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  #1 (permalink)  
Alt 19.01.2007, 22:54
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Standard Restauration einer La Marzocco Linea 2GR

Liebe Bastelgenossen,

habe soeben eine elendig zugerichtete zweigruppige La Marzocco Linea aus der Bucht gezogen:



Sie ist mit ihren rund 15 Jahren nicht mehr der Jüngsten eine und dementsprechend auch im Inneren reichlich verloddert:



Da die Elektronik eines Tages scheinbar den Geist aufgegeben hatte und die damaligen Lineas noch keine "override buttons" besaßen, hat ein offensichtlich mit nur bescheidener Fachkenntnis gesegneter Mensch die CPU durch nen ordinären kleinen Regler ersetzt (hinten rechts), die Tastenfelder kastriert (Platine und Tastenfolie rausgerupft) und die Signallampen durch artfremde manuelle Kippschalter ersetzt (ganz links und ganz rechts). Blöderweise sind all die entnommenen Teile (dazu zählen sogar die Flowmeter) weg; ich möchte beinahe unterstellen, daß die sich der damals handelnde "Fachbetrieb" eingesteckt hat. Mpf.

Ich bin ja auf Einiges gefaßt, freue mich aber schon riesig darauf, die Kiste am Wochenende abzuholen. Vorher gilt es jedoch noch in einem Crash-Fitnesskurs die muskulären Voraussetzungen für's Ein- und Ausladen zu schaffen... Mangels Freizeit wird sich das Wiederaufpäppeln ne Gute Weile hinziehen. Sobald ich den Brocken auf der Werkbank habe, werde ich hier aber weiter berichten (und Rat einholen ).

Juchuuu,
Martin
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  #2 (permalink)  
Alt 19.01.2007, 23:02
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Wie eine 80er-Jahre S-Klasse ohne Armaturenbrett ...

Glückwunsch!

Michael
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  #3 (permalink)  
Alt 19.01.2007, 23:15
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Ach Du hast die geschossen!

Mutig

Aber für nicht allzu große Haushalte genau das richtige Format.

Viel Glück bei der Restaurierung!! Hunderte Boardies fiebern mit!

Gruß,
Bernhard
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  #4 (permalink)  
Alt 20.01.2007, 15:42
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Na dann viel erfolg !

Kennst du schon diese Seite ?
http://www.espresso-restorations.com/

Viel interessantes, vor allem Marzocco betreffend.

Gruß Martin
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Das is Kaffee.... echt jetzt! Und Kaffe iss nunma lecker !
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  #5 (permalink)  
Alt 20.01.2007, 17:51
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Ohne Elektronik du bist Mutig. Das kann teuer werden. Zu mindestens wenn du alles wieder einbauen willst. Viel Glück
Gunnar
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  #6 (permalink)  
Alt 23.01.2007, 02:00
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Nabend allerseits,

Zitat:
Zitat von DaleBCooper
für nicht allzu große Haushalte genau das richtige Format.
tja... Es handelt sich um einen Einpersonenhaushalt in einer Einzimmerwohnung. Habe ich damit den Punkt "Dachschaden" der Board-Aufnahmeprüfung bestanden?

Zitat:
Zitat von Pablo
Kennst du schon diese Seite ? http://www.espresso-restorations.com/
Ja, die gehört zu einem meiner liebsten Gutenachtromane. Ehrlichgesagt hätte ich mich ohne Kenntnis dieser Seite vermutlich nicht so schnell an so eine monströsen Kasten rangemacht. Es ist zwar nach einer Grimac La Uno und einer ECM Technika meine dritte komplette Restauration, aber eben doch einige Nummern größer und finanziell deutlich risikoreicher in Sachen Ersatzteilbeschaffung etc. ...

Zitat:
Zitat von gunnar0815
Ohne Elektronik du bist Mutig. Das kann teuer werden. Zu mindestens wenn du alles wieder einbauen willst.
Das ist wahr. Meine Traummaschine war eigentlich immer eine Linea 1EE (eingruppig und ohne Automatik), aber da kommt man leider kaum zu einem akzeptablen Preis dran. Ich wollte dann eine eigene Steuerung basteln, die u.a. einen digitalen Temperaturregler (sowas wie nen PID), automatische Dosierung nach Zeit und Volumen (je nachdem, welches Kriterium zuerst erfüllt wird) und solchen Geschichten wie Standby implementiert. Entweder mit nem kleinen Mikrocontroller von Conrad oder gleich mit nem (ansich völlig überdimensionierten) Einplatinencomputer.

Bei der Zweigruppigen, die ich jetzt habe, kommt eine weitere Möglichkeit dazu: Anstelle des alten Tastenfeldes würde mit ein wenig Fummelei das Touchscreen eines alten PDAs von mir (Psion Revo) passen. Mit einem seriell angesteuerten AD/DA-Wandler hintendran ließe sich somit o.g. Hirngespinst kostengünstig (und hinreichend geekig) umsetzen.

