dem Thema Versand habe ich mich noch nicht gewidmet. Generell halte ich nicht viel vom Versand solch sperriger und teurer Haushaltsgeräte. Deshalb habe ich damals auch eine kleine Reise gemacht um sie nach Hannover zu holen.
Ein bisschen wehmütig grüßt
Sebbe
Anbei noch ein paar Eindrücke
Und noch ein paar Fotos im nächsten Beitrag.


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