Aber zunächst einmal steht die Drecksarbeit an. Gestern hatte ich also das Gerät abgeholt und heute konnte ich endlich abends mit den ersten Demontageschritten anfangen. Hier mal ein paar letzte Bilder vom zusammengeschraubten Zustand:





Auf dem letzten Bild kann man rechts im Sichtfenster des Dampfboilers schon erahnen, wie versifft das Wasser sein muß. Was man nicht sieht, ist der ekelerregende Gestank nach Nikotin, ranzigem Kaffeefett und einem halben Insektenfriedhof. Es folgten rund fünf Stunden freudigen Auseinanderschraubens:





Ich war sehr erstaunt, wie flott (für meine Verhältnisse) der Maschinenstrip vonstatten ging. Aber bei dieser Kiste gibt es auch kaum etwas, wo man den italienischen Technikern Pfusch oder undurchdachte Konstruktion unterstellen könnte. Trotz des Miefs und Siffs hat das Zerlegen daher richtig Spaß gemacht. Rost habe ich dank des ganzen Edelstahlzeugs übrigens nur an ein paar wenigen Muttern festgestellt. Da der Brühboiler noch voll Wasser steht, habe ich das Thermostat (mittig auf dem vorderen Boiler) und die Brühgruppen noch nicht weiter demontiert. Bei Letzteren habe ich auch gehört, daß man sie nach Möglichkeit besser auf dem Boiler geschraubt läßt, da sie sich nur schwer wieder vernünftig abdichten lassen. Wenn da jemand Erfahrung hat, würde mich das seeeeehr interessieren.



Beim Abklemmen der Heizstäbe des Brühboilers ist es dann leider zu meinem ersten Malheur gekommen. Eine der Gewindestangen ist dank einer verrosteten draufgeschraubten Mutter abgerissen. Als ich daran drehte, brach die Verschweißung () mit dem Heizstab:



Das Foto ist nicht das Beste, da man nicht sieht, daß der Bruch leider bereits innerhalb der Teflonisolierung geschehen ist. Kann mir vielleicht jemand einen Rat geben, wie man das wieder geflickt bekommt? Geht sowas überhaupt?

Achja, weiß jemand, um was für ein Teil es sich wohl vorne an dem (linken) Brühboiler handelt? Steckt man da wohl einen Schlauch drauf, um das Wasser durchspülen/ablaufen zu lassen?



Jetzt, wo ich mir diese Bilder ansehe, erscheinen mir die beiden Boiler gar nicht so sehr unterschiedlich groß. Eigentlich rechnete ich mit einem 3.4l-Brühboiler und einem 7.0l-Dampfboiler (wie bei den aktuell produzierten Lineas)... In den Ersatzteillisten von Marzocco sah ich, daß es auch 5.0l-Boiler gäbe; wäre ja nur zu geil, wenn ich einen solchen drin hätte. Reicht schließlich dicke für die paar Cappus, die ich zu zapfen gedenke...

Morgen werde ich den Rest auseinandernehmen und die ersten Zitronensäurebadewannen befüllen. Mal gucken, ob die fetten Kessel wenigstens zur Hälfte in Omas Einmachpott reinpassen. Ich werde das Entkalken weitestgehend sortenrein durchziehen; bei den Rohren weiß ich aber nicht, wie man einen Kupferniederschlag auf den Messingüberwurfmuttern vermeiden könnte. Was macht ihr damit? Anschliessend polieren? Finde ich zwar etwas lächerlich, aber diesmal will ich keine Mühe scheuen...

Anschließend werde ich die roten Teile sandstrahlen und pulverbeschichten lassen. Bei den polierten Edelstahlblechen weiß ich noch nicht so recht, was ich am besten mache. Bringt es was, sich irgendwelche speziellen Polierwuschel auf die Bohrmaschine zu setzen und damit stundenlang über die Bleche zu fahren? Oder gibt es vielleicht irgendwelche metallverabeitende Betriebe, die sowas günstig für mich erledigen könnten?

Hach, ich freue mich schon auf morgen...

Bis denne
Martin
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  #7 (permalink)  
Alt 23.01.2007, 10:40
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Lass die Brühköpfe bloss drauf, wenn sie dicht sind. Du machst Dir sonst nur Ärger (Dichtungen, die Gewinde sind nur aus Messing und ruck zuck im Eimer...) Nimm die Deckel der Köpfe ab, da kannst Du auch den Kalk rausschütteln.

Greetings \\//

Marcus
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Seit Jahren die erste Dallacorte Mini EX4 -> also Vorsicht, subjektiv

Gehabt und wieder los:

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Alt 24.01.2007, 00:09
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Zu der Idee mit dem PDA - ich glaube nicht, dass der so gutmütig auf die Betriebswärme reagiert wie das dafür gedache Bedienpanel.
Die Teflonisolierung vom Heizstab wirst Du mit Sicherheit nicht mehr dichtbekommen, hier ist wohl ein Ersatzteil fällig. Bei der rohen Gewalt die zum Abriss der Gewindestange führte (das ist zusammen mit dem Heizkörper EIN Teil - von wegen geschweisst... ) kann es auch sein dass Du den Heizstab selbst mit verdreht hast - und das mag der auch nicht.

Gruss
Stefan
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  #9 (permalink)  
Alt 24.01.2007, 01:25
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Moin,

der heutige Abend verlief nicht sonderlich erfolgreich. Als ich die erste Schraube der Dampfboilerplatte lösen wollte, wunderte ich mich schon wie leicht das ging -- sie war gebrochen. Nun steckt also ein Ende der Schraube noch im Boiler (oben rechts, auf etwa ein Uhr) :



Wie bekomme ich die bloß wieder das raus? Und ne Original-Ersatzschraube scheint sich auch nicht so leicht finden zu lassen, da in den Teilelisten von LM dieser Boiler nicht mehr gelistet ist.

Aber nun werfen wir mal einen Blick ins Innere; und, oh Wunder, da hätte ich ja mit Schlimmerem gerechnet:



Auch die Heizung sieht noch ganz manierlich aus. Wenn ich da nur nicht den einen Heizstabkontakt abgerissen hätte...



Als nächstes kamen die Deckel der Brühgruppen dran. Mein Gott, was sitzen jeweils diese drei Bolzen fest! Habe sie von allen erdenklichen Stellen aus mit entsprechendem Zeugs eingesprüht und bekam mit viel Mühe zumindest die total verrosteten Dinger aus der rechten Brühgruppe raus. Und nun seht Euch mal das leckere Innenleben an:



Gescheitert bin ich leider auch an dem großen dunklen Sechskant auf der Zulaufleitungsverschaubung. Für nen Maulschlüssel sitzt das Ding zu tief und was anderes habe ich in der Größe nicht. Mist, aber da wird sich schon was finden lassen. Blöder verhält es sich da schon mit einem letzten Bolzen der linken Brühgruppe. Ich bekomme ihn partout nicht ab und mittlerweile habe ich ihn schon ziemlich verhunzt...



Zitat:
Zitat von nobbi-4711
Lass die Brühköpfe bloss drauf, wenn sie dicht sind. Du machst Dir sonst nur Ärger (Dichtungen, die Gewinde sind nur aus Messing und ruck zuck im Eimer...) Nimm die Deckel der Köpfe ab, da kannst Du auch den Kalk rausschütteln.
Mhm, dicht scheinen sie zu sein. Aber ob das nach tagelangen Entkalkungsbädern immer noch der Fall sein wird? Und wird danach auch alles lecker genug sein? Leider kann man ja nicht so wirklich viel sehen, wenn die Dinger dran bleiben... Bekommt man denn die Zuleitung innerhalb der Köpfe auch so raus?

Wo kam es denn bei Dir zu Problemen? Hast Du noch ne Originaldichtung bekommen oder selber eine zugeschnitten? Hast Du den Flansch zusätzlich mit (lebensmittelechten) Dichtmittel eingestrichen?

Zitat:
Zitat von Stefan
Zu der Idee mit dem PDA - ich glaube nicht, dass der so gutmütig auf die Betriebswärme reagiert wie das dafür gedache Bedienpanel.
Hast Du nicht ganz unrecht, aber womöglich lassen sich LCD und Platine auch getrennt voneinander unterbringen. Werde ich mir dann "demnächst" mal genauer ansehen.

Zitat:
Die Teflonisolierung vom Heizstab wirst Du mit Sicherheit nicht mehr dichtbekommen, hier ist wohl ein Ersatzteil fällig.
Schiete. Ist auch wieder so ein Teil, daß nicht mehr überall gelistet ist. XXL z.B. hat von diesen Heizstäben alter Bauart nur noch diejenigen für ein- und viergruppige Kisten. Hat es in solchen Fällen eigentlich Sinn, sich direkt an LM zu wenden, oder lachen die mich nur aus, wenn ich mit so nem Kleinkram komme? Nen Gewerbeschein könnte ich ja zur Not noch anbieten...

Gruß
Martin
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Alt 24.01.2007, 08:03
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das an der heizung ist nicht einfach ein gewindestab, sondern der übergang vom kaltende zum heizdraht. es wird über die heizung thermisch und mechanisch belastet... könnte sein, daß da ein reparaturversuch nicht wirklich von erfolg gekrönt wird
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Optimismus ist nur ein Mangel an Information.
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neues zuhause gesucht (als kombi!): vfa-expres Office Plus; ECM Casa Manuale;
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